Musste mit seiner Mannschaft am Sonntag zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit Punkte liegen lassen: Türk Spor-Trainer Gzim Shala.
Musste mit seiner Mannschaft am Sonntag zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit Punkte liegen lassen: Türk Spor-Trainer Gzim Shala. – Foto: Stefan Rossmann

FC Türk Spor Garching: Sieben-Siege-Serie gerissen - für Gzim Shala war „Härte des SV entscheidend“

Der Kreisklassist will zum Ende der Saison aufsteigen

Für den FC Türk Spor Garching gab es im Aufstiegsrennen den ersten Dämpfer. Trainer Gzim Shala resümierte nach dem 1:1 vom Wochenende über die Begegnung.

SV Istiklal
1:1
Garching

Garching - Die sieben Spiele anhaltende Sieges-Serie des FC Türk Spor Garching riss am vergangenen Sonntag ab. Beim Tabellenvorletzten SV Istiklal München kamen die Garchinger nicht über ein 1:1 hinaus. Der FC steht trotzdem noch auf dem ersten Platz der Kreisklasse München 2 - der Abstand auf den Verfolger und Stadt-Rivalen VfR Garching II schrumpfte aber auf drei Punkte.

Trainer Gzim Shala wusste bereits im Vorfeld der Partie, dass die Gastgeber dem Tabellenführer vor Probleme stellen könnte. Schließlich wohnten dem Duell der beiden türkischen Vereine offiziell 250 Zuschauer bei, laut Coach Shala waren aber gut doppelt so viele Menschen zum Spiel gekommen: „Es war sehr laut, wir wurden merklich eingeschüchtert. So eine Kulisse habe ich in der Kreisklasse noch nicht erlebt.“ Zusätzlich zur Atmosphäre machten vor allem die gegnerischen Spieler den Garchingern das Leben schwer, wie Shala analysierte: „Sie waren aggressiv und haben versucht, uns den Rhythmus zu nehmen. Sie haben uns provoziert und versucht, uns zu foulen. So eine Härte waren und sind wir nicht gewohnt.“

Shala, der im letzten Monat bei FuPa Oberbayern zu Gast im Live-Interview war, konnte die Einstellung von Istiklal aber bis zu einem gewissen Punkt verstehen: „Das ist für jede Mannschaft ein Highlight, wenn sie gegen uns spielen. Jedes Team will natürlich die erste sein, die gegen einen Ungeschlagenen Punkte holt. Die Gegner sind immer hochmotiviert und wollen uns ärgern und uns ein Bein stellen. Das ist Istiklal gelungen.“

Für den Garching-Coach passte es am Sonntagabend aber in vielerlei Hinsicht nicht. So kritisierte er neben dem Spielstil des Gegners auch die nachlässige Chancenverwertung seiner Elf: „In der ersten Halbzeit hatten wir die ein oder andere Möglichkeit, das zweite Tor machen. Das ist uns aber leider nicht gelungen.“ So ging es mit einer 0:1-Pausenführung für Türk Spor in die Kabine, aus der die Gastgeber „noch aggressiver und noch hungriger“ zurückkamen. Nachdem die Gäste die Drangphase der Gastgeber überstanden hatten, konnten die Shala-Schützlinge den Sack nicht schließen. Oder wie der Trainer selbst meint: „Wir hatten den Sieg auf dem Fuß.“ So geschah, was geschehen musste: Kurz vor Schluss glich der SV per Standardtreffer zum 1:1-Endstand aus.

Neben der Kritik an der für Coach Shala teilweise zu harten Robustheit der Gastgeber lobte der Coach den unbedingten Siegeswillen des SV: „Die Körpersprache war beeindruckend. Sie waren viel robuster und aggressiver als wir - das war der Unterschied. Die Härte des SV war entscheidend. Sie haben uns gut vom Ball getrennt und die Breite des Spielfeldes ausgenutzt. Hätte ein neutraler Zuschauer die zweite Halbzeit geschaut, wüsste er nicht, wer Tabellenführer und wer Vorletzter ist.“ Das Unentschieden nimmt er aber dennoch gelassen. Aus dem Spiel zieht der 57-Jährige sogar Positives: „Es ist ein Dämpfer, der aber im richtigen Moment kam. So eine Serie muss ja irgendwann reißen.“

Mit Türk Spor hat der ehemalige Bezirksliga-Trainer noch viel vor: „Ich arbeite langfristig. Ich will die Spieler auf alles vorbereiten. Neben der taktischen Vorbereitung versuche ich, meine Mannschaft auch mental besser einzustellen. Die Mannschaft muss lernen, mit dem hohen Druck umzugehen. Die Spielweise muss ich aber ein bisschen ändern, da ich jetzt auch eine andere Seite meiner Mannschaft gesehen habe. Das ist als Trainer jetzt mein Job, das so schnell wie möglich zu verstehen und zu verbessern, damit wir bei einem ähnlichen Spiel in Zukunft besser vorbereitet sind.“

Für die positiven Ergebnisse seines Teams waren in den vergangenen Spielen viele Faktoren zuständig: „Wir haben es in der Vorbereitung geschafft, eine Einheit zu bilden. Wir haben eine gewisse Qualität im Kader, sind aber keine Über-Mannschaft. Wir sind eine Mannschaft, die momentan einfach funktioniert. Nach dem Spiel vom Sonntag kommt jetzt ein bisschen Arbeit auf uns zu - was aber nach einem Spiel mit Punktverlust normal ist - damit das Ziel Aufstieg langfristig erreicht wird.“ (Paul Ruser)

Aufrufe: 013.10.2021, 11:52 Uhr
Paul RuserAutor

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