Um optimal auf die Bedingungen im Jahnstadion vorbereitet zu sein, ließ Tim Wilke sein Team unter der Woche extra zweimal auf Rasen trainieren. In der Startelf gab es im Vergleich zum 7:0-Jubiläumssieg gegen Rhenania Bottrop zwei Änderungen: Kapitän Jan Luca Häselhoff und Laurin Severith erhielten den Vorzug in der Innenverteidigung, während der zuletzt angeschlagene Mike Terfloth mit Ole Egging, nach Gelbsperre zurück, die Doppelsechs bildete. Devin Warnke und Finn Berg nahmen zunächst auf der Bank Platz, bei Felix Weyhofen ging der Trainer nach dessen Muskelfaserriss noch kein Risiko ein.
Die Gäste erwischten einen Start nach Maß. Nach einer Ecke von Fynn Eckhardt landete der zweite Ball bei Oliver Nowak, der im Getümmel trocken und flach zur frühen Führung ins rechte Eck traf, obwohl er den Ball beim Abschluss nicht voll traf (15.). Bottrop, im Jahr 2026 noch ohne Sieg, aber offensiv über den früheren Regionalligaspieler Raphael Steinmetz immer gefährlich, zeigte sich davon wenig beeindruckt und setzte die Budberger Defensive phasenweise enorm unter Druck. Doch die SVB-Abwehr stand insgesamt stabil und gewann mit zunehmender Spielzeit wieder die Kontrolle.
Budbergs Matchplan geht auf
Kurz vor der Pause belohnte sich Budberg für das konsequente Anlaufen: Der unsichere VfB-Keeper Dacy Orock verlor unter Druck den Ball, Goalgetter Moritz Paul reagierte am schnellsten und schob zum 2:0 ein (43.). Überschattet wurde die erste Hälfte aus Sicht der Hausherren jedoch von der verletzungsbedingten Auswechslung von Torjäger René Biskup, der ohne Fremdeinwirkung unglücklich umknickte, als er im Rasen hängen blieb.
Nach dem Seitenwechsel sorgte der SVB schnell für klare Verhältnisse. Alessandro Hochbaum wurde im Strafraum gefoult, der sichere Elfmeterschütze Lennart Hahn, am Wochenende auf der ungewohnten linken Seite eingesetzt, verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zum 3:0 (51.). Zwar verkürzte Mirac Özgen wenig später aus dem Nichts auf 1:3 (59.), doch Budberg hatte die passende Antwort parat: Nach einem präzisen Freistoß von Ole Egging köpfte erneut Moritz Paul zum 4:1 ein (64.) – es war schon der 31. Saisontreffer für den Landesliga-Toptorjäger.
Spätestens nach der Roten Karte gegen Labinot Kryeziu wegen einer Notbremse an Paul (75.) war die Partie endgültig entschieden. In der Schlussphase passierte nicht mehr viel, auch weil die in der Tabelle weit durchgereichten Gastgeber merklich die Kräfte und auch die Motivation verließ.
Trainer Tim Wilke zeigte sich nach der Partie entsprechend zufrieden, auch wenn der Jubel nach dem Auswärtsdreier ein wenig unterkühlt wirkte: „Der Matchplan ist voll aufgegangen. Wir haben das Zentrum sehr gut verdichtet, wenig zugelassen und im richtigen Moment zugeschlagen. Nach der Roten Karte hat der Gegner quasi aufgegeben. In der zweiten Halbzeit war klar, in welche Richtung das Spiel geht.“
Mit dem ersten Topspielsieg der Saison untermauert der SV Budberg seine Ambitionen im Aufstiegsrennen. Bereits in der kommenden Woche bietet sich im Heimspiel gegen den PSV Wesel-Lackhausen die nächste Gelegenheit, den Platz an der Sonne zu verteidigen. Gelbe Karten gab es im Übrigen gegen den SVB keine. Somit sind alle vier vorbelasteten Leistungsträger auch in der kommenden Woche spielberechtigt.