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Jannes Wulff wagt Schritt in die Ferne

21-Jähriger wechselt in die Regionalliga Südwest

DROCHTERSEN. Der Abgang überraschte. Wie berichtet wechselt Jannes Wulff vom Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel in die Regionalliga Südwest zum ambitionierten TSV Steinbach Haiger. Ein Wagnis. Vor allem aber sieht der 21-Jährige es als Chance.

Zum Ende des Monats sind Wohnung und Beruf gekündigt. Jannes Wulff arbeitete als Speditionskaufmann. Am 5. Juli beginnt beim TSV Steinbach Haiger die Saisonvorbereitung. Bis dahin möchte sich der 21-Jährige so gut es geht eingelebt haben in der dörflichen Umgebung, die nächste Stadt ist Siegen. Vom Landkreis Stade nach Nordrhein-Westfalen, aus der Regionalliga Nord in die Regionalliga Südwest, um zumindest ein Jahr vom Fußballspielen leben zu können. Beim TSV Steinbach Haiger hat Wulff vorerst einen Ein-Jahres-Vertrag unterzeichnet. "Ich wollte diese Chance nutzen", sagt der 21-Jährige. Seine Freunde und Mitspieler haben ihm Mut gemacht, sie sagten dasselbe, er solle so eine Chance nutzen.

Ja, der Schritt sei schon ein kleines Wagnis, sagt Wulff. Aber vor allem findet er es spannend, er werde neue Erfahrungen sammeln. "Und es ist nicht so, dass ich Angst habe, etwas zu verlieren", sagt er. Sollte es in der Ferne nichts werden, würde er in der Heimat wieder gut aufgehoben sein. Wulff geht auch mit der gewissen Aufregung. Der neue Verein ist weit weg, er verlässt erstmals sein bekanntes Umfeld. "Neue Leute, neues Umfeld", sagt Wulff.

Der Kontakt mit dem TSV Steinbach Haiger ist über seinen Berater zustande gekommen. Das Umfeld des Vereins haben ihn bei seinen Besuchen überzeugt, sagt Wulff. Er habe noch ein, zwei andere Möglichkeiten gehabt. "Aber da wären erst Ende Juni die Entscheidungen gefallen und darauf wollte ich nicht warten", sagt Wulff und betont, dass es eh auf den TSV Steinbach Haiger hinaus gelaufen wäre. Neben dem Umfeld und den Vereinsambitionen habe ihm vor allem gefallen, wie der Trainer spielen lässt, so Wulff.

"Jannes Wulff hat sich in den letzten Jahren außerordentlich gut entwickelt. Er bringt eine hohe Spielintelligenz und eine Top-Mentalität mit, um auf dem Haarwasen den nächsten Schritt in seiner Laufbahn zu machen", wird TSV-Geschäftsführer Matthias Georg zitiert.

Jannes Wulffs Entwicklung war in den vergangenen Jahren tatsächlich rasant. Ausgebildet beim JFV A/O/Heeslingen spielte er in der Saison 2017/18 schon als A-Junior in der Landesliga für die SV Ahlerstedt/Ottendorf und traf als offensiver Mittelfeldspieler in 18 Spielen acht Mal. Nach nur zwei Landesligasaisons klopfte Regionalligist D/A an und Wulff ergriff seine Chance. Auch hier schaffte er gleich in seiner ersten Saison den Sprung in die Stammmannschaft. Als offensiver Mittelfeldspieler ist er vor allem sehr mannschaftsdienlich, beackert den Gegner schon an vorderster Front. Seine Torgefahr hat er in zwei Corona-belasteten Regionalligasaisons zudem verbessern können.

"Jannes ist ein Spieler mit enormer Qualität", sagt D/A-Trainer Lars Jagemann, in seiner Entwicklung sei der 21-Jährige "noch lange nicht am Ende der Fahnenstange". Jagemann sagt, dass er Wulff natürlich nur ungern ziehen lässt. Einen gleichwertigen Ersatz zu finden, werde ganz schwer für D/A, so Jagemann. Sollte es für Wulff in der Ferne nicht wie erhofft klappen, stünden die Tore in Drochtersen weiter offen.

Jannes Wulff will sich natürlich auch bei seinem zukünftigen Verein durchsetzen, sich in die Mannschaft spielen. Wie groß die Konkurrenz ist, kann er noch nicht einschätzen. Die Südwest-Staffel werde aber sicherlich stärker sein als die Regionalliga Nord, sagt Wulff. Wenn viele Mannschaften wie Profimannschaften aufgestellt sind, steige natürlich das Niveau. Genau diese Erfahrung möchte Jannes Wulff machen und diese Chance nutzen. "Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und ich kann mich komplett auf Fußball konzentrieren", sagt er. Sollte er nach einem Jahr wieder in den Landkreis Stade zurückkehren, er kommt als noch besserer Fußballer und reicher um Erfahrungen. Wagnisse lohnen sich meist.

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Aufrufe: 11.6.2021, 04:50 Uhr
Tageblatt / Von Jan BröhanAutor

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