
Er trägt die Nummer 11, was durchaus programmatisch zu verstehen ist. Weil dem SV Gonsenheim im Oberliga-Schlussspurt neben dem letzten Ehrgeiz auch die Spieler ausgehen, coacht Cotrainer Ferhat Gündüz mit Trikot drunter – und wird, bald drei Jahre nach dem Ende seiner Laufbahn, eingewechselt. Sogar ein Assist gelingt dem 38-Jährigen um ein Haar, doch Elias Heine macht den Ball aus drei Metern nicht rein (90.+5). Damit ist der 1:0 (0:0)-Sieg der TuS Mechtersheim eingetütet.
Gündüz, der in seiner Laufbahn zwischen Sturm und, meistens, der Abwehr pendelte, hatte sich für die Traditionself des SC Idar-Oberstein mit einem Dreierpack warm geschossen. „Er ist topfit, macht jedes Training mit uns hat es sich verdient, noch einmal aufzulaufen“, sagt Chefcoach Anouar Ddaou nach seinem letzten Heimspiel. Und kündigt einen Gündüz-Einsatz auch am Mittwoch beim vorgezogenen Saisonfinale in Diefflen an.
Dass danach die Sommerpause beginnt, „darüber sind wir alle froh“, gibt Torwart Paul Simon zu. „Nach dieser langen Saison freut sich jeder, mal mehr als eine Woche durchzuschnaufen“, betont Co-Kapitän Lukas Rodwald. „Wir sind in den letzten Wochen sehr gebeutelt.“ Man geht, versichern beide, mit dem Ehrgeiz in die Spiele, zu zu performen. Aber die Luft ist erkennbar raus, anders als bei den Gästen, die den Dreier dringend brauchten, um als Drittletzter noch die Chance auf den Ligaverbleib zu haben. Und dafür in einem höchst dürftigen Spiel zumindest kämpften.
Ein Elfmeter als Konzessionsentscheidung?
Durchgang eins ging an die abschlussschwachen Gäste, Durchgang zwei mit drei dicken Chancen eigentlich an den SVG. Doch dann gab es Elfmeter. Simon hatte Can Güneys Kopfball im Flug pariert. „Ich falle dann, er läuft in mich rein“, schildert der Keeper, was zum höchst strittigen Elfer führte. Güney verwandelte selbst (83.). „Unverständlich“ fand auch Rodwald den Pfiff. Womöglich ausgleichende Gerechtigkeit, weil nach Stockfehler und Festhalten ein Platzverweis gegen den Defensiv-Chef drin war (53.)?
Von da an war um die Bank von Ex-Pfeddersheim-Coach Nauwid Amiri herum jedenfalls Stimmung. Im Verbund mit Ralf Gimmy hatte der eigentlich zur neuen Saison verpflichtete TuS-Cheftrainer die Vorderpfälzer von Jürgen Kramny übernommen. Hält Mechtersheim Rang 16 und steigt der Vizemeister auf, ist der Ligaverbleib geschafft.
Ddaou sah ein typisches 0:0-Spiel: „Es war sehr zäh und hatte keinen Sieger verdient. Wir müssen gucken, dass wir in Diefflen einen guten Abschluss hinbekommen.“ Am folgenden Samstag findet dann die interne Abschlussfeier statt, samt Verabschiedung des Cheftrainers.
SV Gonsenheim: Simon – Coric (90.+3 Heine), Karakaya, Hangatta, Tepedibi – Rodwald – Cucchiara (85. Lapre), Neukirch – Babobic (77. Neal), Matsumura (85. Gündüz), El Mahaoui.