
Mainz. Es war der große Augenöffner in der Hinrunde der Oberliga. Wie der SV Gonsenheim, neu formiert und schlecht gestartet, den hoch gehandelten FC Emmelshausen-Karbach nieder gekämpft und überrollt hatte beim 3:0, das setzte Maßstäbe. Nun steht, nach dreimonatiger Winterpause, der Punktspiel-Auftakt an – in Karbach (Samstag, 15.30 Uhr).
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„Wir sind sehr, sehr gut vorbereitet“, ist Trainer Luca Vanni sicher. Die Testspiele gaben Rückenwind, zuletzt der hart erkämpfte 2:0-Sieg in einem echten Testspiel-Derby mit Wettkampfcharakter gegen Liga-Konkurrent TSV Gau-Odernheim, zuvor das rauschende 5:1 gegen den ambitionierten Verbandsligisten FC Basara Mainz. Und auch an den sieglosen Spielen gegen Eddersheim (2:2), Eintracht Frankfurt II (1:3) und Darmstadt 98 II (2:2) fand Vanni viel Positives.
„Erst einmal“, unterstreicht der 31-Jährige, „sind wir glücklich darüber, in Gonsenheim trainieren und spielen zu können.“ Das war in der Hinrunde lange nicht der Fall, nun liegt der neue Kunstrasen und ist auch gut eingespielt. „Und es hat uns gut getan, dass wir jetzt ein halbes Jahr zusammen sind. Gewisse Abläufe sitzen, Spieler haben sich weiterentwickelt, elementare Spieler sind zurückgekommen und fit.“
Die Hoffnung ist, dass die eklatante Verletzungsmisere ihr Ende findet. Spieler wie Maurice Neukirch, Elias Walter oder Jan Vogel haben ihre teils langwierigen Blessuren überwunden. Nokouri Hangatta ist nach seiner geplanten Schulter-OP wieder im Training. Gleichwohl sind mit Lukas Rodwald, Tibor Engler, Leon Löber, Aid Sulejmani sowie vermutlich Tom Luft und Leart Haskaj bis zu einem halben Dutzend Ausfälle zu erwarten – Luxus, nach Maßstäben dieser Saison.
„Wir sind deutlich weiter, als wir im Sommer waren“, betont Vanni, der von einer „guten bis sehr guten Vorbereitung“ spricht. Aidan Neal und David Vodi haben einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. A-Junior Ben Brede wurde fest hochgezogen, Titus Henseler fürs Erste auch. „Beide sind Optionen für den Kader und auch die erste Elf“, freut sich Vanni über einen starken Konkurrenzkampf auf vielen Positionen, der sich auch auf die Trainingsqualität auswirke.
Die nächsten Talente scharren schon mit den Hufen, was Vanni auch der guten Arbeit von U19-Coach Ephraim Uworuya zuschreibt. Einstweilen keine weiteren Einsätze geplant sind für Co-Trainer Ferhat Gündüz, der es vor der Winterpause sichtlich genoss, aus der Personalnot heraus wieder selbst aufzulaufen, und sogar ein Tor erzielt hatte. Fit halten wird sich der 38-Jährige ganz gewiss.
„Karbach war eines der Spiele, wo wir bei vielen Elementen, die wir bringen wollen, sehr nahe an dem waren, wie wir es uns vorstellen“, sagt Vanni. „Das ist ein sehr guter Einstieg, denn Karbach wird angefixt sein. Wir müssen von Anfang an da sein. Und wir haben Bock, die Stimmung in der Kabine ist gut. Es gibt auch mal Reibereien, die Aggressivität auf dem Platz stimmt.“ Der Gegner hat Vannis Einschätzung zufolge nach Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern II den stärksten Kader der Liga. „Aber sie bieten auch Momente, wo man zustechen kann. Es sollte auf jeder Position unser Anspruch sein, zu zeigen, dass wir nicht die Schlechteren sind.“
Es folgt der Heimspiel-Doppelpack gegen den abstiegsgefährdeten FC Arminia Ludwigshafen (15. März) und den starken FV Engers (22. März). Es gilt, schnellstmöglich die Abstiegsgefahr zu bannen.