Das macht was her: Die SVEW-Spieler Kevin Lucius, Kayne Robinson, Kevin J. Viezens, Jan Sennholz, Jannik Dorn, Georg Thiele, Sandro Fiorentino und Tim Paschke in der neuen Kabine.
Das macht was her: Die SVEW-Spieler Kevin Lucius, Kayne Robinson, Kevin J. Viezens, Jan Sennholz, Jannik Dorn, Georg Thiele, Sandro Fiorentino und Tim Paschke in der neuen Kabine. – Foto: Yvonne Gottschlich

SV Enger-Westerenger: Kabinen fast wie bei den Profis

Der Herforder A-Ligist hat seinen Umkleiden ein sehenswertes Upgrade verpasst. Dabei packen viele Spieler mit an. 
Was der Wechsel von Diego Demme von Leipzig nach Neapel und das UEFA-Sportgericht damit zu tun haben.

Die Umbauphase beim Herforder Kreisligisten SV Enger-Westerenger an der Ringstraße dauerte rund anderthalb Jahre. Doch der Aufwand hat sich gelohnt – wichtiger noch: er kann sich sehen lassen. Der SVEW hat seiner Kabine nämlich ein sehenswertes Upgrade verpasst. „Schon lange davor hatte ich mal ein Testspiel bei Preußen Espelkamp II vereinbart und habe dort unseren Vorstand in die Kabinen gelockt”, erinnert sich Trainer Philipp Albrecht. Das Feuer bei den SVEW-Verantwortlichen war damit entfacht. „Es kann ja wohl nicht so schwer sein, ein bisschen Holz in Form zu bringen, dachten wir uns damals alle“, kann Albrecht heute darüber lachen. Es wurde dann doch etwas aufwendiger.

„Vor 20 Jahren hat es hier echt übel gerochen”, erinnert sich Kevin Lucius, damals wie heute Spieler der ersten Mannschaft. Vor etwa zehn Jahren wurden die Kabinen ein erstes Mal gründlich renoviert. Jetzt erfolgte der nächste Schritt. „Wir haben wirklich alles neu gemacht, vom Boden bis zur Decke und den Wänden. Alle Duschen und Toiletten sind neu, alles ist neu gefliest”, beschreibt Geschäftsführer Thorsten Sennholz die umfangreiche Maßnahme.

Beim SV Enger-Westerenger nennen sie es “upgrade”. „Wir haben nur ganz wenig weggeschmissen, ein großer Teil der alten Kabine zählt jetzt zum Inventar der Gästekabine, wir haben fast alles noch einmal verwenden können“, verrät Sennholz und kann damit auch zum Thema Nachhaltigkeit Argumente liefern. In der Heimkabine ist hingegen alles neu. Vom großen Tisch in der Mitte bis zu den einzelnen Spieler-Schränken samt indirekter Beleuchtung.

Albrecht hatte sich mit seinem Spieler Alexander Gößling zusammengesetzt. „Alex war damals Azubi zum Holzmechaniker, wir haben uns gedacht, dass es mit den Schränken ja nicht so schwer sein kann”, berichtet Albrecht. Es wurde also gezeichnet, getüftelt und geplant. „Wir sind immer drangeblieben und haben weiter gemacht.“ Passend dazu kam der Wechsel von Diego Demme von Leipzig nach Neapel. Weil Demme in seiner Jugend das SVEW-Trikot trug, gab es noch einen kleinen vierstelligen Betrag für den Verein als Ausbildungspauschale. „Dafür mussten wir zwar bis vor das UEFA-Sportgericht, aber es hat sich gelohnt”, betont Jürgen Dreier, Vorsitzender des SVEW.

Stolz nach der Fertigstellung: Vorsitzender Jürgen Dreier und Geschäftsführer Thorsten Sennholz (r.).
Stolz nach der Fertigstellung: Vorsitzender Jürgen Dreier und Geschäftsführer Thorsten Sennholz (r.). – Foto: Yvonne Gottschlich

Auch wenn das Geld allein nicht reichte, um das ganze Material zu kaufen, legte der Verein noch etwas dazu. „Noch wichtiger war aber die Eigenleistung der Mannschaft, die immer mit angepackt hat”, betont Sennholz . Er selbst brachte sich auch immer wieder ein und packte mit an. „Wir hatten da immer neue Ideen und haben dann auch alles mit smarter Technik eingebaut, jetzt ist auch WLAN in den Kabinen verfügbar und das blaue LED-Licht sorgt für die richtige Stimmung”, so Sennholz.

Die Mannschaften sind total begeistert: „Das macht jetzt richtig was her, gibt uns allen noch mal den letzten Kick bevor wir raus gehen, das ist klasse”, unterstreicht Philipp Albrecht. Auch Jugendtrainer Kevin Lucius bestätigt: „Es ist richtig klasse geworden, auch die Kinder aus den Jugendteams kommen richtig gerne in die Kabinen, das war früher ganz anders. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind und hier etwas richtig Schönes entstanden ist, von dem wir alle etwas haben.“ Thorsten Sennholz beschreibt es ähnlich: „So schaffen wir Mehrwert für die Spieler.“ Potenzielle Neuzugänge miteingeschlossen. „Das kommt natürlich sehr gut an und hat schon den ein oder anderen überzeugt“, grinst der junge SVEW-Coach.

Nachdem sie alle viel Zeit und Mühe investiert haben, sind sie an der Ringstraße jetzt stolz: „Von der Idee bis zur Umsetzung hat es zwar gedauert, aber wir haben wirklich alles selbst entwickelt und umgesetzt, es ist einzigartig geworden”, betont Philip Albrecht.

Aufrufe: 026.10.2021, 10:00 Uhr
Yvonne GottschlichAutor

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