Eintracht-Keeper Denis Wieszolek klärt in höchster Not gegen die Binger Levi Mukamba (rechts), Shai Neal und Dennis Esmaeili	Foto: Edgar Daudistel
Eintracht-Keeper Denis Wieszolek klärt in höchster Not gegen die Binger Levi Mukamba (rechts), Shai Neal und Dennis Esmaeili Foto: Edgar Daudistel

Hassia: Standard entscheidet Geisterspiel gegen Trier

Hassia Bingen zeigt sich beim 1:2 im Geisterspiel gegen Eintracht Trier auf Augenhöhe

BINGEN. So schwer hatte sich Tabellenführer Eintracht Trier die Aufgabe kaum vorgestellt. Hassia Bingen leistete über die kompletten 95 Minuten erbitterten Widerstand. Vor allem im ersten Abschnitt waren die Binger spielerisch mehr als ebenbürtig. Am Ende setzten sich die Moselstädter 2:1 durch. In einer Partie, die wegen der Begleitumstände im Vorfeld für Aufsehen sorgte und in Erinnerung bleiben wird.

Aufgrund der Eingruppierung der Begegnung vonseiten der Polizei als Risikospiel fand die Begegnung unter weitestgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich einige Offizielle durften in den Stadionbereich. Die Binger Verantwortlichen um Präsident Oliver Wimmers und den Sportlichen Leiter Klaus Schuster hatten sich nach langem Abwägen zu dieser Entscheidung durchgerungen, die vor allem in sozialen Medien für Aufregung sorgte (wir berichteten ausführlich). Am Ende konnten sich Wimmers und Schuster auf die Schultern klopfen. „Wir hatten für heute drei Ziele“, so Wimmers: „Personenschäden vermeiden, Sachschäden vermeiden und ein ordentliches und faires Fußballspiel erleben.“ Sein Fazit: „Die Ereignisse haben uns Recht gegeben.“ Nicht auszudenken, wenn es im Stadion zu Krawallen zwischen sogenannten “Anhängern“ gekommen wäre.

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Die Hauptsache fand auf dem Platz statt. Und da ging die Eintracht nach 129 Sekunden in Führung. SV-Torhüter Denis Wieszolek leitete einen Gegenangriff ein. Dominik Kinscher spielte auf die linke Seite zu Sven König, und der fand auf seinem Weg von der Außenlinie zum Sechszehnereck wenig Gegenwehr, traf aus zentraler Position mit rechts genau in den linken, oberen Knick. Die Hassia kämpfte sich zurück, hatte noch den bangen Moment nach einem Lattenkracher zu überstehen, war aber mit ihrem ersten durchgespielten Angriff erfolgreich. Der im ersten Abschnitt überragende Munkyu Seo passte quer durch den Strafraum, an dessen Ende Shai Neal perfekt einlief und einnetze (8.). Während der Tabellenführer nun beeindruckt war, steigerten sich die Binger zu ihrer besten Saisonleistung. Wieder Zusammenspiel Seo/ Neal, diesmal war der Abschluss aus 20 Metern zu hoch (14.). Axel Neumann auf Patrick Haag, Wieszolek mühte sich, den 18 Meter-Kracher unter Kontrolle zu kriegen (15.). Konter über Seo, Patrick Haags Abschluss wird gerade noch geblockt (20.). Auf der anderen Seite scheiterte Jan Brandscheid (37.) erneut an der Latte.

Nach der Pause traf der Spitzenreiter erneut. Ein hart geschossener Freistoß von Dominik Kinscher aus 18 Metern schlug flach unmittelbar eben dem Pfosten im Torwarteck ein (49.). Was folgte, war ein Abnutzungskampf auf Augenhöhe, in dem die Binger Innenverteidigung um Marcel Radschuweit und Julian Hohns alles im Griff hatte. Die Ampelkarte gegen Radschuweit in der vierten Minute der Nachspielzeit am Trierer Strafraum war äußerst hart.

„Ein Standard hat das Spiel entschieden“, nannte Hassia-Trainer Thomas Eberhardt den einzigen Unterschied zwischen beiden Teams am Samstag. Seine Mannschaft hatte so funktioniert wie gewünscht, „aber es ist bitter, wenn du nach einem solchen Spiel mit leeren Händen da stehst.“ Umso mehr, wenn die blutigen Blessuren nach vom Schiedsrichterteam nicht geahndeten Fouls an Seo und Dennis Esmaieli in den Blick gerieten.

Hassia Bingen: Haas – Vassiliou, Radschuweit, Hohns, Amoako – Y. Haag (55. Mukamba), Neumann, P. Haag (75. Mehnatgir), Neal – Esmaieli (70. Merkel), Seo (84. Roumeliotis)



Zuschauer waren im Stadion am Hessenhaus nicht zugelassen- Rund 50 Trierer Fans waren dennoch per Bus angereist, unterstützten ihre Mannschaft lautstark von der Straße aus, als „Zaungäste“ und von der Polizei kontrolliert, streng vom Stadionbereich getrennt.

Auf dem Parkplatz an der Rundsporthalle hätten vor der Partie zwei Anhänger der TuS Koblenz die Auseinandersetzung mit den Eintrachtlern gesucht, so Bernd Gemünden, Leiter der Polizei-Inspektion Bingen. Dies sei zur Anzeige gebracht worden. Das Einsteigen der Trierer in den Bus direkt im Anschluss an das Spiel sei dagegen problemlos verlaufen. Dass es keine besonderen Vorfälle gab, lag augenscheinlich an der Weitsicht aller Verantwortlichen.

Keine besonderen Vorfälle

Aufrufe: 010.10.2021, 17:30 Uhr
Jochen WernerAutor

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