SV Frauenberg – Das „S“ steht für Spektakel

Frauenberg
3:3
SG Flamersheim

Man muss dazu sagen, dass für die heimischen Zuschauer nur die 2. Halbzeit zur Überschrift passen dürfte. Aber der Reihe nach.

Der Start in die Partie verlief noch zufriedenstellend. Die ersten Chancen hatten Jojo Roth, der nach einem Pingpong Ball im 16er überraschen an den Ball kam und aus 7 Metern freistehend das Leder nicht im Tor unterbrachte und Alex Rückert, der den Ball nach einer guten Ecke zwar im Tor unterbrachte, dabei aber seinen Gegenspieler, nach Auffassung des Schiedsrichters, gefoult hatte. Nach den ersten 10-15 Minuten war dann ein Bruch im Spiel unserer Mannschaft zu erkennen. Man verteidigte schläfrig und leistete sich immer wieder haarsträubende Ballverluste im Aufbauspiel. In der 20. Minute nutzte Doppelfeld dann die erste Chance für Flamersheim. Er vernaschte mit einem einfachen Haken gleich 2 Abwehrspieler und schob überlegt ins lange Eck ein. In dieser Phase beschäftigten wir uns mehr mit den durchaus diskutablen Schiedsrichterentscheidungen, als mit unserer Defensivarbeit. So kam es dann auch folgerichtig, aber in der Entstehung durchaus glücklich, zum Doppelschlag vor der Halbzeit. Wieder ein unsauber geklärter Ball, dieser wird über links auf Doppelfeld gespielt, er nimmt den Ball mustergültig an und hämmert ihn in den langen Knick. Ein Tor welches wohl nur 1-2 mal in 100 Versuchen fällt. Zu allem Überfluss fingen wir uns dann in der 45. Minute noch das 3:0. Ramm mit einer Körpertäuschung, die Abwehr erneut viel zu zaghaft und der Ball schlägt wieder im Winkel ein, obwohl Ramm den Ball absolut nicht richtig getroffen hatte.

Nach einer etwas lauteren Halbzeitansprache war die Devise klar. Die Mannschaft wollte sich nicht kampflos geschlagen geben und so kam man sehr dominant aus der Pause zurück aufs Feld. Und das sollte auch recht schnell Früchte tragen. In der 51 Minute Marcel Kaiser mit einem feinen Solo, lupft den Ball an und der Verteidiger spielt den Ball deutlich mit der Hand. Klarer Fall, Elfmeter. Marcel tritt an und verwandelt unten rechts. Bereits in der 58 Minute fiel dann auch schon der Anschlusstreffer. Dieser ist allerdings etwas erklärungsbedürftig. Nach einem Freistoßpfiff führt Marcel schnell aus, trifft einen Gegenspieler und der Ball kullert durch den 16er zu Nico Heuser. Nico war in dem Moment überrascht, weil Mit- und Gegenspieler noch mit dem Unparteiischen diskutierten. Dieser zeigt allerdings klar an, dass der Ball frei sei. Nach mehreren lautstarken Ansagen von außen, nahm Nico den Ball mit, täuschte den Querpass auf den mitgelaufenen Meier an und schob dann überlegt in die kurze Ecke ein. Wir waren wieder im Spiel und erzeugten eine Menge Druck. Klare Torchancen waren allerdings Mangelware, sodass wir bis zu 92. Minute auf die Erlösung warten mussten. Flanke in den 16er, der Ball wird per Bogenlampe unsauber geklärt und fällt Toni Pacarada vor die Füße. Dieser zieht ab und trifft die Hand eines Verteidigers. Elfmeter. Eine harte aber durchaus vertretbare Entscheidung. Nico verwandelt zum umjubelten 3:3 Ausgleich.

So ging ein spektakuläres Spiel zu Ende. Aus Sicht des Schreibers ein für beide Seiten, über die 90 Minuten gesehen, gerechtes Unentschieden. Die Zuschauer haben einiges geboten bekommen. Für den „netten“, älteren Herrn aus Flamersheim, der in jeder Szene (egal ob 3:0 Führung oder 3:2 Anschlusstreffer) Trainer und Bank des SVF die Welt erklären wollte, war dieses Spektakel wohl etwas zu viel…

Aufrufe: 023.9.2022, 08:20 Uhr
Andreas StrnadAutor