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SV Erlbach reif für die Regionalliga? „Es gibt keinen Druck, aufsteigen zu müssen“

Bayernliga-Topteam mit erneutem Umbruch

von Alexander Nikel · 21.07.2025, 12:56 Uhr · 0 Leser
mb.presse / Butzhammer/FuPa Oberbayern
mb.presse / Butzhammer/FuPa Oberbayern – Foto: Der SV Erlbach schlug den SV K

Die letzten zwei Jahre fehlte beim SV Erlbach nicht viel zum Aufstieg. Und diese Saison? Der Sportliche Leiter bremst aus mehreren Gründen die Erwartungen.

Erlbach – Seit zwei Jahren gehört der SV Erlbach zu den besten Teams der Bayernliga Süd. In seiner zweiten Spielzeit in der fünfthöchsten Spielklasse Bayerns holte der Dorfklub direkt den Titel. Aus infrastrukturellen Gründen verzichtete der SVE jedoch auf den Aufstieg in die Regionalliga Bayern. In der letzten Saison wären diese, wie auch zukünftig, zu lösen gewesen. Der SVE scheiterte jedoch knapp in der Relegation gegen Hankofen-Hailing. Gelingt im vierten Anlauf nun der Sprung in die vierthöchste Liga?

Sportlicher Leiter Ralf Peiß: „Wir müssen nicht unbedingt hoch“

„Wir müssen nicht unbedingt hoch. Wir wissen ganz genau, wo wir herkommen. Dementsprechend bleiben wir bescheiden. Es gibt keinen Druck an die Mannschaft, aufsteigen zu müssen“, hält Ralf Peiß im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern die Erwartungen zurück.

Der sportliche Leiter fügt hinzu: „Sollten wir uns sportlich für den Aufstieg qualifizieren, werden wir es der Mannschaft nicht verwehren.“ Der Fokus liegt aber erst einmal darauf, schnellstmöglich mindestens 42 Punkte zu holen und damit die Klasse zu halten. Alles darüber hinaus sei „ein Bonus“, so Peiß. „Schaffen wir das, werden wir uns neue Ziele setzen.“

„Wir sind qualitativ breiter aufgestellt.“

Ralf Peiss

Der SV Erlbach musste in diesem Sommer erneut einen Umbruch bewältigen. Elf Neuzugänge präsentierte der Bayernligist. Fast ebenso viele Abgänge stehen diesen gegenüber. Mit dem neu formierten Kader zeigt sich der Sportchef „sehr, sehr zufrieden“. „Wir sind qualitativ breiter aufgestellt als in den letzten Jahren.“ Neben der Kadertiefe ginge es besonders darum, die Abgänge adäquat zu ersetzen, sowie in der Defensive und im Angriff nachzubessern, wie Peiß erklärt: „Wir hatten vor allem in der Offensive unsere Probleme. Das zeigen auch die Statistiken.“ Diese sollen unter anderem die Neuzugänge David Vogl (Schalding-Heining)und Tobias Duxner (Wacker Burghausen) lösen.

Ebenso zufrieden wie mit dem neuen Personal zeigt sich Peiß auch mit dessen Integration: „Wir haben da keine Schwierigkeiten, da wir es schon gewohnt sind, Umbrüche meistern zu müssen.“ Trotzdem verlief die Vorbereitung für den SVE insgesamt durchwachsen. Gegen die beiden Landesligisten SSV Eggenfelden und FC Dingolfing gab es zwei Niederlagen.

SV Erlbach besiegte zuletzt zwei Ligakonkurrenten

Den einzigen Testspielsieg vor dem Pflichtspielauftakt errang das Team von Trainer-Duo Lukas Lechner und Johann Grabmeier gegen die DJK Vornbach am Inn, ebenfalls aus der Landesliga. Dennoch zeigt sich Peiß nicht beunruhigt: „Die Leistungen waren gemischt und sind zuletzt besser geworden. Ginge es nach den Testspiel-Ergebnissen, hätten wir in den letzten Jahren immer um den Abstieg gespielt.“

Zum Pflichtspielstart bezwangen die Erlbacher den Ligakonkurrenten SV Kirchanschöring in der Qualifikation für den Totopokal im Elfmeterschießen. „Das Weiterkommen war sportlich, aber vor allem für die Moral wichtig“, freut sich Peiß. Im letzten Testspiel schlug der SVE den SV Schalding-Heining mit 3:1. Den Erfolg über einen weiteren kommenden Gegner in der Bayernliga Süd will der sportliche Leiter jedoch nicht überbewerten: „Auf beiden Seiten haben jeweils wichtige Spieler gefehlt. Zudem war es nur ein Vorbereitungsspiel, in dem viel getestet wurde. Dementsprechend war die Partie wenig aufschlussreich.“

FC Pipinsried und TSV Landsberg als zwei der Topfavoriten auf die Meisterschaft

Vor allem aufgrund des erneuten personellen Umbruchs sieht Peiß andere Teams in der Favoritenrolle im Kampf um die Regionalliga: „Der Aufstieg wird schwer. Es sind andere Vereine favorisierter als wir, auch wenn man sich deren Transfers anschaut.“ Neben dem FC Pipinsried und dem TSV Landsberg sieht der Sportliche Leiter den FC Deisenhofen, den SV Kirchanschöring und den TSV Kottern ganz oben mit dabei. Aufsteiger FC Sportfreunde Schwaig könnte das neue Überraschungsteam werden, so Peiß. Türkgücü München, der SV Heimstetten und der TSV 1860 München II seien mal wieder Wundertüten.

Um am Ende ganz oben zu landen, sind für Peiß viele Faktoren nötig. Dazu gehören unter anderem Glück und das Ausbleiben von schweren Verletzungen: „Die ersten Spiele werden sehr wichtig werden. Wir befinden uns noch in einer Findungsphase. Es wird sich zeigen, wie schnell wir diese abschließen können. Gewinnen wir die ersten Spiele, kann sich schnell ein Lauf entwickeln, ähnlich wie in unserer Meistersaison.“ Gleichzeitig warnt der Sportliche Leiter jedoch auch: „Verlieren wir mehrere Spiele in Folge, können wir schnell in einen Negativstrudel geraten“. In welche Richtung es für den SV Erlbach im vierten Bayernliga-Jahr geht, zeigt sich ab Montag, beim Auftakt gegen Türkgücü München. (Alexander Nikel)