Franz Koller wechselt vom SV Donaustauf zur DJK Gebenbach.
Franz Koller wechselt vom SV Donaustauf zur DJK Gebenbach. – Foto: Sven Leifer

Franz Koller verlässt Donaustauf und greift in Gebenbach an

Der 44-jährige Ränkamer ist nur mehr bis zum Sommer Coach des Süd-Bayernligisten und wechselt dann in die Nord-Oberpfalz.

Das runde Leder rollt zwar mittlerweile schon seit vier Monaten nicht mehr, dennoch herrscht vielerorts hinter den Kulissen Hochbetrieb. Turbulente Wochen hat auch Franz Koller hinter sich. Der in Ränkam im Landkreis Cham lebende Übungsleiter wird nur mehr bis zum Saisonende den SV Donaustauf coachen und dann zur DJK Gebenbach wechseln. Die Nord-Oberpfälzer können damit einen kompetenten Nachfolger für Erfolgstrainer Faruk Maloku präsentieren, der den Verein nach fünfeinhalb Jahren im Sommer verlassen wird.
Franz Koller kam im August 2019 zum Bayernliga-Aufsteiger. Unter der Regie des A-Lizenzinhabers gab es Licht und Schatten. Die Mannschaft zeigte einige gute Spiele - kam aber nach dem Re-Start im Sommer 2020 nicht recht in die Spur und hängt als Tabellendreizehnter im unteren Tabellendrittel fest. "Über die Arbeit von Franz gibt es nichts Schlechtes zu sagen, das hat gepasst. Beide Seiten haben sich aber darauf verständigt, dass im Sommer Schluss sein wird. Vorher haben wir mit dem direkten Klassenerhalt aber noch ein wichtig gemeinsames Ziel, das wir unbedingt schaffen müssen", sagt Donaustaufs Teammanager Michael Fischer. Franz Koller macht kein Geheimnis daraus, dass das Engagement am Fuße der Walhalla nicht immer ein Zuckerschlecken war: "Donaustauf ist zweifellos ein spannendes Projekt. Der Verein steht aber oft in den Schlagzeilen und Ruhe kehrt eigentlich nie ein. Für einen Trainer ist das über Dauer nicht angenehm. Deshalb hatte ich keinerlei Ambitionen, über das Saisonende hinaus Trainer beim SVD zu bleiben, auch wenn ich mit den Entscheidungsträgern, allen voran mit Matthias Klemens, sehr gut klarkomme."

Vom SV Donaustauf möchte sich Koller mit dem Klassenerhalt verabschieden.
Vom SV Donaustauf möchte sich Koller mit dem Klassenerhalt verabschieden. – Foto: Florian Würthele


Bei der DJK Gebenbach ticken die Uhren etwas anders. Der Bayernliga-Vizemeister von 2019 ist für ein besonnenes Umfeld bekannt, in dem Kontinuität groß geschrieben wird. "Gebenbach ist ein sehr seriöser und familiärer Verein, bei dem seit Jahren hervorragende Arbeit geleistet wird. Die DJK hat sich zu einer Top-Adresse im ostbayerischen Fußball entwickelt und die Gespräche mit den Verantwortlichen verliefen allesamt äußerst harmonisch und vertrauensvoll", berichtet Koller, der deshalb auch einen sehr hohen Aufwand - von Ränkam nach Gebenbach sind es mehr als 90 Kilometer - auf sich nimmt. "Wenn man in unserer Region als Trainer höherklassig arbeiten möchte, muss man bereit sein, gewisse Opfer zu bringen. Das tue ich in diesem Fall sehr gerne, weil ich zu einem top geführten Klub komme und auch in der Gebenbacher Mannschaft jede Menge Potenzial steckt."

Wittich: »Die Chemie passte sofort und wir sind guter Dinge, dass das eine runde Sache werden wird.«


Gebenbachs Klubchef Franz Wittich ist überzeugt, eine passende Trainer-Lösung zu gefunden haben: "Die Vita von Franz Koller spricht für sich. Er hat bereits bei renommierten Vereinen wie Vilzing, Weiden und aktuell Donaustauf gearbeitet und sich dabei einen guten Namen gemacht. Überzeugt hat er uns schon beim ersten Gespräch. Die Chemie passte sofort und wir sind guter Dinge, dass das eine runde Sache werden wird." Der erfahrene DJK-Funktionär und Hauptsponsor hat sich auch die Meinung von Noch-Coach Maloku eingeholt: "Die Expertise von Faruk war uns schon auch wichtig. Er hat Franz in den höchsten Tönen gelobt und unsere Eindrücke bestätigt." Geht es nach dem 63-Jährigen soll Koller die Gebenbacher Erfolgsgeschichte natürlich weiterschreiben und den kleinen Dorfverein aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach in der Bayernliga Nord etablieren: "Wir sind jetzt seit 2017 in dieser attraktiven und anspruchsvollen Liga. Unser kurz- und mittelfristiges Ziel ist es, weiterhin ein fester Bestandteil der Bayernliga Nord zu sein und uns nach Möglichkeit immer irgendwo im vorderen Tabellenmittelfeld einzupendeln. Wenn es tabellarisch mal wieder etwas weiter nach oben gehen sollte, hat auch niemand etwas dagegen. Primär ist uns Jahr für Jahr wichtig, nicht in den Abstiegskampf zu geraten."

Der SV Donaustauf wird schon am kommenden Wochenende bekanntgeben, wer in der kommenden Spielzeit die Nachfolge von Franz Koller antreten wird. "Wir werden unsere Mannschaft am Samstag darüber informieren", lässt Michael Fischer wissen, der andeutete, dass es beim SVD in den kommenden Wochen einige interessante Neuigkeiten geben wird: "Bei uns werden sich ein paar ganz spannende Sachen tun."


6500 Aufrufe24.2.2021, 23:01 Uhr
Thomas SeidlAutor

Verlinkte Inhalte