In den Stunden nach einem der größten Erfolge in der 100-jährigen Vereinsgeschichte kannte der Jubel beim Überraschungssieger SV Hellern keine Grenzen. Als Kreisligist hatten die Hellboys den favorisierten Bezirksliga-Tabellenführer im Finale des Addi-Vetter-Cups nach Neunmeterschießen besiegt, nach regulärer Spielzeit endete das Spiel mit 4:4.
Erstes Ziel der Freude war Torwart Morton Notthoff, der zwei Neunmeter abwehren konnte. Er wurde von seinem jubelnden Mitspielern fast erdrückt. Tosender Jubel auch auf der Tribüne im Fanblock der SV Hellern. Einige der Fans hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen und sie jubelten mit den Spielern und dem Trainer- und Betreuerteam auf dem Hallenpaket. Mannschaftskapitän Gerrit Ruhöfer war einer der ersten Gratulanten und freute sich auf dem Parkett mit seinen Mitspielern. Traurig verfolgte der verletzte Spielführer Gerrit Ruhöfer das Spielgeschehen von der Bande aus. Er konnte seinem Team im Finale nicht helfen, weil er sich im Halbfinale verletzt hatte. Bei den Jubelarien war er natürlich mitten drin und freute sich mit und für seine Mitspieler. Den siedenden Höhepunkt erreichte die Stimmung in der Halle spätestens als Gerrit Ruhöfer den Pokal entgegen nahm und in die Höhe streckte.
Die Entscheidung ist gefallen - SV Hellern feiert den Finalsieg - – Foto: Michael Eggert
Die erste Kisten Bier leerte die Mannschaft bei der spontanen stimmungsvollen Kabinenfete. Dort ertönten dann auch die ersten Schlachtrufe und laute Gesänge aus den Katakomben der Schloßwalle. Der Mannschaftstross setzte sich danach in Richtung Clubhaus des SV Hellern in Bewegung.
Es war nichts geplant, unser Vorstand hatte alles kurzfristig geregelt,“ freute sich Trainer Felix Zimmermann. Es gab Pizza und Bier. Rückblickend zu seiner Halbzeitsprache, die zweifellos die Wende des Spiels einleitet hatte, sagte Zimmann: "Ich habe den Jungs in der Halbzeit einfach gesagt, dass wir nichts zu verlieren haben und jetzt mit der Brechstange die Tür einhauen müssen und werden. Unsere einzige Chance um den Titel zu holen ist Kampf, Herz und Leidenschaft. Zur Verletzung von Gerrit Ruhöfer meinte er:“ Gott sei Dank war es leicht Gerrit zu trösten weil wir den Titel geholt haben. Er ist unser unantastbare Kapitän. Für ihn haben wir heute uns nochmals 5% mehr aufgerissen."
Der Titel „We are the champions“ dröhnte in einer Endlosschleife durch die Räume des vollbesetzten Clubhauses. Vladislav Werle und Pascal Meyer waren die Stimmungskanonen bei der ausgelassen Fete. Sie waren auch die letzten Partiegäste die kurz nach sechs Uhr das Clubhaus verliessen. Zu dem Zeitpunkt hatte Trainer Felix Zimmermann die Feier bereits gemeinsam mit dem Pokal verlassen. „Den Pokal mitzunehmen war echt ein Traum von mir und die Mannschaft hat das gespürt und zugestimmt,“ sagte uns der Coach.