2026-05-15T07:40:27.399Z

Allgemeines

SV Horchheim gewinnt Kreispokal

Der A-Klassist beweist einmal mehr, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat +++ Die Fußballer vom frisch gekürten Meister TuS Monsheim verlieren das Finale klar

von Claus Rosenberg · Gestern, 13:00 Uhr · 0 Leser
Stolz reckt Florian Karsch den Pokal in die Höhe. Der SV Horchheim vereitelte TuS Monsheims Traum vom Double.	Foto: Andreas Stumpf/pakalski-press
Stolz reckt Florian Karsch den Pokal in die Höhe. Der SV Horchheim vereitelte TuS Monsheims Traum vom Double. Foto: Andreas Stumpf/pakalski-press

Worms. Zwei dicke Überraschungen barg das Finale des Kreispokals: Erstens, dass TuS Monsheim nicht gewann. Und zweitens die Form, wie der Verlierer seinem Bezwinger SV Horchheim II die Ehre erwies - die Spieler bildeten ein Spalier, durch das der A-Klassist auf regennassem Rasen zur Siegerehrung schreiten durfte. Eine so großartige Szene sportlichen Respekts dürfte, wenn es sie überhaupt je in diesem traditionsreichen Wettbewerb gab, eine absolute Rarität gewesen sein.

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Aussicht auf Double lähmt eher, als dass es beflügelt

Dabei hätten die Monsheimer allen Grund gehabt, sich enttäuscht in die Katakomben des Fußball-Platzes der Nibelungen Worms zurückzuziehen. Beim 2:5 (1:3) gegen den SV Horchheim hatte der gerade frisch gekürte Meister der A-Klasse so gut wie keine Chance. Die Aussicht auf das Double innerhalb von nur drei Tagen beflügelte nicht, sondern lähmte.

Aber gut, der Spielverlauf am Holzhof spielte dem Außenseiter aus Horchheim auch in die Karten. Schon nach vier Minuten führte der SV, als Paul Lawall einen Freistoß zum 1:0 vergoldete. Der Jubel der Fans war bis zum Dom zu hören, so laut war er.

Florian Karsch begeisterte das Tor nicht hundertprozentig. „Ich befürchtete, dass die frühe Führung unserer verkopften Mannschaft nicht gut tun könnte“, kommentierte der SV-Kapitän: „Im Nachhinein betrachtet, war es aber natürlich der Dosenöffner.“ Fortan musste TuS Monsheim kommen, was den konterstarken Horchheimer perfekt in den Kram passte. Genauso wie die hohe Zahl individueller Fehler, die sich der Favorit über die gesamte Spielzeit leistete.

SV Horchheim kontert sehenswert

Einen davon nutzte José Kaizer Moteiro (21.) zum 2:0. Dass er kurz darauf aus aussichtsreicher Position das 3:0 versemmelte, weckte TuS Monsheim aus der Schockstarre. Wenige Augenblicke später schaffte Erik Rissmann (35.) den Anschlusstreffer. Die Freude darüber währte kurz, weil Lawall unmittelbar vorm Pausenpfiff einen Konter (45.) nach einer sehenswerten Ballstafette erfolgreich abschloss.

Am Himmel zogen dunkle Rauchschwaden gen Norden. In weiter Entfernung signalisierten Sirenen, dass die Feuerwehr unterwegs war, den Brand zu löschen. Und im Flutlicht glänzte der Pokal golden, während die 350 Zuschauer fröstelten. Pokalfinale im Mai bei April-Wetter, das auch in den zweiten 45 Minuten vom SV Horchheim kontrolliert wurde. Das emotionale Aufbäumen vom TuS war das 2:4 von Tobias Hess, der im direkten Gegenzug Jonas Selberts 4:1 (52.) mit der Kappe abzog.

Der Jubel flammte stattdessen auf der anderen Seite auf. Mit Monteiros 5:2 (71.) war die Begegnung endgültig entschieden. Daran änderte nicht einmal die Rote Karte für Torschützen Selbert (80.) was. Wegen groben Foulspiels stellte Schiedsrichter Nils Grauer den Horchheimer vom Platz. Protestlos - trotz des ein oder anderen Tacklings verlief das Spiel ausgesprochen fair. Und hatte seinen verdienten Sieger. Florian Karsch: „Wahnsinn, welche Entwicklung unserer Mannschaft in den zurückliegenden drei. vier Jahren genommen hat. Die Arbeit von Michael Denschlag und Dennis Hamm-Kiefer trägt Früchte“.

SV Horchheim: Stockhausen, Schultealbert, Beil, Bitsch, Monteiro (80. Noachk), Selbert, Karsch, Lawall (69. Fischer), Salad (90. Stohner),, Ferlemann (58. Lindner), Kiefer-Hamm (80. Ußner).

TuS Monsheim: Graf, Kuttruff, Haas, Hess, Rissmann, Spreizer, Labella, Glöckner-Klingmann (82. Peschel), Hofmann (67. Görgner), Reimertz (75. Goldmann).