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SV Fellbach: "4 bis 6 Punkte mehr wären auf jeden Fall drin gewesen"

FuPa-Teamcheck: Trainer Nicos Gountoulas vom SV Fellbach zwischen Zufriedenheit und Selbstkritik des Verbandsligisten

von red · 17.12.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Zafer Hosman

Trainer Nicos Gountoulas zieht im FuPa-Teamcheck eine ausführliche Hinrundenbilanz des SV Fellbach. Zwischen Entwicklung, Lernprozessen und klar benannten Baustellen beschreibt er den aktuellen Stand einer jungen Mannschaft in der Verbandsliga.

Ausgangslage nach der Hinrunde

Der SV Fellbach beendet die erste Saisonhälfte der Verbandsliga Württemberg mit 24 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Trainer Nicos Gountoulas ordnet diese Position differenziert ein. „4 bis 6 Punkte mehr wären auf jeden Fall drin gewesen“, sagt er offen. Gleichzeitig betont er: „Dennoch sind wir im Großen und Ganzen zufrieden, wenn wir alle Aspekte berücksichtigen.“ Als entscheidende Rahmenbedingungen nennt er ein „neues Team, neues Trainerteam und dazu das jüngste Team der Liga“.

Offensive Qualität und defensive Baustellen

Mit 34 erzielten Treffern zeigt Fellbach seine Offensivstärke, die 39 Gegentore offenbaren jedoch Defizite. „Im Angriff konnten wir oft unsere Klasse zeigen“, erklärt Nico Gountoulas, der zusammen mit seinem Bruder Kirakos Gountoulas das Fellbacher Team trainiert.

Probleme habe es vor allem zu Saisonbeginn gegeben: „In der Abwehr hatten wir Anfang der Saison Probleme bei Standardsituationen.“ Diese Schwäche sei jedoch erkannt worden. „Die haben wir dann besser in den Griff bekommen mit zwei Anpassungen.“ Trotzdem bleibt der Trainer selbstkritisch: „Wir haben aber Nachholbedarf in der Abwehrarbeit.“

Spiele mit Signalwirkung

Zwei Begegnungen hebt Nicos Gountoulas als besonders prägend hervor. „Das Spiel bei Calcio und das Spiel gegen Berg.“ Beim Auswärtsspiel in Leinfelden-Echterdingen habe die Mannschaft Charakter gezeigt. „Bei Calcio haben wir dem Druck standgehalten und nach einer schwierigen Phase eine klasse Mannschaftsleistung gezeigt und verdient gewonnen.“

Ganz anders das Heimspiel gegen den TSV Berg. „Gegen Berg haben wir zuhause 7 Tore kassiert.“ Doch auch daraus habe das Team Konsequenzen gezogen. „Wir haben unsere Lehren gezogen und in den nächsten zwei Spielen zu 0 gespielt.“

Geschlossenheit statt Einzelhervorhebung

Auf die Frage nach positiven Einzelentwicklungen bleibt der Trainer bewusst allgemein. „Einzelne Spieler möchte ich nicht erwähnen, sondern das gesamte Team.“ Besonders hebt er die Atmosphäre hervor. „Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team.“ Auch schwierige Phasen seien gemeinsam getragen worden. „Auch als wir die Phase hatten mit vier Niederlagen, hat jeder Spieler Einsatz gebracht und hatte Spaß bei der Sache.“ Die jüngste Entwicklung bestätigt ihn: „Aus den letzten acht Spielen haben wir nur zwei Niederlagen kassiert; die Tendenz zeigt nach oben.“

Ansatzpunkte für Verbesserungen

Mit Blick auf die zweite Saisonhälfte nach der Winterpause benennt Nicos Gountoulas klare Entwicklungsfelder. „Potenzial sehen wir in der Chancenverwertung.“ Ebenso müsse das Team defensiv stabiler werden. „Genau so müssen wir uns im Spiel gegen den Ball verbessern, um den Gegner von unserem Tor fernzuhalten.“ Gleichzeitig soll das eigene Spiel weiterentwickelt werden. „Wir wollen uns im Spiel mit Ball steigern, um den Gegner stärker zu kontrollieren.“

Start der Vorbereitung und Testspiele

Die Wintervorbereitung beginnt konkret terminiert. „Vorbereitungsstart auf dem Platz ist der 19.01.2026.“ Auch die Testspielgegner stehen bereits fest. Der SV Fellbach misst sich mit der TSG Backnang, dem 1. FC Normannia Gmünd, dem 1. CfR Pforzheim, dem VfB Eppingen, der SG Schorndorf, dem MTV Stuttgart sowie dem FC Astoria Walldorf.

Bewegung im Kader

In der Winterpause gibt es personelle Veränderungen. „Ja, wir haben uns mit zwei Offensivleuten verstärkt“, sagt der Trainer. Neu zum Team stoßen Adam Heilig vom FV Ravensburg sowie Kristijan Dulabic aus der österreichischen Regionalliga. Gleichzeitig muss der SV Fellbach Abgänge verkraften. Tobias Brücher verlässt den Verein „aus privaten Gründen“, Marko Knezevic und Rustemi Shehaj wechseln in die zweite Mannschaft. Oscar Moreno ist „bereits Ende September studiumsbedingt nach FC Basara Mainz“ gegangen.

Inhaltliche Schwerpunkte der Vorbereitung

Auch sportlich ist der Plan klar definiert. „Wir fokussieren uns in der Vorbereitung auf das Spiel mit Ball, um dominanter auftreten zu können.“ In der Defensive sollen andere Akzente gesetzt werden. „Defensiv wollen wir den Fokus auf Kompaktheit und Zweikampfverhalten schärfen.“

Ziele für die Rückrunde

Der Blick auf die Tabelle ist für Nicos Gountoulas und seinen Bruder eng mit dem Auftakt nach der Pause verknüpft. „Besonders wichtig wird der Start in die Rückrunde sein.“ Vier Spiele gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion stehen an. „Wenn wir da gut rein starten, können wir den Blick weiter nach oben richten.“ Voraussetzung dafür sei eine konsequente Arbeit. „Wir müssen die Vorbereitung intensiv nutzen, an unseren Schwächen arbeiten und unsere Stärken stärken.“

Keine Sonderbehandlung für Gegner

Eine gezielte Fokussierung auf bestimmte Gegner lehnt der Trainer ab. „Nein, jedes Spiel ist wichtig.“ Seine Einschätzung der Liga ist eindeutig: „Es gibt in dieser Liga keinen Gegner, den man unterschätzen darf.“ Für Nicos ountoulas gilt: „Jeder kann jeden schlagen an einem guten Tag.“