
Durch den Sieg in Reimsbach konnte sich der SV Friedrichweiler aus der Abstiegszone absetzen. Trotzdem gibt es einige Unstimmigkeiten im Verein, auf die nachstehend eingegangen wird.
Der SV Friedrichweiler, der in den letzten sechs Jahren aus der Bezirksliga bis in die Verbandsliga aufgestiegen war, steckt in einer sportlichen Krise. Von den letzten 15 Verbandsligaspielen, konnte die Mannschaft, die von Trainer Janosch Scherer seit fast sieben Jahren trainiert wird und aus der Bezirks- bis in die Verbandsliga geführt wurde, gerade mal zwei – gegen die Kellerkinder Besseringen-Hilbringen (4:2) und Brotdorf (3:1) gewinnen. Am Sonntag kam dann ein 3:1-Erfolg in Reimsbach hinzu.
Die Gründe für den schwachen Saisonverlauf seien vielschichtig, sagt Florian Burg, der sportliche Leiter: „Wir hatten in der Vorrunde riesiges Verletzungspech. Stellenweise fielen sechs Stammspieler aus, das kann ein kleiner Verein, wie wir es sind, nicht stemmen.“ Einen weiteren, ganz wichtigen Grund, sieht Burg in der Tatsache, „dass es unsere Mannschaft gar nicht gewohnt ist, eine solch lange sportliche Durststrecke zu durchlaufen.“ Wie eingangs angeführt, hat der Verein in den letzten Jahren immer in den oberen Tabellenregionen gespielt. „Viele Spieler wissen nicht, wie es sich anfühlt, eine solche negative Serie, wie wir sie derzeit haben, mitzumachen.“
Dass der Verein seinem jahrelangen Erfolgstrainer Scherer gekündigt habe, habe nichts mit der sportlichen Lage zu tun. „Janosch hat sich immer voll eingebracht. Doch nach so langen Jahren ist es auch legitim, dass der Verein was anderes machen will.“ Burg sagt, dass der Verein die Stammspieler, die nach der Runde gehen werden, durch Neuzugänge und Eigengewächse ersetzen will. „Außerdem kann es auch eine Chance sein für Spieler, die jetzt im zweiten Glied stehen, sich neu zu beweisen.“
Eine etwas andere Sicht der Dinge, hat der scheidende Trainer Janosch Scherer, mit dem der Weg des SV Friedrichweiler lange nach oben führte. „Es war klar, dass wir in der Verbandsliga nicht auf Dauer im oberen Drittel spielen würden. Dafür ist der Kader einfach zu dünn. Auch die Spieler die aus der Jugend nachrücken, können nicht auf Anhieb in der Verbandsliga die Leistungen bringen, die es braucht.“ Seiner Meinung nach, gab es gerade wegen dieser Trainer-Meinung Unstimmigkeiten im Club, die letztlich dazu geführt haben, dass sich der Verein von ihm trennt.
„Der Großteil der Mannschaft wird den Verein verlassen. Da sind auch die Querelen schuld, die es in Zusammenhang mit meiner Kündigung gab. Ich habe lange Jahre viel für den Verein gemacht, mich um Neuverpflichtungen gekümmert, Sponsoren gesucht, das Hallenturnier, das es seit drei Jahren gibt, am Anfang auf die Beine gestellt. Es ist zuletzt nicht alles so gelaufen, wie man es sich nach der langen Zeit gewünscht hätte“, blickt der Trainer, der nach der Saison zum FV Siersburg geht, mit Wehmut zurück.