– Foto: Helmut Weiderer

Rasante Fahrten im "Kress-TT", "Bulldogge" Galle und Muckis "Impfung"

Meine Top-11: Mario Eller nominiert sein persönliches Dreamteam +++ "Im Trainingslager roch es in unserem Zimmer nach Wirtshaus"

Im Laufe einer langen Fußballerkarriere trifft man den einen oder anderen besonderen Menschen, mit dem man gemeinsam auf dem Platz um Punkte kämpft. Wir lassen in der FuPa-Serie "Meine Top-Elf" Spieler zu Wort kommen, die elf Akteure vorstellen, die bei ihnen nachhaltig Eindruck hinterlassen haben - egal ob sportlich oder gesellschaftlich. Heute: Mario Eller (28) von der SG Edenstetten.



Tor:
Andreas Rixinger (SV Buchhofen): "Ein langer Lappen, der jeden Ball aus dem Winkel fischte, mit der Hand wohlgemerkt. Bei Auswärtsfahrten im Bus ein zuverlässlicher Geldlieferant beim Kartln, immer wieder gern gesehen. Beschwert sich mindestens einmal pro Spiel, dass der Ball keine Luft hätte, meistens nach einem Abstoß von ihm ins Seitenaus. Insgesamt einfach nur eine super Haut."


Abwehr:
Mario Eller (SG Edenstetten): "In meine Elf habe ich nicht unbedingt die fußballerisch besten Spieler meiner Karriere aufgestellt. Einige Spieler aus Burghausen sind mittlerweile im Profibereich unterwegs und waren damals und sind jetzt sicherlich besser. Meine Top-Elf sind die Spieler, mit denen ich in dieser Konstellation liebend gerne nochmal ein Spiel bestreiten würde. Und ich glaube auch von den anderen zehn hätte da keiner was dagegen. (schmunzelt)

Roland Moosmüller (TSV Seebach): "Mosi ist einer meiner längsten Wegbegleiter, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. "Elle ab" hat es pro spiel mehrfach über den Platz gehallt. Mittlerweile müssen wir auf dem Platz nicht mehr reden, weil wir uns blind verstehen. In der E- und D-Jugend in Deggendorf agierte er auf der Zehn und ich im Sturmzentrum - heute kaum vorstellbar, damals hat es aber bestens funktioniert. Und auch am Wochenende haben wir zwei kein Volksfest in der Region ausgelassen. Auch privat eine wichtige Bezugsperson für mich, die ich nicht missen möchte."

Dominik Hauner (TSV Seebach): "Mein heutiger Schwager kam damals als Jugendspieler zu uns in die Erste nach Deggendorf und war alkoholfrei unterwegs. Bereits nach wenigen Wochen wurde "Mucki" aber geimpft und war in kürzester Zeit einer der Antreiber unserer ausgiebigen Feierlichkeiten. Damals schlugen wird samstags regelmäßig über die Stränge, an diese Zeit erinnern wir uns alle gerne zurück. Später war ich eine der treibenden Kräfte, ihn nach Seebach zu lotsen, was für alle Beteiligten eine Bereicherung war. Sein Antritt kombiniert mit seinem Körper sind einzigartig. Ich bin froh, ihn in der Familie zu haben und dadurch auch außerhalb des Fußballs viele Erlebnisse mit ihm teilen zu können."


– Foto: Harry Rindler



Mittelfeld:
Manuel Eller (Karriereende): "Mein Ziel im Hinterkopf war es immer mal mit meinem großen Bruder zusammen in einer Mannschaft zu spielen. In Deggendorf bestritten wir dann etliche Partien zusammen, ehe er aus beruflichen Gründen mit seiner Physiotherapie-Praxis in Straubing und jetzt zusätzlich in Deggendorf kürzer treten musste. Sein Pass liegt seitdem bei der SG Edenstetten, zu der es mich jetzt als Spielertrainer gezogen hat. Ich hoffe, er trainiert mal mit und wir sitzen dann noch mit dem Team im Clubheim zusammen."


Waldemar Wagner (TSV Seebach): "Waldi ist ein Traum für jeden Trainer und Mitspieler. War und ist für mich auf und neben dem Platz immer ein Vorbild, als Jugendspieler habe ich mir viel von meinem Kapitän abschauen können. Ein sehr ruhiger und angenehmer Zeitgenosse, der trotz seines fortgeschrittenen Fußballeralters weniger Wehwehchen hat als ich. Einer der konstantesten Spieler überhaupt, bei ihm weiß jeder Trainer, was er bekommt."

Waldemar Wagner (Mitte) und Christoph Beck (rechts) bilden das Herzstück der Top-Elf von Mario Eller.
Waldemar Wagner (Mitte) und Christoph Beck (rechts) bilden das Herzstück der Top-Elf von Mario Eller. – Foto: Harry Rindler



Christoph Beck (TSV Seebach): "'Becko', 'Becki', 'Zelle', 'Exson' oder 'Camino' - er hat in unserer langen gemeinsamen Laufbahn einige Spitznamen von uns bekommen. Einer meiner besten Freunde, wir kennen uns schon ewig und haben sehr sehr viel zusammen erlebt. Im Trainingslager roch es in unserem Zimmer nach Wirtshaus, auf Malle kam ich um 7:30 Uhr als erster unseres Zimmers heim. Früher waren wir jedes Wochenende zusammen im Elypso. Auch während schwierigen Zeiten stand er immer an meiner Seite, was ich sehr zu schätzen weiß. Fußballerisch gibt es bei ihm keine zwei Meinungen."



Thomas Hötzl (FC Tittling): "'Ollum', 'Türk', 'Heitzal', 'Woita', 'Oita' - auch 'Ollum' bekam einige Spitznamen. Außer ihm habe ich keinen einzigen Spieler kennengelernt, der in der Halbzeit eine Packung Gummibärli und einen Spezi ohne Probleme verputzte. Der aus München bei Prag stammende Mitspieler war für mich immer ein Rätsel. Ich fragte mich, wie so eine Laufleistung aus seinem Körper kommen konnte, er ist immer unterwegs. Zudem ist er extrem wendig und spielfreudig, was ihn zu einem der besten Hallenspieler macht. Bei FIFA hat er aber meistens den Kürzeren gezogen."

In der Saison 2014/15 kickte Eller für die SpVgg Hankofen in der Bayernliga.
In der Saison 2014/15 kickte Eller für die SpVgg Hankofen in der Bayernliga. – Foto: Paul Hofer



Sturm:
Markus Gallmaier (SV Schalding-Heining): "Die kleine aggressive Bulldogge begleitet mich seit unserem Start in der F2 in Natternberg. Nach meinem frühen Wechsel waren wir jahrelang Rivalen, später bei den Senioren wieder vereint. In der Jugend war er ein echter Schwalbenkönig. Beim Feiern haben wir uns gerne mal gegenseitig aufgeheizt, am Weiher oft stundenlang gekartlt. Der Mann mit dem besten ersten Kontakt, den ich kenne. Ein sehr, sehr unangenehmer Gegenspieler."


Thomas Kress (SG Edenstetten): "Mit 'Chapeau' habe ich bereits in Burghausen in der A-Jugend spielen dürfen, später in Deggendorf und jetzt in Edenstetten. Die Fahrten damals in seinem TT waren aufregend. Zum Fußballplatz in Dingolfing brauchten wir von der Trat 17 Minuten. Kreislaufprobleme an heißen Sommertagen sind bei ihm Standard, mit Glück reicht es dann für 45 Minuten. In meiner Studienzeit in München haben wir häufig privat was gemacht. Ein feiner Linksfuß mit einem super Humor, ich hoffe wir bestreiten noch einige Partien zusammen."


Maximilian Thiel (1. FC Heidenheim): "Maxi ist ebenfalls einer meiner besten Freunde und der Spieler mit dem besten Abschluss, den ich kennengelernt habe. Wir haben zusammen in Burghausen gekickt und waren drei Jahre lang Banknachbarn in der Schule. Auch heute haben wir noch fast täglich Kontakt. Wenn Maxi den Ball auf seinen linken Fuß bekommen hat, war er immer drin. Hat es zurecht in den Profibereich geschafft und ohne seine zahlreichen Verletzungen wäre es sicher noch höher gegangen. Ich hätte richtig Bock, mal wieder mit ihm in einer Mannschaft zu kicken."

Bei der SpVgg GW Deggendorf sammelte Mario Eller seine ersten Erfahrungen im Seniorenbereich.
Bei der SpVgg GW Deggendorf sammelte Mario Eller seine ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. – Foto: Norbert Herrmann


Trainer:
"Trainer möchte ich für diese Mannschaft keinen benennen. Ich hatte sowohl in der Jugend als auch bei den Senioren viele gute regionale Trainer, von denen ich viel lernen konnte. Es würde sich nicht richtig anfühlen, daraus einen hervorzuheben, da wirklich alle auf ihre Art und Weise gut waren. Überregional möchte ich den aus Stammham stammenden Franz Berger hervorheben. Wer "James" kennt, weiß seine Art und seine Arbeit zu schätzen."


Zur Person:
Mario Eller machte seine ersten fußballerischen Schritte beim TSV Natternberg, wechselte aber noch als F-Jugendlicher zum damaligen SV Grün-Weiß Deggendorf, der später bekanntlich zur SpVgg GW wurde. 2008 wagte der Defensivspezialist dann den Sprung zum SV Wacker Burghausen, wo er sowohl in der B- als auch der A-Jugend in der Bayernliga kickte und auch zu den Leistungsträgern zählte.

Nach seiner Juniorenzeit kehrte Eller in die Heimat und zu seinem Ausbildungsverein SpVgg GW Deggendorf zurück, mit der er gleich in seiner ersten Saison die Qualifikation für die zweigleisige Bayernliga schaffte. Nach dem Abstieg blieb er noch eine weitere Spielzeit an der Trat, ehe er 2014 zur SpVgg Hankofen weiterzog. Nach nur einem Jahr verließ er die "Dorfbuam" jedoch schon wieder und schloss sich dem TSV Seebach an, mit dem er 2016 und 2019 jeweils die Meisterschaft in der Bezirksliga Ost feierte. Seit dem vergangenen Sommer fungiert Mario Eller als Spielertrainer beim Kreisklassisten SG Edenstetten.


Seit vergangenem Sommer fungiert Mario Eller als Spielertrainer bei der SG Edenstetten.
Seit vergangenem Sommer fungiert Mario Eller als Spielertrainer bei der SG Edenstetten. – Foto: Dirk Meier
Aufrufe: 07.2.2021, 11:00 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor