Schon seit gut drei Monaten rollt kein Ball mehr.
Schon seit gut drei Monaten rollt kein Ball mehr. – Foto: Rocco Bartsch

Fußballer hoffen auf Neustart und stellen Weichen

Funktionäre aus der Region schließen sich mit Verbandspräsident kurz und planen die Kreistage im Sommer. - Große Fluktuation in der Eifel.

Die Sehnsucht wächst: Die Amateurfußballer wollen wieder auf den Platz zurückkehren und hoffen darauf, dass Politik und Verwaltung dies bald auch zulassen. „Über drei Monate dauert jetzt schon die Pause. Die Spieler sind heiß“, weiß Walter Kirsten, der Vorsitzende des Fußball-Spielkreises Mosel. Doch so wie er haben auch seine Kollegen aus den beiden anderen westlichen Spielkreisen des Fußballverbandes Rheinland (FVR) wenig Zuversicht, dass vor Ostern überhaupt etwas geht. „Wir sind alle weiterhin im Ungewissen und müssen abwarten, was die politischen Gremien in den nächsten Wochen an Entscheidungen treffen. Sehr optimistisch dürfen wir allerdings nicht sein“, sagt Walfried Hacken, der Kreis-Eifel-Vorsitzende. Auch sein Trier-Saarburger Pendant Hans-Peter Dellwing glaubt nicht, dass bereits in der nächsten Bund-Länder-Konferenz am kommenden Dienstag Perspektiven für den Mannschaftssport erkennbar werden.

Ob und wie die Saison in den Amateurspielklassen fortgesetzt wird (aktuell gilt offiziell noch das letzte Februar-Wochenende als frühestmöglicher Re-Starttermin), ist also weiter unklar. Aktuell geht es beim FVR um den Meinungsaustausch und das Einholen von Stimmungen. Am Samstag tagen zunächst Spitzenvertreter der neun Fußballkreise via Internet mit Präsident Walter Desch. Im Laufe dieses Monats lädt der Verband zu Videokonferenzen mit Vereinsvertretern ein. Die beiden ersten Termine am 8. und 10. Februar waren schon kurz nach der Bekanntgabe ausgebucht (TV berichtete). Weitere Gesprächsangebote sollen folgen.

Unterdessen werden in der Eifel, an der Mosel und in Trier-Saarburg die personellen Weichenstellungen für die Kreisvorstände forciert. Während sowohl Kirsten (am 17. Juli beim Kreistag in Morbach), Dellwing (am 18. Juni in Zerf) und auch Hacken (eine Woche später in Winterspelt) für drei weitere Jahre kandidieren wollen, bahnen sich in der Eifel größere Veränderungen im aktuell 13 Personen umfassenden Vorstand an. In den beiden anderen Kreisen wollen die Führungsteams nach Angaben der Vorsitzenden dagegen weitermachen.

Gleich ein halbes Dutzend Abgänge verzeichnet der Kreisvorstand Eifel. Laut Hacken hören Sachbearbeiter Fritz Skambraks, Jugendleiter Michael Müller, Schiedsrichterobmann Hans-Dieter Jardin, Jugend-Staffelleiter Holger Bahr, Christian Illien als Referent für Freizeit- und Breitensport und der Integrationsbeauftragte Volker Jabin auf. „Ich habe keine Rückmeldung bekommen, dass jemand aus Gründen, die im Kreisvorstand zu suchen sind, nicht mehr weitermachen will“, lässt Hacken durchblicken. Vielmehr gebe es private oder persönliche Motive.

Der 71-jährige Bleialfer ist seit 1986 im Kreisvorstand, war zunächst Jugendleiter und bekleidet seit 2015 das Amt des Kreisvorsitzenden. An eine solche Fluktuation kann er sich nicht erinnern. „Es sind einige Leute dabei, die nach vielen Jahren ehrenamtlichen Engagements einfach mal kürzertreten wollen.“ Gesucht sind nun neue Kräfte. Einige Interessenten gebe es bereits. Doch gerade was den Nachwuchsbereich angeht, fehlen noch Kandidaten. Hacken schwebt ein Modell der Arbeitsteilung in der Kreisjugendleitung vor: „Es könnte einiges auf mehrere Schultern verteilt werden und sich so der eine etwa primär um die Hallenrunden und der andere um die Pokalwettbewerbe kümmern.“

Die Vorteile, sich im Kreisvorstand einzubringen, liegen für Hacken auf der Hand: „Man kommt mit vielen Menschen über Altersgrenzen hinweg in Kontakt, kann Entwicklungen selbst mitanstoßen und im Fußball direkt an der Basis etwas bewirken.“

In allen drei Fußballkreisen hoffen sie, die Versammlungen im Sommer wie geplant durchführen zu können. „Je nachdem, wie die Bestimmungen dann sind, wäre auch eine räumliche Verlegung in einen größeren Saal oder eine Halle denkbar“, sagt Hacken. Sollten gar keine Treffen erlaubt sein, sei auch zunächst eine Berufung und dann eine spätere Wahl möglich.

Der Trier-Saarburger Kreischef Dellwing legt genauso wie seine beiden Amtskollegen aus der Region Wert darauf, gerade in Corona-Krisenzeiten weiter Unterstützer der Vereine zu sein. Das Thema Ehrungen ist ihm dabei wichtig: Der Verband sieht für langjährige Vereinsmitarbeiter verschiedene Auszeichnungen vor, um ihnen nicht nur zu danken, sondern sie auch für die Zukunft zu motivieren. „Zwischen den jeweiligen Ehrungen sollten zeitliche Abstände liegen. Manchen Vereinen ist da im Laufe der Jahre der Überblick etwas verloren gegangen.“ Ein Anruf bei ihm genüge, um die Daten zu erhalten.

1311 Aufrufe5.2.2021, 17:58 Uhr
Andreas ArensAutor

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