Für Thomas Lässig (mittig) endet am Saisonende eine Ära in Eisenberg.
Für Thomas Lässig (mittig) endet am Saisonende eine Ära in Eisenberg. – Foto: © Beate Pauli

Abschiedstournee des "Schortental-Kanzlers"

16 Jahre "Amtszeit" gehen für Thomas Lässig im Sommer zu Ende. Denn so lange gehörte der ehemalige Bundesliga-Spieler dem SV Eintracht Eisenberg an - als Spieler, Co-Trainer & Chefcoach. 16 Jahre war auch Angela Merkel in ihrer Position als Kanzlerin aktiv.

Nun beginnt die Abschiedstour des gebürtigen Rostocker, den wir aufgrund der Parallele zur Ex-Kanzlerin mit dem schönen Spitznamen im Titel versehen haben. Dabei hat der 50-Jährige klare Ziele für die letzten fünf Partien - denn sein Ehrgeiz ist weiter ungebrochen. Mit dem 1. SC 1911 Heiligenstadt hat er am Wochenende noch eine Rechnung offen. Zudem schwingen Wehmut, Genuss, Freude aber auch Trauer mit...

Heiligenst.
4:0
SV Eisenberg
"Ich gehe sicher mit einem weinenden und lachendem Auge. Die Entscheidung ist da und richtig und ich bin mit mir im Reinen. Mein Ziel ist es kein Spiel mehr bis zum Saisonende zu verlieren und unter den Top5 abzuschließen. Natürlich ist da ein wenig Wehmut, aber auch Genuss ist dabei", blickt Thomas Lässig in seine Gefühlswelt auf der Abschiedstournee.

Corona - nur ein Grund...

Vielmehr als über die Emotionen beim Abschied, spricht er aber über sportliche Dinge. Die aktuelle Tabelle kann er mit Punktzahl und Torstand im Schlaf vorbeten, hat die letzten fünf Partien seiner Eisenberger Zeit mit Datum und Anstoßzeit exakt im Kopf. Er wirkt fokussiert, akribisch und konzentriert wie am ersten Tag. Und eben dies verlangt er auch von seinen Spieler. Dass sein vorgelebtes Verständnis vom Fußball in den letzten Corona-Jahren nicht immer deckungsgleich mit den Einstellungen der Akteure auf dem Feld war, macht Lässig auch deutlich. "Corona ist sicher ein Grund, aber nicht der ausschlaggebende. Einige Sachen sind in der Entwicklung vielleicht auch nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Einige Trainer in meinem Alter verlassen ja aktuell ihre Vereine. Irgendwann ist die Luft raus und vieles eingefahren. Große Dankbarkeit verspüre ich für Mike Weber (Anm. d. Red. Präsident des SV Eintracht Eisenberg). Er hat gesagt: Wir sind mit dem Trainer zufrieden und er alleine entscheidet Jahr für Jahr wo die Reise hingeht. Das war treffend und eine tolle Rückendeckung für mich", so Lässig zu den Gründen im Sommer in Eisenberg aufzuhören.

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Keine Angst um die Perspektive im Schortental

Doch bis dahin sind es noch eben jene fünf Partien, die in Heiligenstadt ihren Auftakt haben. "Ich will kein Aufbaugegner für Heiligenstadt sein. Aber auch wir wissen, dass jede Serie irgendwann bricht. Aber ihre Serie soll nicht gegen uns brechen. Es ist die längste Auswärtsfahrt der Saison. Minimum wollen wir einen Punkt. Die Mannschaft macht 2022 einen guten Job, hat nur ein Spiel bisher verloren. Dabei soll es bleiben", so das klare Ziel. Wenn Thomas Lässig dann im Sommer Auf Wiedersehen sagt, dann mit einem guten Gefühl. "Es gibt viele gute junge Leute in Eisenberg, die eine gute Perspektive darstellen. Ich freue mich deshalb das Zepter mit gutem Gewissen zu übergeben", so der jahrelange Eintracht-Coach. Ein paar Jahre um selber ins Eisenberger Trikot zu schlüpfen, braucht noch der kleine Luca Müller. Unter der Woche erblickte er das Licht der Welt und machte dabei Eisenbergs "Wild-West"-Capitano Danny Müller glücklich. Der Trainer konnte sich da eine kleine Spitze nicht verkneifen und sprach von "Luca Toni Müller" - in Anlehnung an einen italienischen und wohl bayrischen Torjäger, die beide mal für einen großen Fußballverein aus Süddeutschland spielten bzw. spielen.

Vorne klemmt die SC-Säge

Doch statt Süddeutschland heißt es nun am Samstag Eichsfeld. Der 1. SC 1911 Heiligenstadt steht langsam aber sicher mit dem Rücken zur Wand. Die Konkurrenz im Rücken punktet fleißig, während nach starker Hinserie die eigenen Erfolgserlebnisse im Jahr 2022 fehlen. "Meiner Meinung nach haben wir in den letzten Wochen - gerade in Jena und letzte Woche bei Geratal - keine schlechten Spiele gemacht. Aktuell verpassen wir es aber aus unseren Chancen Tore zu erzielen und damit einfach mal in Führung zu gehen. Dann bekommen wir unnötige Gegentore, weil wir es auch teilweise nicht bis zum Ende verteidigen. Dann müssen wir gegen Rückstände ankämpfen, was immer schwierig ist. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Mannschaft jeder Zeit in der Lage ist den Bock umzustoßen. Das genau das am Wochenende passieren muss, dürfte jedem klar sein", blickt Heiligenstadts Vize-Präsident & Team-Manager Christoph Rodenstock auf das Duell mit Eisenberg. An das Hinspiel dürften die Verantwortlichen mit dem 2:1-Sieg noch gute Erinnerungen haben. Diese gilt es nun zu wecken. "Mit Eisenberg erwarten wir einen spielstarken Gegner, der aus einer kompakten Defensive mit Tempo nach vorne spielt. In unseren Duellen war immer ein gutes Tempo von beiden Seiten im Spiel. Das erwarte ich morgen auch, gerade von unserer Mannschaft", sagt er abschließend.

Aufrufe: 013.5.2022, 19:00 Uhr
FuPa ThüringenAutor