Ein Bild aus alten Tagen: Das Abklatschen der Mannschaften vor dem Spiel ist während der Corona-Pandemie nicht vorstellbar. Archivfoto: Christian Brüssel
Ein Bild aus alten Tagen: Das Abklatschen der Mannschaften vor dem Spiel ist während der Corona-Pandemie nicht vorstellbar. Archivfoto: Christian Brüssel

Das sind die Planspiele für den FK Regensburg

Regensburgs Kreisvorsitzender Rupert Karl spricht über die Saisonfortsetzung, Sorgen und Hoffnungen.

Seit dem 28. Oktober 2020 herrscht Stille auf den Fußballplätzen der Region. Die Zeichen stehen zwar nun auf Öffnung, aber auch diese Ankündigung ist – wie so vieles, was seit Beginn des Lockdowns gesagt wurde – mit Vorsicht zu genießen und ist aktuell nicht mehr als ein zartes Pflänzchen, das von den Inzidenzzahlen gewaltig bedroht wird. Zumindest in Stadt und Landkreis Regensburg aber ist die Hoffnung bei den Vereinen aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Fallzahlen groß, bald wieder als Mannschaft auf den Platz zurückkehren zu können. Dass die Regensburger ihr „eigenes Ding durchziehen“ werden gegenüber den anderen Kreisen der Oberpfalz, dementiert Regensburgs Kreisvorsitzender und Herrenspielleiter Rupert Karl allerdings. Es brauche einheitliche Lösungen, wie Karl im Gespräch mit FuPa unmissverständlich klarmacht.

Durch den Stufenplan zur Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb ist für die Vereine jetzt wenigstens eine Art Perspektive geschaffen. Wie bewertest Du die gegenwärtige Situation?

Rupert Karl: Zumindest sieht man am Horizont wieder ein Lichtlein, dass bald wieder Kontakttraining sein kann. Bloß ist es für die Vereine sehr schwierig abzuschätzen, weil der Inzidenzwert immer variieren kann. Er kann heute unter 100 und in zwei, Tagen wieder über 100 sein. Es ist noch keine wirkliche Zukunftsplanung für die Vereine da.

Also quasi ein zweischneidiges Schwert?

Genau. Es ist sicherlich ein Hoffnungsschimmer, aber ich glaube, dass es erst nach Ostern losgeht.

Wie sieht der Plan für die nächsten Wochen aus?

Wenn Trainingsbeginn sein kann, haben wir vier Wochen Vorbereitungszeit geplant. Dann wollen wir starten.

In Stadt und Landkreis Regensburg sind die Fallzahlen wesentlich niedriger als im Rest der Oberpfalz. Manche Stimmen behaupten oder wünschen sich gar, dass Regensburg sein eigenes Ding durchziehen werde...

Wir müssen uns nach der ganzen Oberpfalz richten. Es hat keinen Sinn, wenn wir unsere Punktspiele rumbringen und die Bezirksligen oder die anderen Kreise nicht. Stichwort Auf- und Abstieg. Wir werden eine einheitliche Lösung suchen. Ob wir dann vielleicht eine Woche eher beginnen, zumindest mit den Nachholspielen, kann man mal ins Auge fassen. Aber grundsätzlich wollen wir im Bezirk Oberpfalz eine einheitliche Linie fahren.

BFV-Präsident Dr. Rainer Koch hat es harsch kritisiert, dass die sportliche Perspektive einzig und allein an den Inzidenzzahlen gekoppelt ist. Wie siehst Du das?

Das sehe ich auch so. Die Inzidenzzahlen sind ein schwammiges Schwert. In den Landkreisen sind sie völlig unterschiedlich. In Schwandorf darf du nicht spielen, bei uns darfst du dann anfangen. Die Fußballkreise sind ja doch teilweise Landkreis-übergreifend. Und bei uns könnte es passieren, dass die Stadt oder der Landkreis auf einmal über 100 liegt. Für einzelne Regionen ist es wohl eine Lockerung, aber so richtig Fuß fassen kannst du eben nicht.

Karl: »Es hat keinen Sinn, wenn wir unsere Punktspiele rumbringen und die Bezirksligen oder die anderen Kreise nicht.«



Hältst Du es für realistisch, dass die Saison in der Oberpfalz ordnungsgemäß zu Ende gebracht werden kann?

Ich bin so weit optimistisch, dass wir nach Ostern wieder ins Training einsteigen können. Dann brauchen wir vier Wochen Vorbereitungszeit und dann bringen wir die Saison einigermaßen durch. Im Kreis Regensburg ist das sicherlich noch kein Problem, weil wir nur mehr vier Spieltage plus einen Nachholspieltag haben. Aber wir müssen uns natürlich auch nach den anderen Kreisen und dem Bezirk richten. Wenn wir nach Ostern beginnen können, können wir, glaube ich, in der ganzen Oberpfalz die Spiele einschließlich der Relegation bis zum 30.6. durchbringen.

Am Montag fand eine Onlinetagung der Regensburger Trainer statt. Wie ist deren Meinungsbild?

Die einen sagen, sie brauchen bloß drei Wochen Vorbereitungszeit. Die anderen fordern deutlich mehr. Aber ich glaube, dass wir in den unteren Ligen sicherlich mindestens vier Wochen brauchen. Und dass das die richtige Zeit ist.

Einheitliche und klar verständliche Lösungen fordert Rupert Karl (rechts), hier mit Gruppenspielleiter Mike Koriath.
Einheitliche und klar verständliche Lösungen fordert Rupert Karl (rechts), hier mit Gruppenspielleiter Mike Koriath. – Foto: Markus Schmautz


Natürlich muss auch der Worst Case, ein Saisonabbruch, in Erwägung gezogen werden. Dieser ist aber keine Option, oder?

Wir haben auch im Bezirk eindeutig gesagt, dass wir einen Abbruch verhindern wollen. Wir wollen die Saison auf jeden Fall ordnungsgemäß beenden. Falls es wirklich nötig werden würde, könnte man ja die Relegation sausen lassen. Das wäre noch eine Möglichkeit. Ein Abbruch kommt nur im äußersten Notfall in Frage, dann, wenn eine dritter Lockdown kommt.

Welche Möglichkeit, neben dem Wegfall der Relegation, gibt es noch für den Fußballkreis?

Wir könnten bis hoch zur Kreisklasse alles fertig spielen und in den Kreisligen warten wir noch. Das würde dann, was die Relegation betrifft, nur zwei Vereine betreffen. Aber das geht natürlich nur mit ein, zwei Spieltagen vorher und nicht vier Wochen Pause vor der Relegation.

Sollten die Relegationsspiele tatsächlich gecancelt werden, steigen dann die Tabellenzweiten mit auf?

Nein, diese würden nicht aufsteigen. Die aktuellen Ligenstärken (14 Kreisliga und Kreisklasse, 16 Bezirksliga; Anm.d.Red.) wollen wir halten.

2811 Aufrufe10.3.2021, 07:00 Uhr
Florian WürtheleAutor

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