Der SV Niederleierndorf (gelb) – hier gegen Türkspor Mainburg – scheiterte erst im entscheidenden Tagesfinale. Fotos: Rutrecht
Der SV Niederleierndorf (gelb) – hier gegen Türkspor Mainburg – scheiterte erst im entscheidenden Tagesfinale. Fotos: Rutrecht

Futsal-Endrunde ist wie vernagelt

Kein Kelheimer Klub schafft es ins Finalturnier im Fußballkreis. Selbst Edelfans helfen nicht. Gefeiert wurde – vorher.

Die Endrunde der Futsalmeisterschaften im Fußballkreis Niederbayern-West wird am 12. Januar 2020 ohne Kelheimer Vertreter über die Bühne gehen. In den letzten vier Vorrunden-Gruppen schafften es zwar der FC Walkertshofen und der SV Niederleierndorf ins Tagesfinale, doch dort verpassten beide Teams das Ticket für das Finalturnier.

Walkertshofen, das am Samstag die Vorrunden-Staffel C2 gewann, hatte dabei besonderes Pech: Nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit setzte sich Gegner SV Neuhausen im Siebenmeterschießen mit 2:0 durch. „Das Turnier war ganz gut von uns. Hauptsache ist, dass sich keiner verletzt hat“, sagte FCW-Spielertrainer Christian Brandl, der selbst wegen einer Schambeinentzündung verzichtete. Niederleierndorf musste im Finalspiel des Sonntags mit einem 0:4 die Überlegenheit des SV Ettenkofen anerkennen. „Wir haben kein schlechtes Turnier gespielt“, befand Niederleierndorfs Torjäger Burim Shala, der sich mit 30 Jahren nach wie vor für die Halle begeistern kann. „Lieber ist mir der Bandenkick, aber spielerisch ist Futsal schöner.“

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Ein Fuchs im Langquaider Kasten
Der Goalgetter hätte im Training lieber noch mehr an Kombinationen gefeilt. Aber auch so war der Kreisligist in einer starken Gruppe D1 obenauf. Nach einem 0:0 gegen die SG Rottenburg beeindruckte das 4:0 gegen Türkspor Mainburg, das mit einem 3:2 über den TSV Langquaid startete. „Wir hatten mehr Chancen, aber Türkspor traf“, meinte TSV-Keeper Fabian Fuchs, ein unermüdlicher Hallenfänger.

Bei Niederleierndorf zeichnete sich Florian Graml als Vierfach-Torschütze gegen Türkspor aus – und auch beim 1:0 gegen Langquaid traf er entscheidend. Damit war der Kreisligist durch und schloss die Gruppenphase mit einem 2:1 gegen den SC Kelheim ab.

Im Tagesfinale half auch die Unterstützung der Fanrunde um Lisa Weiß nichts mehr. „Wir sind drinnen wie draußen bei jedem Spiel dabei, daheim und auswärts“, sagte die Leierndorferin, die mit Mann und Stammrunde in der Rottenburger Halle saß. „Sind alles meine Buam“, blickte sie auf die Kicker. Die SVN-Mannen blieben im Endspiel nach dem 0:1 von Stefan Schur lange auf Schlagdistanz, aber Patrick (2) und Markus Stockmeier machten in der Schlussphase alles klar.

Türkspor zog als Gruppenzweiter ins bedeutungslose kleine Finale ein (auf das Mainburg ebenso wie Gegner SG Hainsbach verzichtete). „Gegen Langquaid waren wir gut drauf, Niederleierndorf hat uns ausgekontert. Damit war Platz eins so gut wie weg“, bilanzierte Coach Senol Dogruel.


Saal hat Weihnachtsfeier in den Knochen
Bezirksligist Langquaid brachte sich mit Siegen gegen SC Kelheim (2:1) und SG Rottenburg (5:1) trotz der Niederlage gegen Türkspor in Position, vergeigte die Finalchance aber gegen Niederleierndorf. „Wie im Freien: Mal spielen wir groß auf, mal klappt nichts“, sagte der Sportliche Leiter Franz Fuchsbrunner. Betreuer Marcel Wunderlich vom SC Kelheim attestierte seinen jungen Kickern eine couragierte Leistung. Der A-Klassist verlor drei seiner vier Partien nur mit einem Tor Unterschied.

Unter erschwerten Bedingungen trat der SV Saal in Gruppe D2 an. „Wir hatten gestern Weihnachtsfeier“, hieß es aus der Runde. Manche kamen erst in den Morgenstunden in die Federn. „Aber wir sind da“, feixten die Spieler. Und spielten nicht schlecht: Siege über SG Adlhausen/Langquaid II (1:0) sowie SG Offenstetten/Rohr (2:0) brachten Platz eins ins Spiel. Doch gegen SG Hainsbach (2:3) und SV Ettenkofen (0:1) wurde die Chance knapp vertan.

Feiernachwehen verspürte auch Patrick Hofstetter von der SG Adlhausen/ Langquaid II. Er war auf einem Geburtstag. Aber an ihm lag’s nicht, dass sein Team bei null Punkten auch kein Tor erzielte. „Spaß macht’s trotzdem“, befand er. Torwart Malik Gök ging aufs Keeperspiel im Futsal ein. „Die kleineren Tore sind angenehm, aber man braucht schnelle Reflexe und muss flink unten sein.“ Lachend ergänzte er: „Ich bin nicht freiwillig hier, der Betreuer sagte, ich muss spielen.“

Das Hallendebüt gab die neue SG Offenstetten/Rohr. „Viele bei uns meiden die Halle“, sagte der junge Torwart Sebastian Mückel, der sonst in der U19 fängt. „Aber ich find’s cool, dabei zu sein.“ Der neue Verbund sicherte sich seine drei Zähler im Derby gegen Adlhausen/Langquaid II (2:0). Vorne weg marschierte Ettenkofen mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten.

Beim späteren Tagessieger erkannte man auch, was Futsal ausmacht: technisch stark, schnelle Kombinationen. Leierndorf, Türkspor und Langquaid hielten phasenweise mit. Mit einer Finte aus Hackentrick und Übersteiger verblüffte Niederleierndorf Florian Shillova. „Was? Das war ich?“, hatte der seine Finesse gar nicht mitbekommen.


Torjäger verzweifelt an Regeln
Am Tag davor – mit zwei Vierer-Gruppen – startete die SpVgg Weltenburg in Gruppe C1 mit einem 3:0 gegen SV Landshut-Münchnerau fulminant. In der Folge war aber kein Punkt mehr drin, auch das Derby gegen den SV Kelheimwinzer ging 3:4 verloren. Die Winzerer brachten außer diesem Erfolg ebenfalls nichts mehr auf die Habenseite, wenn auch mit sehr knappen Niederlagen. Auf eins landete der SV Neuhausen.

In der Staffel C2 setzte sich Walkertshofen mit drei Siegen aus drei Partien durch. Schierling blieb hinter den Erwartungen, der einzige Sieg sprang gegen den FC Kelheim (2:1) heraus. Die Kreisstädter ihrerseits mussten mit nur einem Zähler Rang vier bekleiden. Auf zwei hinter Walkertshofen lief TSV Hofkirchen ein.

An beiden Tagen war die Schiedsrichter-Gruppe Kelheim-Mallersdorf Ausrichter. Kollegen aus der Landshuter Gruppe pfiffen. „Es läuft immer besser ab“, meinte Schiri Dieter Neß. Niederleierndorfs Burim Shala meinte schmunzelnd: „Nur die Regeln muss man mir jedesmal wieder erklären.“

Aufrufe: 015.12.2019, 20:34 Uhr
Martin RutrechtAutor

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