
Mainz. Der SV Gonsenheim ist mit seiner U17 und U19 im Nachwuchsfußball-Olymp angekommen. Die beiden ältesten Jugendteams des Wildpark-Clubs dürfen die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Südwest bejubeln – und gleichzeitig den Aufstieg in die DFB-Nachwuchsliga feiern. „Das ist etwas Historisches und Besonderes zugleich“, betont SVG-Sportvorstand Marvin Bylsma, der den Erfolg gleich einordnet: „Wir wissen, wo wir herkommen. Allein deshalb ist es für uns als Amateurverein schon überragend, in der Rückrunde auch ligentechnisch auf allerhöchstem Niveau zu arbeiten.“
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Dann trifft der Wildpark-Nachwuchs in der DFB-Nachwuchsliga auf die Ausbildungsteams zahlreicher Proficlubs. Was komisch anmutet, dass ein Herbstmeister in der Winterpause aufsteigt, ist die neue Logik des Nachfolgewettbewerbs der Junioren-Bundesliga. Die erfolgreichen Jahrgänge sollen sofort belohnt werden. Anders als zuvor, als sie dem Altersbereich im Sommer nach einer Meisterschaft entwachsen waren und da nicht mehr in der nächsthöheren Jugend-Spielklasse antreten durften.
Dramatisch verspielte Meisterschaft im Sommer gegen Schott
Schon im Sommer stand zumindest die U19 des SVG mit einem halben Bein in der neugegründeten Elite-Liga. Doch in den letzten 45 Minuten der vergangenen Spielzeit verspielten die Gonsenheimer auf dramatische Art und Weise die Meisterschaft und mussten dem Stadtrivalen Schott Mainz nun ein halbes Jahr lang im höchsten Vereinswettbewerb des deutschen Jugendfußballs zuschauen.
Dank einer fast makellosen Bilanz in der neuen Spielzeit zieht der SVG nun im zweiten Schritt nach. „Wir wollten uns zurückholen, was gefühlt eigentlich uns gehörte“, fasst U19-Coach Dennis Kirn den jüngsten Aufstieg zusammen. Im Sommer übernahm der Ex-Jugendtrainer von Mainz 05 von Luca Vanni, der in die Sportliche Leitung rutschte. „Ich habe den Jungs, die im Sommer bei dem Drama dabei waren, gesagt, dass sie jetzt erstmal in die Pause gehen und dann ein neues Kapitel beginnt, indem wir angreifen“, sagt Kirn.
Entscheidender Sieg gegen Trier
Elf Siege, ein Remis und eine Niederlage später lässt sich konstatieren: Kirn behielt Recht – und eine „Riesenlast“ fiel nach dem entscheidenden 3:2-Auswärtssieg in Trier von seinen Schultern. „Das war ein Drehbuch für alle Fußballliebhaber“, schwärmt Kirn. Nachdem sein Team zwei Rückstände egalisiert hatte, verwandelte Zehner Pablo Romero in der 90. Minute einen Elfmeter zum Siegtreffer. Danach kannten die Feierlichkeiten keine Grenzen mehr.
U17 dank besserer Tordifferenz vorne
Noch spannender gestaltete sich die Dramaturgie bei den U17-Fußballern des Wildpark-Clubs, die am letzten Hinrunden-Spieltag den Aufstieg dank (Achtung!) der zwei Treffer besseren Tordifferenz bejubeln durften. Das Team von Cheftrainer Rachid Ouachchen besiegte den JFV Wolfstein WW/Sieg am Ende deutlich mit 6:2, doch Platz eins wackelte bis zur Nachspielzeit immens. Weil der Zweitplatzierte Eintracht Trier parallel mit 4:0 gegen Schott Mainz gewann, musste Gonsenheim sein Gastspiel im Westerwald mit mindestens zwei Treffern Unterschied gewinnen.
Als Wolfstein allerdings in der 73. Minute das zwischenzeitliche 2:2 erzielt hatte, dürften bei den Gonsenheimern die schrecklichen Erinnerungen an das U19-Drama vom Juni hochgekommen sein. Doch dank der folgenden Doppelpacks von David Eckart (74. und 80.+2) und Julian Kimmes (78. und 80.+3) verhinderte der SVG das Übel und bog gerade noch rechtzeitig auf die Siegerstraße ab. Es war die Krönung einer nahezu tadellosen Hinserie, in der die U17 wie die U19 elf Siege einfuhr und lediglich bei einem Remis und einer Niederlage Federn ließ. „Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt haben wir uns unseren Traum erfüllt. Dieser Aufstieg ist der Lohn für harte Arbeit, Zusammenhalt und grenzenlosen Willen“, freute sich U17-Kapitän Matti Fleischer nach dem erlösenden Abpfiff. Das Trainerteam lobte den Arbeitsethos seiner Schützlinge und freute sich vor allem darüber, dass sich ihre Jungs den Traum von der Nachwuchsliga erfüllen konnten.
Gruppeneinteilung am 10. Dezember
Auch wenn die Feierlichkeiten ob des historischen Vereinserfolgs noch andauern dürften, da die A- und B-Junioren des SV Gonsenheim noch nie höher als in der Regionalliga spielten, dürfte sich ihr Blick langsam aber sicher Richtung 10. Dezember richten. Dann wird der DFB die Gruppeneinteilung für die Rückrunde in der Nachwuchsliga bekannt geben. Die möglichen Gegner für den SVG? Keine geringeren als der SC Freiburg, Werder Bremen oder Bayer Leverkusen für die U17 und RB Leipzig oder der FC Augsburg für die U19. Doch egal wie die Auslosung endet, es warten so oder so zahlreiche Highlight-Spiele auf den Nachwuchs vom Wildpark.
