Die Kurt-Kette beim SV Cosmos Aystetten hielt nur eine halbe Saison. Emre, Raif und Samet Kurt (von links) wechseln mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten Türkspor Augsburg.  Foto: Oliver Reiser
Die Kurt-Kette beim SV Cosmos Aystetten hielt nur eine halbe Saison. Emre, Raif und Samet Kurt (von links) wechseln mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten Türkspor Augsburg. Foto: Oliver Reiser

Die „Kurt-Kette“ wandert weiter

Warum Emre Kurt und seine Cousins Raif und Samet bereits in der Winterpause vom SV Cosmos Aystetten zum Ligakonkurrenten Türkspor Augsburg wechseln

Das ist die Überraschung zum Jahresbeginn in der Augsburger Fußballszene: Emre, Raif und Samet Kurt wechseln in der Winterpause vom Tabellendritten SV Cosmos Aystetten zum abstiegsgefährdeten Landesliga-Konkurrenten Türkspor Augsburg. Ein Wechsel, der eigentlich erst zur kommenden Saison geplant war. Nachdem die Führungsriege in Aystetten jedoch von den Plänen des Kurt-Trios Wind bekommen hatte, ging alles viel schneller.

„Wir lassen uns nicht zum Narren halten. Deshalb sind wir in die Offensive gegangen und haben uns getrennt“, erklärt Thomas Pflüger, der Vorsitzende und Mäzen des SV Cosmos Aystetten: „Wir müssen hier auch auf unseren Verein schauen.“ Dass die Mannschaft sportlich geschwächt wird, nimmt er dabei in Kauf. Pflüger: „Wir haben uns im Jahr 2017 gut verkauft und haben als Aufsteiger den Klassenerhalt bereits sicher. Ob wir jetzt Dritter oder Fünfter werden, ist letztlich egal. So kann sich bereits eine Abwehr für die Zukunft einspielen.“ Nachdem Sportleiter Peter Billy mit Türkspor die Ablösemodalitäten geklärt hatte, zeigten sich die Spieler überrascht. „Eine saubere Lösung“, so Billy, „Emre, Raif und Samet werden beim Trainingsauftakt am 20. Januar ihre Sachen abgeben und sich von der Mannschaft verabschieden.“ Die Verträge wurden inzwischen aufgelöst. „Türkspor bekommt drei gute Spieler“, sagt Billy.

Emre Kurt war vor Saisonbeginn als Königstransfer des SV Cosmos Aystetten bezeichnet worden. Der 20-jährige Abwehrspieler, der aus der Jugend des FC Augsburg hervorging und in der Regionalliga-Mannschaft des Bundesligisten spielte, wollte aus Studiengründen kürzertreten und hatte sich für den Landesliga-Aufsteiger entschieden. Mit ein Grund für den Wechsel in die westlichen Wälder war, dass seine beiden Cousins Samet und Raif bereits dort spielten. Nach nur einem halben Jahr ist die Kurt-Kette in der Aystetter Abwehr Vergangenheit. Wie will der SV Cosmos diesem Aderlass begegnen? „Es bricht keine Welt zusammen“, sagt Teammanager Christian Geib: „Wir hatten in dieser Saison schon oft die Situation, und haben bewiesen, dass wir Ausfälle kompensieren können“, verweist er auf die Statistik. 13 Spiele hat Emre Kurt absolviert, dabei drei Treffer erzielt. Weitere Einsätze verhinderten eine Rote Karte im Auftaktspiel gegen den FC Gundelfingen und eine Handverletzung. Ein Spiel mehr steht für Samet Kurt, der im Sommer 2016 vom TSV Schwaben Augsburg kam, zu Buche. Nach einer Verletzung in der Vorbereitung kam Raif Kurt, der in der Winterpause 15/16 ebenfalls von Schwaben Augsburg zu Cosmos wechselte, lediglich auf neun Einsätze.

„Unser Kader ist breit genug“, vertraut Christian Geib auf Eigengewächse wie Daniel Michl oder Paul Zeller. „Vielleicht kommen noch zwei junge Spieler dazu“, sagt Peter Billy, will allerdings noch keine Namen nennen. Eine Personalie ist indes fix: Gheorghe Geanta aus der zweiten Mannschaft, die in der A-Klasse Nordwest spielt, wird den SV Cosmos Aystetten verlassen. Der 26-Jährige, der in seiner Heimat Rumänien als Profi gespielt hat und erst im Sommer nach Kurzgastspiel beim Nordwest-Landesligisten SV Euerbach/Kützberg wieder zurückgekehrt ist, wechselt zum TSV Pöttmes.

4508 Aufrufe3.1.2018, 08:19 Uhr
Augsburger Landbote / Oliver ReiserAutor

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