Frank Ewert: Der Ironman vom SV Atteln

56-jähriger Coach des Bezirksligisten ist leidenschaftlicher Triathlet.

Frank Ewert ist Trainer des Bezirksligisten SV Atteln. Wenn er seine Mannschaft am Sonntag auf ein Spiel einstimmt, macht er das akribisch. Und das, obwohl er vorher schon eine persönliche Sporteinheit hinter sich hat. Der 56-jährige fährt nämlich nicht wie üblich mit dem Auto zum Treffpunkt – er läuft regelmäßig dahin.

Momentan stoppt ihn die Corona-Pandemie in dieser Hinsicht, seinem neuen Hobby tut das aber kaum einen Abbruch. Ewert hat nach seiner aktiven Laufbahn im Seniorenfußball den Triathlon für sich entdeckt. „Es ist eher aus Zufall so gekommen“, berichtet er, „meine Schwägerin und mein Schwager haben mal an einem Triathlon teilgenommen und davon erzählt. Meine Frau Ulrike und ich waren inspiriert.“ Zusammen sind sie langsam gestartet: 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 6,5 Kilometer Laufen. „Das war der Einstieg“, sagt Ewert, „dann sind wir intensiver rangegangen.“ Der zweite Wettkampf ging über die olympische Distanz und war sogleich intensiver: 1,5 Kilometer Laufen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen.

„Es ist schon eine gute Herausforderung und auch eine gute Distanz. Man braucht ungefähr drei Stunden“, erklärt Ewert, der diesen Sport für sich als perfekte Lösung nach seiner aktiven Zeit ansieht. „Auch wenn ich lange Fußball gespielt habe, ist es irgendwann vorbei“, ist er einsichtig. Mit 47 Jahren bestritt er sein letztes Spiel im Seniorenbereich schon im höheren Fußballeralter. Jetzt kickt er nur noch ab und zu bei den Alten Herren seines Vereins und macht auch mal beim Training seiner Jungs mit.

Zu vergleichen seien die Sportarten keineswegs. „Der Fußball ist ein Teamsport. Ich bin jetzt nun mal viel allein unterwegs“, erklärt Ewert, der während der Pandemie bereits um die 2.500 Trainingskilometer absolviert hat. Ungefähr die Hälfte davon ist er gelaufen. Denn er hat noch ein großes Ziel, das er eigentlich schon erreicht hätte. „Ich möchte am Ironman 70.3 in Holland teilnehmen. Ich war schon angemeldet, aber wegen Corona wurde der Wettkampf abgesagt“, erklärt der 56-jährige. Dabei sind zu absolvieren: 2 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,5 Kilometer Laufen. Es ist die halbe Distanz vom bekannten Ironman. „Ich werde ihn noch machen“, betont Ewert

Seine längste Trainingsstrecke lief Attelns Coach bisher übrigens zu einem Heimspiel. 33 Kilometer musste er von seinem Wohnort Bad Lippspringe nach Atteln absolvieren. Zu den Auswärtsspielen sind es zwischen 8 und 18 Kilometer. Und was sagen seine Spieler dazu? „Am Anfang haben sie schonmal komisch geguckt und sich wahrscheinlich gedacht: Der hat doch ‘ne Macke. Mittlerweile haben sie sich aber daran gewöhnt“, lacht Ewert, der mittlerweile auf die Unterstützung zweier Spieler ganz besonders setzen kann. Denn die Brüder Niklas und Dennis Makosch wohnen im Nachbardorf Schlangen, bringen seine Tasche mit zu den Spielen und nehmen ihn auch mit Heim, wenn seine Frau Ulrike mal verhindert sein sollte.

Das wird auch nach der Pandemie so sein, wenngleich für einen neuen Verein. Denn im Altenautal wird zur neuen Serie fusioniert. Ewert ist somit der letzte Coach des SV Atteln, wo er die letzten sieben Spielzeiten tätig war. Bald steht er an der Seitenlinie des Fusionsverseins. „Es ist schon besonders für mich, der letzte Coach des SV Atteln und dann der erste im neuen Verein zu sein“, betont Ewert. Auch zukünftig wird er seine Mannschaft akribisch auf die Spiele vorbereiten. Und vorher seine Laufeinheit absolvieren.

Aufrufe: 021.5.2021, 15:30 Uhr
Manuel SchlichtingAutor

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