Schön aber irregulär: »Ein klarer Regelverstoß« vorm 1:2

FuPa.tv-Highlight: Karlsbachs Anschlusstreffer per Elfmeternachschuss hätte nicht zählen dürfen +++ SG Freyung-Kreuzberg sieht von Einspruch ab

Die DJK Karlsbach geht mit einem 2:3-Rückstand ins Rückspiel der Bayerwald-Kreisklassenrelegation gegen die SG Freyung / Kreuzberg. Dabei war die Elf von Thomas Kannamüller die über weite Strecken bessere Elf, lud den Gegner mehrfach zum Tore schießen ein, und erzielte einen irregulären Treffer zum 1:2. Ein Tor, das nicht hätte anerkannt werden dürfen.

Das Ganze ereignete sich in Minute 42. Sascha Bauer trat zum Elfmeter an, setzte seinen Versuch - ohne vorherige Berührung des gegnerischen Keepers - an die Querlatte. Von dort sprang die Kugel ins Feld zurück und Elfmeterschütze Bauer berührte den Ball erneut als erster wieder, gabelte ihn auf, und Johannes Lenz versenkte die Bauer-Vorlage volley. Ein Tor, das nicht hätte zählen dürfen. Das besagt Schiedsrichter-Regel 14 - ein Klassiker der Regelkunde: "Wenn nach Ausführung eines Strafstoßes der Schütze den Ball erneut (außer mit der Hand) spielt, bevor dieser von einem anderen Spieler berührt wurde, wird ein indirekter Freistoß für das gegnerische Team an der Stelle verhängt, an der sich das Vergehen ereignete." Sprich, in dem Moment, als Sascha Bauer zum zweiten Mal den Ball berührt hat, nachdem dieser von der Querlatte ins Feld zurückgesprungen war, hätte Schiedsrichter Fritz Stoffel eingreifen, und auf indirekten Freistoß für Freyung entscheiden müssen.

Bundesliga-Assistent Emmer: »Eine ganz eindeutige Situation.«

"Eine ganz eindeutige Situation", weiß auch Passaus Schiedsrichterobmann und Bundesliga-Assistent Michael Emmer. "Als Schiedsrichter muss man ganz konzentriert sein, ob der Ball bei einem Strafstoß vom Keeper berührt wurde, bevor er von der Latte zurück ins Feld springt. Und ob der Elfmeterschütze den Ball danach womöglich noch leicht streift. Aber beides ist in der FuPa.tv-Szene ganz eindeutig zu sehen. Die Entscheidung, den Treffer zählen zu lassen, ist ein klarer Regelverstoß." Da die Freyunger, die Partie letztlich mit 3:2 gewinnen konnten und auch dank der drei Auswärtstore mit einem recht großen Vorsprung ins Rückspiel gehen, sieht der TV Freyung bzw. der TSV Kreuzberg von einem Einspruch vorm Sportgericht ab. "Nein. Ein Einspruch ist in keiner Art und Weise geplant. Es gibt ja nach so einem Fußballspiel immer viel Spielraum für Diskussion, genau davon lebt ja der Fußball. Im Zeitalter der Technik lässt sich aber vieles im Nachhinein genau belegen. So wie diese Szene, die eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters war. Wir haben das auf dem Spielfeld noch nicht gleich realisiert, in der Hitze des Gefechts", so SG-Coach Daniel Pauli, dem eins noch wichtig ist zu erwähnen. "Der Schiedsrichter hat - mit Ausnahme der Beurteilung dieser Szene - eine sehr gute Partie gemacht."




Aufrufe: 029.5.2017, 11:00 Uhr
Sebastian ZiegertAutor

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