
Der SV Grieth steht in der Gruppe eins der Kreisliga B Kleve/Geldern nach elf Spielen mit nur fünf Punkten auf dem Konto auf dem vorletzten Platz. Da spricht man gemeinhin von akuter Abstiegsgefahr. Und da greifen auch im Amateurfußball oft gewisse Automatismen. Das Personal an der Linie wird getauscht.
Der SV Grieth hat es auch getan und sich von Coach Dirk Slis getrennt, der den Job erst vor dieser Saison übernommen hatte. „Wir sind im Guten auseinandergegangen. Die sportliche Situation hat uns aber zum Handeln gezwungen. Wir wollten mit einem Trainerwechsel noch einmal ein Zeichen setzen“, sagt Maximilian Müskens, Vorsitzender des SV Grieth.
Eine große Überraschung ist es für die Verantwortlichen freilich nicht, dass sich die Mannschaft, in der Spielzeit 2023/24 aus der Kreisliga A abgestiegen, jetzt auch eine Klasse tiefer Sorgen um den Verbleib in der Liga machen muss. „Wir wussten, dass es eine schwere Saison werden wird“, sagt Geschäftsführer Niklas Frericks.
Und jetzt soll ein alter Bekannter dafür sorgen, dass es noch ein Happy-End für den SV Grieth gibt. Sascha Horsmann ist bei seinem Heimatverein als Trainer eingesprungen und will das Team zu Klassenerhalt führen. Horsmann hat in der Saison 2010/11 als Spieler schon im Tor des Klubs gestanden, als es für die erste Mannschaft noch in der Landesliga um Punkte ging. Von 2017 bis 2020 war er dann Coach des Teams und führte es in die Kreisliga A. Dann zog es ihn zum SV Rindern, wo Horsmann erst als Trainer gearbeitet hat und aktuell als Kaderplaner der Bezirksliga-Mannschaft im Einsatz ist.
Den Job bei den Zebras wird er wegen der zusätzlichen Aufgabe beim SV Grieth nicht drangeben. „Es ist zwar eine Doppelbelastung. Doch ich habe dem SV Rindern mein Wort gegeben, dass ich bleibe“, sagt Sascha Horsmann. Und dem SV Grieth hat er erst einmal das Wort gegeben, dass Team auf jeden Fall bis zum Ende der Saison zu trainieren. Horsmann: „Danach werden wir weitersehen.“ Der 39-Jährige musste nach einem Gespräch mit dem Vorstand nicht lange überlegen, dem Team in akuter Abstiegsgefahr zu helfen. Zumal er nicht das einzige Mitglied der Familie Horsmann ist, dass für den Klub tätig ist. „Meine Frau arbeitet in der Jugend-Abteilung des SV Grieth mit. Sie hat mir ihre Unterstützung zugesagt“, so der Coach.
Jetzt geht es darum, die Mannschaft schnell in die Spur zu bringen. „Wir müssen in der Defensive besser stehen. Außerdem werde ich versuchen, neue Strukturen ins Spiel der Mannschaft zu bekommen“, sagt Horsmann, der Zuversicht verbreitet. „Der Klassenerhalt ist nicht unmöglich.“
Der Coach hofft dabei, dass er das Team in der Winterpause noch verstärken kann. „Ich werde mein großes Netzwerk ankurbeln, um vielleicht noch zwei bis drei Spieler zum SV Grieth zu lotsen“, sagt Sascha Horsmann.