Die Bender-Zwillinge und Korbinian Vollmann kehrten 2021 zu ihren Heimatklubs zurück - 1860-Kapitän Sascha Mölders verließ die Löwen.
Die Bender-Zwillinge und Korbinian Vollmann kehrten 2021 zu ihren Heimatklubs zurück - 1860-Kapitän Sascha Mölders verließ die Löwen. – Foto: MIS/Voelker/Sven Simon/Imago

Eure Highlights 2021: Comeback-Halbjahr, etliche Ex-Profis wieder Amateure und die Mölders-Bombe

Jahresrückblick - Teil 2

Teil zwei unseres Jahresrückblicks: Der Amateurfußball kommt zurück aus der Corona-Pause und zahlreiche Ex-Profis zu ihren Heimatklubs.

München - Im Juli 2021 hatte das Warten ein Ende: Die Amateure starteten in die neue Saison. Über das Highlight des Jahres müssen wir wahrscheinlich kaum diskutieren. Aber welche Geschichten haben die FuPa-Community am meisten mitgenommen? In Teil zwei unseres Jahresrückblicks präsentieren wir eure meistgelesenen Texte von Juli bis Dezember. Und fassen die zweite Jahreshälfte für euch zusammen. Den Blick auf Januar bis Juni findet ihr in Teil eins.

Juli: Amateure starten aus der Corona-Pause - Ex-FCB-Stürmer wechselt in die Bezirksliga

Re-Start! Ende Juli 2021 war es soweit, die Amateure durften wieder auf den Platz. Nach Monaten in Corona-Lockdown, dann distanz- und kontaktfreiem Training, konnte es wieder losgehen. Nur im Kreis München mussten die Teams noch einen Monat warten. Die Saison 2021/22 startete in Bayern. Und das in Siebenmeilenstiefeln. Der Bayerische Fußballverband wollte bis zum Winter so viele Spiele abhalten, wie möglich. Das Ergebnis: Saisonstart vor der Urlaubszeit und englische Wochen. Viele Klubs klagten früh über das Pensum und zahlreiche Verletzte. Aber grundsätzlich waren sich wohl alle einig: Endlich wieder kicken! Der Toto-Pokal startete sogar schon am 1. Juli.

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Sommerzeit ist Transferzeit. Das war auch im außergewöhnlichen Jahr 2021 nicht anders. Einen spektakulären Coup landete der SV Nord München-Lerchenau. Stürmer Karl-Heinz Lappe wechselte zum Bezirksligisten. Zuvor hatte er für Buchbach, Türkgücü, Mainz 05, den FC Bayern und Ingolstadt gespielt. Den damaligen Löwen-Kapitän Sascha Mölders zog es auch an die Amateursportplätze. Als Trainer des SV Mering II in der A-Klasse.

Wirbel um seinen Wechsel entfachte Ex-Löwe Dennis Erdmann selbst. Beim 1. FC Saarbrücken ließ er seinen Künstlernamen aufs Trikot flocken. „Earthman“ steht seitdem auf seinem Rücken. Der Drittligist stellte ihn prompt im „Superman“-Style vor.

August: Bender-Zwillinge starten in der Kreisklasse - Löwen ärgern Türkgücü in Unterzahl

Der Titel „Comeback des Jahres“ geht 2021 klar an den Amateurfußball selbst. Anderenfalls hätten Lars und Sven Bender wohl die besten Chancen darauf gehabt. Die Zwillinge beendeten im Sommer ihre Profi-Karrieren und traten eine spektakuläre Rückkehr an. Beim TSV Brannenburg gehen die langjährigen Bundesliga-Stars jetzt in der Kreisklasse an den Start. Dort läuft es sportlich prächtig, die Bender-Zwillinge gewinnen mit ihrer Bodenhaftung aber auch die Herzen der Fans.

Bei den Profis ist die Saison bereits in voller Fahrt. Und in München stand das erste Highlight-Spiel an: Der TSV 1860 traf auf Türkgücü. Schon vor dem Münchner Drittliga-Derby brannte die Luft. In Gluthitze lief das Lokalduell für die Löwen denkbar unschön an. Erst kassierten die Blauen das 0:1, dann einen Platzverweis. Trotzdem erkämpfte die Köllner-Elf ein Remis und riss ihren Coach vom Hocker.

Im August kam es auch zum ersten großen Aufreger der Saison. „Das ist kompletter Wahnsinn“, fluchte da sogar der begünstigte Trainer des FC Penzberg II. Aber was war passiert? Der SV Eschenlohe hatte in der A-Klasse einen Spieler eingesetzt, der noch kein Foto im Pass hatte. Das Team gewann die Partie und reichte das Passbild direkt im Anschluss nach. Alles gut? Nein. Der SVE hätte den Verband noch per Mail über das nachgereichte Bild informieren müssen. Der Pass war vollständig, der Spieler spielberechtigt, aber die Punkte trotzdem futsch. Eschenlohe verlor am grünen Tisch und sogar der Gegner konnte es überhaupt nicht verstehen.

September: Guardiolas einstiger Wunderknabe wechselt in die Regionalliga - Fahrkarten-Empörung in München

Antonio Trograncic galt mit 15 Jahren als Wunderkind. 2015 zog der damalige Bayern-Coach Pep Guardiola den Teenager zu den Profis. Trograncic trainierte mit den Superstars. Seine Ausbildungsstationen können sich sehen lassen: RB Salzburg, FC Bayern, Dinamo Zagreb und der TSV 1860. Im Profifußball konnte der heute 21-Jährige aber bislang keinen Fuß fassen. Der SV Wacker Burghausen verpflichtete ihn im Sommer aus der Vertragslosigkeit. Aber auch in der Regionalliga läuft es für Trograncic nicht. Erst einmal kam er unter Trainer Leo Haas zum Einsatz.

Sportliche Schwierigkeiten hatte im September auch Türkgücü München. Der Drittligist fand unter Trainer Petr Ruman nicht in die Spur und zog die Reißleine. Der damals neue Mann, Peter Hyballa, blieb dann 64 Tage lang Türkgücü-Chefcoach.

Bayern-Fans fluchten im September ebenfalls. Das hatte aber weniger mit Fußball zu tun. Der Münchner Verkehrsverbund erhöhte den Preis für ein Tagesticket. Ärgert sicher fast jeden - in diesem Fall aber besonders FCB-Anhänger. Die Fahrkarte kostet jetzt 18,60 Euro. Lieber eine Zone mehr bezahlen, schlug der Fanklub „Club Nr. 12“ vor.

Oktober: Ex-Profi Vollmann zurück beim Kirchheimer SC - Aubstadt schmeißt Türkgügü aus dem Pokal

Der September war leider eher von schlechten Nachrichten dominiert. Und auch im Oktober schlugen unschöne Meldungen die höchsten Wellen. Corona-Fälle in Fußballvereinen begannen sich zu häufen, die SpVgg Unterhaching spielte Mitte des Monats gar ihr erstes Spiel nach über vier Wochen infektions-bedingter Zwangspause. In Solln ereignete sich eine üble Prügel-Szene auf dem Fußballplatz und Murnaus Fußballerinnen werden von ihrem Vorstand im Stich gelassen.

Lichtblicke im tristen Herbst lieferten zwei sensationelle Coups. Der Kirchheimer SC, zu diesem Zeitpunkt abgeschlagener Letzter in der Landesliga Südost, verstärkte sich enorm. Ex-Löwe Korbinian Vollmann kehrte zu seinem Heimatverein zurück. Der ehemalige Zweitliga-Profi scheute sich nicht vor der sportlich prekären Lage bei seinem Jugendklub. Und es folgte der Aufschwung des KSC. Zur Winterpause hat sich Kirchheim aus der direkten Abstiegszone herausgekämpft.

Die zweite Oktober-Sensation war für eine Seite allerdings unschön. Dem TSV Aubstadt gelang im Toto-Pokal das Kunststück: Der Regionalligist kegelte Titelverteidiger Türkgücü aus dem Wettbewerb.

November: Berwein-Comeback beim 1. FC Penzberg - Vorzeitige Winterpause für Amateurfußballer

2021 war einfach das Jahr der Comebacks. Maxi Berwein feierte seines im November beim 1. FC Penzberg. Nach Stationen beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen (Landesliga) und beim VfR Garching (Regionalliga) geht der 26-Jährige nun wieder in der Bezirksliga auf Torejagd. Das Gerücht, er wäre einst beinahe beim TSV 1860 München gelandet, verwies er im Live-Interview mit Fussball Vorort ins Reich der Fabeln.

Leider kamen aber auch Probleme mit der Corona-Pandemie zurück. Ende November war der Spielbetrieb nicht mehr zu verantworten. Der BFV schickte alle Amateurvereine in die vorzeitige Winterpause. In zahlreichen Ligen wurden bis zu diesem Zeitpunkt aber bereits alle Spiele absolviert.

Dezember: Mölders-Beben bei 1860 München - Millionär adoptiert Kevin Feucht

Strenggenommen noch vom Ende November, aber er zog sich bis Mitte Dezember: Der Mölders-Knall bei den Löwen. Michael Köllner hatte seinen Kapitän aus dem Team geworfen. Sein Verhalten und sein Fitnesszustand waren offenbar die Gründe für das Aus. Kurze Zeit nach Beben wurde der Vertrag mit Mölders aufgelöst.

Ein noch überraschenderes und positives Highlight ereignete sich zum Abschluss des Jahres: Millionär Frédéric Prinz von Anhalt adoptierte kurz vor Weihnachten den ehemaligen Bayernliga-Spieler Kevin Feucht. In Bayern war Feucht unter anderem für den VfR Garching und Türkspor Augsburg aktiv. Jetzt pendelt er zwischen den USA, heißt Kevin Prinz von Anhalt, verwaltet das Erbe von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor. Und wir höchstwahrscheinlich irgendwann zum Multimillionär.

2021 haben zahlreiche Ex-Profis ihren Weg zurück in den Amateursport gefunden. Die Bender-Zwillinge, Korbinian Vollmann, Romuald Lacazette, Karl-Heinz Lappe, Marvin Matip und Christian Träsch kicken wieder zum Spaß. Zum Abschluss unserer Rückblicks dürfen wir euch einen eurer absoluten Lieblings-Texte präsentieren: So schlagen sich die Ex-Profis im Amateurbereich. (moe)

Aufrufe: 029.12.2021, 15:32 Uhr
Moritz BletzingerAutor