– Foto: Volkhard Patten

Wer darf rauf, wer muss runter? Das große Rechnen hat begonnen

Wie der Abstieg von Mannschaften aus der Fußball-Regionalliga Auswirkungen bis in die Niederungen der Kreisliga haben kann.

Die Blicke der regionalen Fußballer sind inzwischen nicht mehr nur auf die eigene Mannschaft gerichtet: Wer (abgesehen vom jeweiligen Meister) aufsteigt und wer in der kommenden Runde eine Etage tiefer ran muss – den Letzten trifft es nach Vorgaben des Fußballverbandes Rheinland (FVR) in jedem Fall – hängt aktuell schon vom Geschehen in der Regionalliga ab. Die alljährlichen Unsicherheiten und Abhängigkeiten könnten bald ein Ende haben: Geplant ist eine Spielklassenstruktur, dank der vor der Saison klare Regelungen getroffen werden sollen (FuPa berichtete).

Für die kommende Saison 2022/23 ändert sich aber noch nichts. FuPa hat die Szenarien auf Grundlage der momentanen Tabellenbilder einmal (ohne Gewähr!) durchgespielt.

Demzufolge sind die Blicke auf die Regionalliga Südwest gerichtet. Während der Gang zurück in die Oberliga der Südwestclubs FK Pirmasens und Schott Mainz so gut wie feststeht, hätte der Abstieg des aktuell mit drei Zählern über dem Strich notierten Rot-Weiß Koblenz zur Folge, dass sogar acht Mannschaften aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar absteigen müssen – es sei denn, der Oberliga-Zweite (derzeit Eintracht Trier) schafft in der Runde mit den Vizemeistern aus Baden-Württemberg und Hessen den Sprung in Liga vier. Dann wären es nur sieben Clubs, die in die Rheinlandliga müssten.

Der TSV Emmelshausen scheint in der Oberliga-Abstiegsrunde kaum noch zu retten. Mit der SG 2000 Mülheim-Kärlich und den Sportfreunden Eisbachtal bewegen sich zwei weitere FVR-Vertreter derzeit am rettenden Ufer. Trifft es am Ende sieben Teams, belegt der FSV Salmrohr momentan den ersten Abstiegsplatz. Aus der Rheinlandliga müssten dann zwei Mannschaften runter in die Bezirksliga (aktuell: Der letzte SV Mehring und der Vorletzte TuS Montabaur), sollte es nur Emmelshausen nicht schaffen. Geht Salmrohr mit, ist auch der Drittletzte SG Ellscheid dran.

Die Auf- und Abstiegsregelung des Fußballverbands Rheinland gibt es hier zum Download

Genauso wie in der Oberliga gibt es aber auch zwischen den höchsten Verbandsspielklassen eine Aufstiegsrunde. Sollte sich hier der Vizemeister gegen die Konkurrenz von der Saar und Rheinhessen beziehungsweise der Pfalz (Südwest) durchsetzen und Salmrohr den Ligaverbleib schaffen, würde Montabaur noch drinbleiben. In jedem Fall steigt aber (auch hier) der Letzte ab.

Weiter geht es in die Bezirksliga West, wo es nach den coronabedingt ausgesetzten Abstiegen nun das erklärte Ziel ist, die Staffelstärke von 18 zunächst auf 17 und dauerhaft wieder auf 16 Teams herunterzufahren. Deshalb gibt es hier per se drei Absteiger. Da Mehring in der Rheinlandliga bereits ziemlich abgeschlagen ist, muss man gar von vier Absteigern ausgehen. Kommt Ellscheid hinzu, sind es deren fünf.

Neben dem Bezirksligaletzten SG Sauertal Ralingen müssten sich also auch die SG Baustert, der SV Speicher und der TuS Schillingen vorerst aus dem überkreislichen Fußball verabschieden. Auf einem Wackelplatz rangiert die SG Badem als Fünftletzter, ist allerdings punktgleich mit dem Sechstletzten SG Wallendorf (ein Spiel mehr ausgetragen). Das wiederum hätte im Falle eines Falles ein Entscheidungsspiel gegen den Abstieg zur Folge. Wer es in dieser Partie dann schaffen würde, hätte für den Spielkreis Trier-Saarburg keine Auswirkungen. Relevant sind hier die Teams aus dem Sauertal und vom TuS Schillingen.

Bei keinem oder einem Absteiger aus der Bezirksliga gäbe es hier zwei Teams, die sich aus der A-Klasse verabschieden, derzeit also die SG Pölich-Schleich/Detzem und der FC Könen. Hinzu kommt aktuell der Drittletzte TuS Trier-Euren. Die B-Liga-Vize-Staffelsieger (Mosel/Hochwald: SG Niederkell Mandern und Trier/Saar: SV Trier-Irsch oder die punktgleiche SG Pellingen) würden einen freien Platz in der A-Klasse ausspielen.

Abgeschwächt ist die Abstiegssituation in den beiden Staffeln der Kreisliga B, weil hier zusammengerechnet momentan nur 26 statt der eigentlich vorgesehen 28 Mannschaften spielen. Deshalb steigt jeweils nur der Letzte ab. Stand jetzt würde es den SV Mehring II (allerdings mit einem Spiel im Rückstand gegenüber der um einen Zähler besser notierten SG Ruwertal II) treffen, aus der Trier/Saar-Staffel den SV Olewig oder die punktgleiche SG Kanzem – der Drittletzte SV Ayl hat einen Punkt mehr auf dem Konto.

Bei zwei Absteigern aus der A-Klasse gibt es gleich zwei freie Plätze in den beiden B-Liga-Staffeln, die wiederum unter den Zweiten (bei Verzicht oder Verhinderungsfall die Dritten – zum Beispiel, wenn die erste Mannschaft eine Liga höher spielt) der C-Liga-Staffeln Mosel/Hochwald, Saar und Trier/Eifel ausspielen. So etwa könnte in der Mosel/Hochwald-Staffel für den Zweiten Niederkell II der Dritte SG Gusenburg nachrücken, die SG Geisfeld II liegt auf Platz vier, hat zwei Punkte und ein Spiel weniger ausgetragen als Gusenburg. In der Saar-Staffel hat sich die SG Wincheringen hinter dem SV Freudenburg in Position gebracht, in der Trier/Eifel-Staffel läuft alles auf ein weiter spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Zweitvertretungen von Eintracht Trier und Igel-Liersberg heraus.

Da auch die C-Ligen momentan nicht ihre Sollstärke haben, werden nur die Tabellenletzten absteigen. Neun freie Plätze wird es wohl in den C-Ligen geben. Deshalb können auch die Tabellenzweite der drei Staffeln der Kreisliga D und bei deren Verzicht die Dritten aufsteigen. Geplant ist, die Anzahl der D-Ligisten von zu Saisonbeginn 35 auf 29 zu reduzieren und dann auf zwei Staffeln aufzuteilen. Das wird wohl nicht gelingen: In der D-Liga Saar etwa können weder der bereits als Meister feststehende SV Tawern III, noch die SG Saarburg III und auch nicht der SV Wasserliesch/Oberbillig III aufsteigen.

Nicht berücksichtigt sind in dieser Darstellung durch die Bildung von Spielgemeinschaften eventuell frei werdende Plätze.

Alles klar soweit? Bis Ende Mai dürfte wohl noch so manches Mal gerechnet und in den Abstiegsregularien des Verbands nachgeschaut werden…

Aufrufe: 029.4.2022, 11:07 Uhr
Andreas ArensAutor