Der Mann für den Fußball beim SV Bommern: Ralf Pella.
Der Mann für den Fußball beim SV Bommern: Ralf Pella.

Pellas Traum: Erstmals Landesliga

Zwischenbilanz nach dem ersten Saisondrittel

Der SV Bommern 05 ist mit allen drei Seniorenmannschaften gut in die Saison gestartet und kann darüber hinaus auf ein astreines Zusammenleben bauen, wie der sportliche Leiter Ralf Pella im Gespräch erzählt. Zusätzlich träumt er vom erstmaligen Aufstieg in die Landesliga, hofft auf personelle Konstanz bei der Zweiten und zieht den Hut vor dem Selbstläufer des Wittener Klubs: der neuen Drittvertretung.

Ein Drittel der Saison ist absolviert. Wie lautet deine Zwischenbilanz?
Pella: Aktuell steht die Erste auf Platz 3 der Bezirksliga, die Zweite auf Platz 2 der Kreisliga B (bei einem Spiel weniger) und die Dritte auf Platz 6 der Kreisliga C. Wir als Fußballabteilung sind hochzufrieden mit dem aktuellen Saisonverlauf. Alle drei Mannschaften sind mit einem großen, leistungsstarken Kader ausgestattet. Was wirklich zufrieden macht, ist die sehr gute Stimmung in den Teams. Bei neu zusammengestellten Mannschaften (Zweite und Dritte) ist dies keine Selbstverständlichkeit. Wir haben in allen Mannschaften charakterlich ganz tolle Jungs dabei. Das ist die Stärke des SV Bommern 05.

Die Erste hatte Schwierigkeiten zum Saisonstart, kommt aber mittlerweile besser ins Rollen. Woran haperte es zuletzt?
Pella: In der Vorbereitungszeit erreichte die Mannschaft das Finale des Industriecups in Herbede, unterlag dort unglücklich dem Westfalenliga-Tabellenführer DjK TuS Hordel, bevor man zum Abschluss den Stadtmeistertitel sicherte. Zum ersten Saisonspiel gelang erstmals seit fünf Jahren ein Auftaktsieg, der jedoch vier Spiele ohne Sieg folgen ließ. Zu dieser Zeit fehlte es an der Abstimmung im Team. Der Bock wurde dann im Spitzenspiel gegen Berchum-Garenfeld (4:0) umgestoßen. Es folgten zwei weitere Siege gegen starke Gegner, nur hat Trainer Salkanovic das Problem, mit vielen Verletzten, Kranken oder anderweitig verhinderten Spielern entsprechend klarzukommen. Die Verluste der Stürmer Benny Schröder und Fabio Di Tavi zu Saisonbeginn konnten nicht so einfach kompensiert werden. Zusammen schossen sie in der Vorsaison 28 Tore! Marcel Herrmann, als Dritter im Bunde, war fortan im Sturm auf sich allein gestellt. Wir sind also berechenbarer geworden. Glücklicherweise haben wir mit Timo Munzig einen Mittelstürmer hinzubekommen, der im Zentrum sehr gut die Bälle behaupten kann. Mit Tim Mazurek schaffte es wieder ein Spieler aus der eigenen A-Jugend in den Kader. Das freut uns besonders. Wenn der SVB alle Spieler fit zur Verfügung hat, muss man keinen Gegner der Liga fürchten. Aufgrund alle Umstände sind wir sehr zufrieden wie es momentan läuft.

Die Kreisliga B3 scheint offen wie nie zu sein. Was macht dich optimistisch, dass die Truppe den Aufstieg packt?
Pella: Schon im vergangenen Jahr war die Kreisliga B enorm spannend bis zum letzten Spieltag, an dem die vier bestplatzierten Teams gegeneinander antraten. Das war ein Herzschlagfinale, indem TuRa das beste Ende für sich hatte. Ähnlich scheint sich diese Saison zu entwickeln. Sage und schreibe acht Teams haben die ersten zwei Plätze im Visier. Mit dabei ist - natürlich (lacht) - unsere neu zusammengestellte 2. Mannschaft. Ein Team, das über ungeheure individuelle Qualität verfügt! – Aber Stopp: Kein Fußballfachmann kann garantieren, dass die Qualität der Einzelspieler einen Aufstieg garantiert. Beim Fußball geht es nur als Mannschaft. Ein weiterer Faktor ist vor allem: Wer steht dem Trainer sonntags zur Verfügung? Kann man fehlende Stammspieler gut ersetzen? Bislang konnte Trainer Ostrowski noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Gleich zu Beginn der Saison schieden mit Sturmführer Benny Schröder und Torhüter Jogi Kwapich zwei Säulen der Mannschaft verletzt aus. Es ist keine Seltenheit, dass jede Woche sieben Spieler fehlen. Momentan mangelt es aus den genannten Gründen an der spielerischen Klasse, die man in der Vorbereitung bewundern durfte. Sollte es der Trainer schaffen, eine Einheit zu bilden und von großen Verletzungssorgen verschont zu bleiben, muss man sich keine Sorgen in sportlicher Hinsicht machen!

Die dritte Mannschaft ist die verkappte Positivstory des SVB. Hast du mit so einer guten Stimmung und auch Engagement außerhalb des Platzes gerechnet?
Pella: Aufgrund der neu zusammengestellten Mannschaft entschloss sich der Fußballvorstand eine neue Mannschaft zu gründen. Der Grundstock bildete sich aus Spielern der „alten Zweiten“. Dem Verein war es wichtig, dass unsere Spieler „alle“ die Möglichkeit haben, unter Wettbewerbsbedingungen zu spielen. Dody Müller und Tim Leweringhaus erklärten sich bereit, dieses Team zu coachen. Nachdem ihnen der Klassenerhalt in der Kreisliga B gelang, war es für den Verein selbstverständlich, daran nichts zu ändern! – Plötzlich rappelte es im Karton! Die Mannschaft bekam guten Zulauf von außen. Es entwickelte sich in der kurzen Zeit eine Einheit, an der alle Bommeraner ihre wahre Freude haben. Das Team finanziert sich förmlich selbst, indem sie eigene Sponsoren gewinnen. Die öffentliche Präsenz in den sozialen Medien zeigt einen Teil der Stimmung, wie es im Team abläuft. Auch die Zuschauerzahlen sind enorm. Für Kreisliga C-Spiele immer circa 80 Zuschauer zu haben, ist schon bewundernswert. Davon träumt im Kreis so mancher A-Ligist! Dass sich ein solch tolles Team entwickeln würde, war nicht vorauszusehen und macht uns als Verein absolut glücklich.

Wie läuft das Miteinander zwischen den drei Mannschaften ab?
Pella: Das Miteinander der Teams ist so, wie ich es in meiner langjährigen Fußballkarriere noch nie erlebt habe. Hier möchte ich auch die Alten Herren einbeziehen, die einen sehr engen Kontakt zur Dritten pflegen. Die Erste und Zweite können sich gegenseitig helfen. Egal in welcher Mannschaft Bedarf besteht: eines der anderen Teams hilft aus! Die Selbstverständlichkeit und der Umgang aller drei Mannschaften untereinander ist außergewöhnlich gut. Das lässt den SV Bommern 05 zu einer großen Familie zusammenwachsen. Wie bereits erwähnt, gehören die Alten Herren, aber auch die beiden Damenmannschaften dazu. Der respektvolle Umgang in der gesamten Abteilung ist schon einzigartig.

Das hört sich alles soweit gut an, aber wo besteht Steigerungspotenzial?
Pella: Es wäre schon fast peinlich, wenn wir mit dem vorhandenen Budget der 1. Mannschaft in die Landesliga aufsteigen würden. Es wäre realistisch, wenn wir die Einnahmen erheblich steigern könnten. An den Ausgaben kann man nicht noch mehr sparen. Der SV Bommern arbeitet ausschließlich nur mit dem Geld, was zur Verfügung steht. Mit diesem Geld müssen immerhin drei Herren- und zwei Damenmannschaften unterhalten werden. Um also höhere Ziele anzustreben, müssen weitere Gönner und Sponsoren gewonnen werden. Es gibt da einige Ideen in diesem Bereich etwas zu erreichen. Daher ist es auch wichtig, wie sich der Verein in der Öffentlichkeit präsentiert. Positive Schlagzeilen sind immer ein gutes Argument für die Gewinnung neuer Werbepartner. Die Entwicklung des Clubs hat in den letzten Jahren schon sehr große Fortschritte gemacht. Zunächst entstanden der neue Kunstrasenplatz und der Bau des neuen Vereinsheims. Vor zwei Jahren fanden wir im sportlichen Bereich einen Bezirksligisten der erfolgreich gegen den Abstieg kämpfte und eine 2. Mannschaft die in der Kreisliga C spielte. Die heutigen Heimspiele sind mittlerweile ein Highlight geworden. Stadionmusik mit Stadionsprecher Stümmi, gut besuchte Spiele und der bereits erwähnte Zusammenhalt aller Seniorenteams. Die öffentliche Präsenz ist ebenfalls enorm gestiegen. Neben der neuen Homepage und den sozialen Netzwerken ist es mittlerweile euer Portal FuPa, das mit einer einzigartigen Software alle Möglichkeiten bietet, sich öffentlich zu präsentieren. Das Feature FuPa.tv trägt einen großen Anteil daran, dass vermeintliche Sponsoren auf dieser Plattform präsentiert werden können. Wer konnte sich jemals vorstellen, dass Amateurspiele regelmäßig gefilmt, live übertragen und auch noch mit Highlights komplett zusammengeschnitten werden und das mit wenigen Klicks? In diesen Bereichen ist der SV Bommern 05 auf einem sehr guten Wege. Außerhalb des Platzes würde ich mir eine Dachterrasse wünschen. Dies ist jedoch eine Angelegenheit des Hausvorstandes, der auch das vorhandene Objekt plante. Darüber hinaus wäre der Bau einer überdachten Sitzplatztribüne, die man als VIP-Tribüne vermarkten könnte, eine sehr gute Maßnahme. Momentan ist der Club auf einem sehr guten Weg. Unser Abteilungsleiter Didi Dannert dirigiert geschickt die Angelegenheiten hinter den Kulissen. Jedoch ist es für meine Begriffe unbedingt erforderlich, sich hier breiter aufzustellen und die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Ziel, den Verein erstmals in der Landesliga zu sehen, ist ein großer Wunsch, der jedoch leider nicht über das Knie gebrochen werden kann!

Aufrufe: 13.10.2016, 08:00 Uhr
André NückelAutor

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