Mit sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger überwintert der SV Erlbach als Tabellenführer in der Landesliga.
Mit sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger überwintert der SV Erlbach als Tabellenführer in der Landesliga. – Foto: Roland Wagner (www.fupa.net/oberbayern)

SV Erlbach auf dem Weg in die Bayernliga - „Wir haben alles in der Hand“

Landesliga Südost hat eine klare Nummer eins

Der SV Erlbach hat eine beeindruckende Hinserie hinter sich. Auf eine schwächelnde Anfangsphase folgt eine starke Siegesserie, die ganz Erlbach träumen lässt.

Erlbach - Mit 54 Punkten steht der SV Erlbach sieben Punkte vor dem FC Unterföhring an der Spitze der Landesliga Südost und beeindruckt in jeglichen Statistiken. Bereits 55-mal netzte die Mannschaft von Trainer Hans Grabmeier und Lukas Lechner, der selber als Spielertrainer für den Erfolg auf dem Platz verantwortlich ist. Das ist der zweitbeste Wert der Liga, wobei der SV Erlbach zusätzlich die stärkste Defensive auf den Rasen schickt. Diese hat erst elf Gegentore kassiert und zeigte sich zudem für neun eigene Treffer verantwortlich. Hierbei ist vor allem der 19-jährige Maximilian Manghofer, der als Innenverteidiger fünf Tore erzielte, zu erwähnen .

Die ersten vier Spiele waren dabei aber alles andere als berauschend. Ein Sieg, zwei Unentschieden und eine deftige 0:4-Klatsche gegen die SpVgg Landshut war nicht die Ausbeute, die sich Trainer Grabmeier anfangs erhofft hatte. Jedoch schlug Erlbach gewaltig zurück, denn tatsächlich blieb es in der Hinrunde bei dieser einen Niederlage. Die Erlbacher waren nach dem verpatzten Start kaum wiederzuerkennen. 14 gewonnene Partien am Stück, darunter viermal 5:0- und einmal 5:1-Erfolge sprechen eine eindeutige Sprache.

Anfängliche Umstände ließen Erfolgsserie nicht erahnen - Teamspirit ist der entscheidende Faktor

Seit elf Spieltagen ist die Mannschaft ununterbrochen auf Platz eins und wird von dort auch nicht mehr zu verdrängen sein, wenn die Jungs da weitermachen, wo sie im letzten Jahr aufgehört haben. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würde Erlbach zum ersten Mal seit der Saison 2015/16 wieder in der Bayernliga auflaufen. Dennoch sollte der FC Unterföhring, mit seinem qualitativ hochwertigen Kader nicht unterschätzt werden. Die Elf von Zlatan Simikic hat den direkten Wiederaufstieg noch lange nicht abgeschrieben.

Die Frage nach dem Erfolgsrezept bleibt bestehen. Wie ist die Erfolgssträhne zu erklären? Ralf Peiss, der sportliche Leiter des SV Erlbach, erklärt gegenüber Fussball Vorort, dass die Vorbereitung im Grunde genommen wie jede andere verlief, nur mit dem Nachteil, dass viele gestandene Spieler den Verein verließen: „Ich denke unter anderem an Abgänge, wie Peter Schreiner und Johannes Penker, die uns vor der Saison leider verlassen haben.“ Die beiden Routiniers sorgten zuvor für die defensive Stabilität in der Abwehr beim SV Erlbach. Diese Lücke wurde jedoch durch den von 1860 München gekommenen Maximilian Manghofer geschlossen. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist die Truppe zu einer brutalen Einheit zusammengewachsen. Die überwiegend jungen Neuzugänge sind bestens integriert worden und bringen folglich auch starke Leistungen.“, so Peiss weiter.

Auch für Trainer Grabmeier kam der Durchmarsch etwas überraschend: „Aufgrund des personellen Umbruchs und der langen Pause, mit der zugegebenermaßen jeder Verein zu kämpfen hatte, war es nicht unbedingt abzusehen, dass wir in der Hinserie so gut abschneiden. Aber man sieht bei uns ganz gut, dass die Mannschaft über dem Einzelnen steht. Wir haben eine extrem homogene Truppe, die wirklich siegeswillig ist.“ Ob das frühe Aus im Toto-Pokal eventuell für eine vorteilhafte Entlastung in Bezug auf die Ligaspiele gesorgt hat, kann Grabmeier nicht zu einhundert Prozent bestätigen: „Ich kann nicht sagen, ob das ein entscheidender Faktor war. Ob wir auch auf Platz eins stehen würden, wenn wir jetzt zusätzlich noch die Pokalbelastung hätten, ist rein spekulativ. Ich sehe die positive Entwicklung des Teamspirits als viel bedeutender an.“

Kapitän Johannes Maier sieht keine echte Gefahr im Aufstiegsrennen

Kapitän Johannes Maier geht sogar einen Schritt weiter: „Das Mannschaftsgebilde beim SV Erlbach ist einfach einzigartig. Ich denke, man müsste lange suchen, um eine ähnlich zusammengewachsene Truppe zu finden, wie wir es sind. Jeder versteht sich mit jedem blendend. Ich stehe an den Spieltagen nicht nur mit elf Teamkollegen auf dem Platz, sondern gleichzeitig mit elf Freunden.“ Auf die Frage, welches Ausmaß an Sicherheit die sieben Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten ihm geben, erwidert der Kapitän selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass Unterföhring rankommt. Wir haben alles in der Hand. Der weitere Verlauf ist erstmal von uns abhängig. Wir müssen genauso weiterspielen wie bisher, dann bin ich davon überzeugt, dass wir auch am Ende ganz oben stehen werden.“

13 Spieltage sind noch offen. Zum Jahresauftakt geht es zum Tabellenletzten nach Töging, der die Winterpause für einige Sanierungsmaßnahmen im Mannschaftsgebilde genutzt hat. Ex-Trainer Reichenberger ist nun sportlicher Leiter und die ein oder andere Neuverpflichtung ist bereits gekommen bzw. soll noch kommen. Die Töginger sollten demnach nicht unterschätzt werden. Der mögliche Showdown um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg in die Bayernliga findet am letzten Spieltag statt. Am 21. Mai empfängt Verfolger Unterföhring den SV. Wenn die Erlbacher allerdings da weitermachen, wo sie im Dezember aufgehört haben, ist die Partie beim FCU nur der Anfang einer großen Feier. (Dominik Mittermaier)

Aufrufe: 014.1.2022, 14:51 Uhr
Dominik MittermaierAutor

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