– Foto: Alexander Fischer

Wenn das Prinzip Hoffnung regiert

Re-Start im Amateurfußball rückt in immer weitere Ferne – Das sagen Funktionäre des Verbands.

Gegen null tendiert mittlerweile die Hoffnung, die Saison noch komplett zu Ende spielen zu können – seit Dienstag gelten bis mindestens Ende Januar sogar noch verschärfte Corona-Einschränkungen. Von den fünf Szenarien, welche das Präsidium des Fußballverbandes Rheinland (FVR) Mitte November bei Unterbrechung der aktuellen Runde vorgestellt hat, rücken zwei Varianten immer mehr in den Fokus – nach der Hinrunde die Saison zu beenden und im Idealfall im Anschluss an die Halbserie noch Playoffs zu spielen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln.

Gleich mehrere Baustellen hat Bernd Schneider derzeit: Der in Wissen an der Sieg lebende FVR-Spielausschussvorsitzende tüftelt nicht nur über verschiedenen Varianten für die Rheinland- und die Bezirksligen, sondern ist auch noch Spielleiter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Schneider sieht immer noch die (kleine) Chance, dass bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz am 25. Januar Lockerungen für den Amateursport beschlossen werden: „Dann wäre es vielleicht möglich, im März wieder zu starten. Je später wir auf den Platz können, desto schwieriger wird es. Eventuell müssen wir uns damit anfreunden, nur die Vorrunde zu spielen.“

Zur Monatsmitte hin möchte sich Schneider von den Vereinen aus den beiden höchsten Verbandsspielklassen per Videokonferenz ein Meinungsbild einholen – und dann auch den neun Kreisen im Fußballverband eventuelle Handlungsempfehlungen geben. Grundsätzlich sollen diese aber selbst die weitere Vorgehensweise festlegen.

Was die Oberliga betrifft, sieht Schneider aufgrund der Aufteilung in zwei Staffeln á zwölf Teams „mehr Luft“. Zwar stehen in der Süd- und Nordgruppe (mit Eintracht Trier und dem FSV Salmrohr) noch einige Nachholspiele aus, generell ist die Hinrunde aber schon fast beendet. Nach der Rückserie sollen die beiden Tabellen mit den jeweils erzielten Punkten zusammengefügt werden, um daraus Auf- und Absteiger zu ermitteln.

An den momentan festgelegten Re-Start-Termin Ende Februar glaubt (auch) Bernd Hurth nicht. „Ich befürchte, dass es vor Anfang April nichts wird. Dann bliebe uns wohl nur übrig, die Hinrunde zu spielen und diesen Stand zu werten. Nachhol- und Pokalspiele müssen wir ja auch noch unterkriegen, und wir wollen so wenige Englische Wochen wie möglich und Mitte Juni soweit fertig sein, um auch noch Raum für Entscheidungs- oder Relegationsspiele zu haben“, sagt der stellvertretende FVR-Spielausschussvorsitzende und Trier/Saarburger Sachbearbeiter aus Wincheringen an der Obermosel. Hurth schreibt das Worst-Case-Szenario keinesfalls ab: „Wenn die Bedrohung durch gefährlichere Virus-Mutationen zunimmt, kann es auch zum Abbruch kommen.“

Sich ein Stimmungsbild der Vereine einholen, sobald der Re-Start absehbar ist, möchte in jedem Fall Walfried Hacken. Der Vorsitzende des Spielkreises Eifel bewertet derzeit „vieles als Spekulation“ angesichts der unklaren Weiterentwicklung in der Corona-Phase. Persönlich wäre der Bleialfer „zufrieden, wenn wir die Hinrunde spielen können und es dann zu Auf- und auch Absteigern kommt – sonst werden die Staffeln einfach zu groß“. Über die Feiertage und den Jahreswechsel hat Vinzenz Klein bereits einige Planspiele angestellt. Doch auch der Mosel-Sachbearbeiter aus Bengel weiß: „Im Endeffekt sind das alles Luftnummern. Keiner weiß, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln.“ Er hofft, Ende März und damit kurz vor Ostern wieder starten zu können. „Dann“, so Klein, „könnten wir nach der Hinrunde vielleicht noch die Tabellen aufteilen und Auf- sowie Abstiegsrunden spielen“.

Während die Ungeduld vieler Fußballer wächst, bleibt den Funktionären aktuell nichts anderes übrig, als auf die Eindämmung des Virus und entsprechende Entscheidungen der Politik zu setzen.

Aufrufe: 8.1.2021, 14:34 Uhr
Andreas ArensAutor

Verlinkte Inhalte