Beim Trainingsauftakt waren alle Neuzugänge des SV Cosmos Aystetten heiß auf den Ball. Von links Max Linder, der sich im ersten Testspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hat, Pascal Mader, Hardy Noack, Adnan Muminovic, Co-Trainer Aleksandar Canovic, Chefcoach Marco Löring, David Djajic, Dominik Isufi und Yildirim Dönmez.
Beim Trainingsauftakt waren alle Neuzugänge des SV Cosmos Aystetten heiß auf den Ball. Von links Max Linder, der sich im ersten Testspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hat, Pascal Mader, Hardy Noack, Adnan Muminovic, Co-Trainer Aleksandar Canovic, Chefcoach Marco Löring, David Djajic, Dominik Isufi und Yildirim Dönmez. – Foto: Oliver Reiser

Cosmos Aystetten setzt auf junge Wilde

Neben einigen talentierten Nachwuchsspielern kann Trainer Marco Löring beim Landesliga-Rückkehrer auch Neuzugänge mit höherklassiger Erfahrung begrüßen

Eigentlich war es nur eine Saison, bis der sofortige Wiederaufstieg der Cosmonauten in trockenen Tüchern war. Doch gefühlt schien es durch die Corona-Pandemie eine ganze Ewigkeit, bis der SV Cosmos Aystetten in die Landesliga zurückkehrt. Nachdem das letzte absolvierte Punktspiel am 6. Oktober 2019 beim FC Thalhofen mit 1:5 in die Hose gingen, freuen sich die Schützlinge von Trainer Marco Löring nun umso mehr, dass sie endlich wieder gegen den Ball treten dürfen.

Hin & Weg

Schon in der Winterpause gab es einige namhafte Veränderungen. Da kamen mit Dominik Isufi, Yildirim Dönmez (beide Türkspor Augsburg) und Dragan Ignjatovic (SC Oberweikertshofen) gestandene Bayern- und Landesligaspieler, die aber aufgrund des Lockdowns keine einzige Partie mehr bestreiten konnten. Im Sommer setzte man dann auf junge Leute mit Perspektive wie Hardy Noack (TSG Stadtbergen), Adnan Muminovic, David Djajic (beide TSV Schwabmünchen U19) oder Pascal Mader (Kissinger SC). Dazu Max Linder von der SpVgg Westheim. Den Verein verlassen haben Thomas Hanselka (Spielertrainer beim Kreisligisten SpVgg Westheim), Maximilian Klotz (Spielertrainer beim Kreisklassisten SV Ried), Florian Linder (SV Ried), Xhevalin Berisha (TSV Meitingen), Dzemil Abazi (Türkspor Königsbrunn), Antonio Stocker (TSV Neusäß) und Stefan Schnurrer (SV Gablingen).

Coach & Co.

Im sechsten Jahr gibt Marco Löring (39) die Kommandos bei den Cosmonauten, konnte bereits seinen zweiten Aufstieg in die Landesliga feiern. Der ehemalige Profi, der in der Saison 2004/05 mit dem FC Augsburg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, wird unterstützt von Co-Trainer Aleksander Canovic. Für die Torhüter ist Stanislav Djajic zuständig. Im Umfeld kümmern sich Vorsitzender Thomas Pflüger, Abteilungsleiter Peter Billy, der Sportdirektor Zlatko Mijailovic und Kultbetreuer Michael de Bur um die Belange der Mannschaft.

Glücks- & Sorgenkinder

Drei Sorgenkinder stehen derzeit auf Lörings Liste. Manuel Britsch, den immer wieder Knieprobleme plagen, Yildirim Dönmez, der nach einer zweijährigen Pause wegen Kreuzbandriss und Corona erst wieder in die Gänge finden muss. Auch Marcel Burda zwickt das Knie. Ein Glückskind hätte eigentlich Valentin Coca sein können, der nach einem überstandenen Achillessehenriss wieder fit ist. Jetzt kann der der ehemalige rumänische Zweitliga-Torhüter allerdings wegen einer neuen Arbeitsstelle nicht regelmäßig trainieren und reiht sich deshalb bei den Sorgenkindern ein. Max Linder ist der große Pechvogel. Der Neuzugang hat sich gleich in seinem ersten Spiel für den SV Cosmos beim TSV Schwaben Augsburg im stumpfen Rasen einen Kreuzbandriss zugezogen. „Das tut mir leid für ihn“, sagt Marco Löring. „Er wäre flexibel einsetzbar und auch stimmungsmäßig gut für das Team gewesen.“ Sehr zufrieden ist der Coach seine jungen Wilden Hardy Noack (21), Adnan Muminovic (18) oder David Djajic (18). „Sie haben sich gut gemacht und integriert und werden ihre Minuten bekommen.“

Plus & Minus

Der SV Cosmos Aystetten verfügt über eine spielerische starke Truppe mit individuell herausragenden Kickern wie Fabian Krug oder Patrick Wurm. Auch der Zusammenhalt stimmt, obwohl einige Spieler gegangen sind, die auch in der Kabine eine wichtige Rolle für das Mannschaftsgefüge gespielt haben. „Ein vernünftiges Gerüst aus alt und jung“, sieht Löring in seiner Mannschaft. Die letzten Spiele der Saison 2019/21 und die Testspiele haben gezeigt, dass dem SV Cosmos seit dem Abgang von Robert Markovic-Mandic, der 17 Tore und sieben Assists in 20 Spielen zum Aufstieg beigetragen hat, ein Vollstrecker fehlt. „Die Chancenverwertung ist ein Thema. Aber das wird sich finden“, bleibt Marco Löring locker.

Test & Taktik

„Die Vorbereitung war gut“, sagt Marco Löring. Er hat dabei in erster Linie das 1:1 beim TSV Aindling im Blick. „Eine Paradebeispiel für guten Fußball. Nahezu perfekt“, gerät er dabei ins Schwärmen. Auch bei den beiden Niederlagen gegen den Bayernligisten war er zufrieden. „Lediglich Ergebnistechnisch war es nicht überragend“, lacht der Coach. Weniger ansehnlich bezeichnet er, was die Seinen gegen Stätzling (1:0) und Wertingen (1:3) abgeliefert haben. „Aber das ist zweitrangig. Die Punktspiele zählen.“ Dort wird man mit einem flexiblen 4-4-2-System mit hochstehenden Außenverteidigern und einer Raute im Mittelfeld antreten.

Wunsch & Wirklichkeit

„Manche Spieler haben hohe Ansprüche. Die wollen nicht gegen den Abstieg spielen“, erklärt Marco Löring: „Aber das will keiner.“ Primäres Ziel nach dem blöden Corona-Jahr sei es aber, zunächst einmal als Aufsteiger den Klassenerhalt zu sichern. „Das wird schwierig“, sagt der Coach, „ich sehe keinen, der abfällt. Alle scheinen ziemlich ebenbürtig. Vom Können her sind wir da auf jeden Fall dabei. Wie wir das auf den Platz umsetzen, werden wir sehen. Es muss sich alles auch erst mal finden.“ Außerdem komme es auch darauf an, wie man durch das happige Programm der ersten englischen Wochen kommt und auch mal eine schlecht Phase übersteht.

Vollgas oder Zwangspause?

Das Training hat Marco Löring nach der langen Corona-Zwangspause vorsichtig dosiert. „Man weiß nicht, was kommt“, sagt er zum weiteren Verlauf der Pandemie, „die Deppen sind immer die vereine.“ Die Corona-Maßnahmen waren für ihn schon immer ein heikles Thema. Er hält es dabei mit Dortmunds-Boss Watzke. „Wir müssen mit Corona leben und dürfen nicht immer alles schließen und kaputt machen.“ Bei SV Cosmos will man versuchen, die Sache vernünftig zu lösen. „Einige unserer Spieler sind bereits geimpft“, so Löring.

Prognose

Der SV Cosmos Aystetten hat eine spielerische starke Truppe, die absolute Landesliga-Niveau aufweist. Dort ist allerdings auch Kampf und Einsatz gefragt. Wenn man das hin bekommt und sich auch noch ein Vollstrecker findet, sollte es für einen Platz im gesicherten Mittelfeld reichen.

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Aufrufe: 022.7.2021, 09:07 Uhr
Augsburger Landbote / Oliver ReiserAutor

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