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Rot-Weiß Wittlichs erfolgreiche Abkehr vom Hurra-Fußball

Die Bezirksliga im Wintercheck – Teil I: Spitzenreiter aus der Säubrennerstadt und Ehrang noch ungeschlagen – Positive Bilanzen auch in Schoden und Kröv.

SV Rot-Weiß Wittlich (1. Platz, 44 Punkte aus 16 Spielen, 63:13-Tore)

Der Ligaprimus hat aktuell den treffsichersten Sturm sowie die stabilste Abwehr der Liga. Trainer Frank Meeth zieht (natürlich) ein positives Fazit: „Wenn man von 16 Spielen 14 Mal gewonnen hat und noch unbesiegt ist, kann man wohl zufrieden sein. Doch richtig gut ist, dass wir im Unterschied zum vergangenen Jahr eine Mannschaft geworden sind. Die Basis aber bleibt für mich die Abwehr.“ Insgesamt spiele das Team einen reiferen Fußball – weg vom Hurra-Fußball zum durchdachten, kompakten Spiel mit einer gut funktionierenden Konterabsicherung.

Das Ziel ist der Aufstieg in die Rheinlandliga. Auf die weiteren Aufgaben will sich Rot-Weiß auch angemessen vorbereiten: Vom 5. bis 12. Februar weilt man zum Trainingslager im türkischen Antalya. Personell hat sich zuletzt wenig geändert: Lediglich Trainerfilius Tilmann Meeth ist zum Mosel-A-Ligisten SG Buchholz gewechselt, Neuzugänge sind aktuell keine geplant. Laut Coach Meeth werden Daniel Braun, Meliani Saim und Qendrim Bukoshi nach langwierigen Verletzungen bis zum Rückrundenstart am 26. Februar in Schweich im Kader zurückerwartet. Getestet wird zuvor unter anderem gegen die U19 von Eintracht Trier, die SG Vordereifel Müllenbach, Mosel­tal Maring und die SG Igel-Liersberg.

FSG Ehrang/Pfalzel (2. Platz, 39 Punkte/15 Partien, 52:17-Tore)

„Wir sind noch ungeschlagen, das stimmt mich grundsätzlich mehr als zufrieden. Doch wichtiger ist, dass wir auf Schlagdistanz zu Rot-Weiß Wittlich geblieben sind. Glücklich war das 2:2 gegen Wittlich, das wir erst in der Nachspielzeit erzielt haben“, bilanziert FSG-Trainer Kevin Schmitt den bisherigen Saisonverlauf. Steigerungspotenzial sieht er darin, dass „wir lernen müssen, in hektischen Phasen die Spielkontrolle zu halten, und Ballbesitzphasen noch routinierter runterspielen müssen“. Die vor der Saison formulierte Zielsetzung, oben mitzuspielen, habe das Team bereits erreicht. „Wir können befreit aufspielen, sollten aber den Ehrgeiz entwickeln, bis zum Schluss auf Augenhöhe mit Wittlich zu bleiben. Wir wollen uns ganz oben positionieren“, so Schmitt.

Simon Dondelinger ist im Rahmen seines Studiums ein halbes Jahr in Hongkong und somit nicht verfügbar. Acht bis zwölf Wochen wegen eines Schlüsselbeinbruchs fehlt noch Andreas Huwer. Optimistisch zeigt sich Schmitt über den Heilungs- und Rehaprozess seines mitspielenden Co-Trainers André Thielen, der am 30. Dezember in Heidelberg erfolgreich am Knie operiert wurde. „André wird Anfang März wohl wieder spielen können.“ Nach muskulären Problemen kommen Jonas von dem Broch, Lukas Herkenroth und auch Luca Heintel zurück. Trainingsauftakt ist der 14. Januar. Getestet wird gegen Steinsel (2. Liga Luxemburg), Perl-Besch, Osburg, Eintracht Triers U19 sowie gegen den FC Bitburg. Der Ligaauftakt erfolgt am 19. Februar bei der SG Mont Royal Kröv.

SG Saartal Schoden (3. Platz, 33 Punkte aus 15 Spielen, 47:28-Tore)

Gut war aus Sicht von Saartal-Trainer Heiko Niederweis bislang vor allem, dass „wir oft Rückstände drehen konnten, eine tolle Moral zeigten und wir die Langzeitausfälle von Christoph Anton und Lucas Jakob gut kompensiert haben“. Verbesserungsbedarf sieht der Coach im kollektiven Defensivverhalten: „Wir haben zu viele Gegentore bekommen.“ Doch der vor der Saison vorsichtig als Ziel formulierte einstellige Tabellenplatz wurde inzwischen korrigiert. „Wenn alle fit sind und ihre Leistung abrufen, bin ich überzeugt davon, dass wir unter den besten Fünf landen.“

Neben Thomas Beck, der im Spätherbst aus dem luxemburgischen Mertert/Wasserbillig dazukam, ist auch Timo Reiland neu. Der flexibel einsetzbare Mittelfeld- und Defensivspieler wechselte von der U19 von Eintracht Trier. Max Jakobs wird aufgrund seiner Ausbildung bei der Bundeswehr vorerst nicht mehr verfügbar sein. Bei Tim Helmstetter steht in Kürze eine Schulter-Operation an. Regisseur Anton wird Ende Februar im Mannschaftstraining zurückerwartet. Leo Gombert, Alec Webel, Lucas Jakob und auch Tobias Baier sollen sukzessive wieder zurück.

Trainingsauftakt der Vereinigten aus Schoden, Ockfen, Irsch und Trassem ist der 21. Januar. Testspiele stehen unter anderem gegen die U19 der Trierer Eintracht, Perl-Besch, den FC Brotdorf und gegen Wormeldingen (3. Liga Luxemburg) an. Das erste Pflichtspiel im neuen Jahr ist für den 2. März zu Hause gegen Schweich geplant.

SG Mont Royal Kröv (4. Platz, 33 Punkte, 16 Spiele, 39:27-Tore)

Nach schwachem Saisonstart mit vier Niederlagen in den ersten fünf Spielen gelang dem Team von Trainer Karl-Heinz Gräfen ab Mitte Oktober eine beeindruckende Serie von sieben Siegen in Folge. „Die Mannschaft hat sich gefunden, agiert jetzt taktisch diszipliniert und ist im Kollektiv stärker geworden. Hervorzuheben sind der innere Zusammenhalt und die Mentalität“, lobt der erfahrene Übungsleiter. Laut Gräfen muss aber die „Konzentrationsfähigkeit in den ersten 20 Minuten eines Spiels noch besser werden“. Ziel ist das Erreichen der 50 Punkte-Marke. „Das wäre ganz hervorragend“, so Gräfen, dessen weiteres Engagement inklusive dem von Co-Trainer Thomas Kappel über den Sommer hinaus bereits feststeht.

Für Kapitän Alexander Klein ist die Saison nach einem Kreuzbandriss beendet. Nach auskurierten Muskelverletzungen und berufsbedingten Abwesenheiten stehen Maximilian Filzen, Dimitri Kunz, Niklas Stephan, Niklas Servatius und Stefan Truong wieder bereit. Trainingsauftakt war am gestrigen Mittwoch. Testspiele wurden gegen Rheinlandligist Ellscheid, Vordereifel Müllenbach, Cochem und Hausbay-Pfalzfeld (alle Bezirksliga Mitte) vereinbart.

Aufrufe: 013.1.2022, 00:00 Uhr
Lutz SchinköthAutor

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