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Der bittere Niedergang und die unklare Lage rund um den SV Laar 21

In der neuen Saison taucht der SV Laar 21 in den Duisburger Kreisligen gar nicht mehr auf. Von der 2020 angekündigten Rettung des Vorsitzenden Edin Bicic ist wenig geblieben. Stattdessen erhält der ehemalige Vorsitzende Tekkin Kaplan immer noch Post.

Als jüngst die Staffeleinteilungen für den Kreis Duisburg-Mülheim-Dinslaken der Saison 2021/22 veröffentlicht wurden, so fehlten dort zwei Vereinsnamen gänzlich, und zwar der des KBC Duisburg und vor allem auch der des SV Laar 21, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Doch aktuell sieht es so aus, als ob es mit diesem Bestehen bald ein Ende haben könnte. Denn der Verein macht seit 2015 schwierige Zeiten durch.

Mehrere Jahre lang fand sich der Verein durchaus in Turbulenzen, bis 2018 Tekin Kaplan das Ruder übernahm, und sich in der Folge durchaus eine ganze Menge im Verein tat, vor allem auch auf der Platzanlage. Die konnte sich nach viel persönlichen Engagement endlich wieder sehen lassen. Rund um die Abwahl des alten Vorstandes, den Edin Bicic seinerzeit angeführt hatte, gab es durchaus eine ganze Reihe von Irritationen, von denen dann zumindest eine Weile mal keine Rede war.

Einem Tiefschlag folgte der nächste beim SV Laar 21

Im Sommer 2018 dann der nächste Tiefschlag. Es machte das Gerücht die Runde, die Deutsche Bahn, Eigentümerin des Grundstücks mit dem Sportplatz des SV Laar 21, wolle die Fläche verkaufen. Pläne, das Gelände zu übernehmen, scheiterten, im Spätsommer 2019 bekam ein Investor den Zuschlag. Mit diesem Investor wurden dann Gespräche aufgenommen, es sah nach der Möglichkeit aus, einen Pachtvertrag über zehn Jahre zu erreichen.

Was folgte war: wieder ein Tiefschlag! Denn im Januar 2020 brannte das Vereinsheim ab, das gerade auf Vordermann gebracht worden war. Die Lösung sollte die Versicherung bringen. „Doch offenbar hatte der ehemalige Vorstand die Prämien für die Versicherung nicht bezahlt“, erklärt Kaplan, der sich in seiner Amtszeit auch noch mit anderen Problemen konfrontiert sah. „Die Steuererklärung für 2017 war nicht eingereicht worden, die Belege existierten offenbar auch nicht mehr. Daher war es uns nicht mehr möglich, Spendenquittungen auszustellen, weil das Finanzamt da nicht mitgemacht hat“, erklärt Kaplan.

Aus der angekündigten Rettung des SV Laar 21 wurde wenig

Im März 2020 wurde so letztlich Insolvenz angemeldet und die Auflösung des Vereins beschlossen. Das wiederum rief den ehemaligen Vorsitzenden Edin Bicic auf den Plan. Der verkündete medial, den SV Laar retten zu wollen. Doch was ist seither passiert? Offenbar wenig. „Der neue Vorsitzende, dem ich vor diesem Hintergrund gerne den Platz geräumt habe, war bisher noch nicht einmal beim Notar, um sich ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Stattdessen geht die gesamte Post am Ende an mich, weil er teilweise noch nicht einmal auffindbar war. Aber damit habe ich nun wirklich nichts mehr zu tun, das habe ich immer wieder gesagt“, betont Kaplan. Weder Gläubiger noch die Staatsanwaltschaft hätten demnach Bicic auffinden können.

Der Ex-Vorsitzende hat mit seinen 35 Jahren fast seine gesamt fußballerische Lebensgeschichte beim SV Laar 21 verbracht, so auch viele seiner Kollegen. „Die wollen auch gar nicht für einen anderen Verein spielen“, betont Kaplan. Sofern sie weiterspielen wollen, sieht es aber mehr denn je so aus, als ob genau das unausweichlich wäre.

Aufrufe: 022.7.2021, 10:00 Uhr
Sascha KöppenAutor

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