Sich strecken für den Klassenerhalt: Anton Pappritz, Mittelfeldspieler beim SV Bad Heilbrunn, sieht viel Arbeit auf seine Mannschaft zukommen. „Aber ich bin optimistisch.“  Ewald Scheitterer
Sich strecken für den Klassenerhalt: Anton Pappritz, Mittelfeldspieler beim SV Bad Heilbrunn, sieht viel Arbeit auf seine Mannschaft zukommen. „Aber ich bin optimistisch.“  Ewald Scheitterer

Pappritz von Bad Heilbrunn: „Stolz, Landesliga zu spielen“

Mittelfeldspieler über Saisonstart nach Aufstieg

Er hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Führungsspieler beim SV Bad Heilbrunn entwickelt.

Bad Heilbrunn Anton Pappritz ist als Sechser im zentralen Mittelfeld die Schnittstelle zwischen Abwehrmaßnahmen und Angriffsbemühungen. Für Trainer Walter Lang eine der wichtigsten Positionen in einer funktionierenden Mannschaft. Der 24-jährige Pappritz, Fachberater bei Siemens, spricht im Interview darüber, warum die Siegesserie nach dem Aufstieg in die Landesliga nicht weitergeht, über neuartige Spielzüge der Gegner und weshalb die Heilbrunner trotzdem noch Spaß am Fußball haben.

Herr Pappritz, Heilbrunn ist Siegesserien gewohnt, jetzt werden Niederlagen gezählt. Ist es schwierig, damit umzugehen?

Ja, auch wenn klar war, dass es heuer schwierig wird, dass wir mehr Niederlagen kassieren. Es ist für uns eine ganz andere Situation, in den Vorsaisons haben wir fast alles gewonnen, jetzt gab’s die ersten Niederlagen, die erste zu Hause seit einer Ewigkeit. Aber wir waren darauf gefasst, dass der Siegeszug ein Ende haben würde, deswegen ist es nicht so schlimm.

Nicht schlimm? Im Ernst?

Naja, wir ärgern uns schon, wenn wir verlieren. Wer sich nicht über Niederlagen ärgert, wäre fehl am Platz. Aber wir müssen eben daraus lernen, es beim nächsten Mal besser machen.

Früher war der Zusammenhalt im Team eine der Heilbrunner Stärken, jetzt war manches Murren auf dem Platz zu vernehmen...

Das mag sein, Kritik untereinander gehört dazu. Wenn man Fehler nicht anspricht, kann man sie nicht abstellen. Die ersten fünf Spiele haben gezeigt, dass wir nicht mehr so spielen können, wie in der Kreis- oder der Bezirksliga.

Was sind die Unterschiede in der Landesliga?

Der Gegner kommt ganz anders aus dem zentralen Mittelfeld raus. Mit viel mehr Tempo, viel schärferen und genaueren Pässen. Unsere Stärke war es immer, auf Fehler des Gegners zu lauern, dann anzulaufen und Tore zu erzwingen. Das klappt nicht mehr. Wenn der Gegner keine Fehler macht, können wir sie nicht bestrafen. Solche Situation ergeben sich kaum mehr.

Was sind die Ursachen für bisher drei Niederlagen bei einem Unentschieden und einem Sieg?

Generell sind die Gegner viel stärker. Dann haben wir uns zu viele Fehler geleistet. Wir haben uns Videos angeschaut und vor allem die Gegentore analysiert. Da waren mal individuelle Fehler dabei, mal Pech und mal falsches Stellungsspiel. Wir müssen uns da durchaus selbstkritisch hinterfragen und versuchen, die Lehre daraus zu ziehen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und manchmal kommen die Gegner mit Spielzügen, die wir bisher so noch nicht erlebt haben. Da muss man sich erst mal drauf einstellen, darauf reagieren.

Spielt auch der Ausfall von fünf Leistungsträgern eine Rolle?

Sicher. Das sind Spieler, die schwer zu ersetzen sind. Früher hatten wir auch Verletzungen, aber jetzt kommt es geballt. Ich will nicht sagen, dass die Ersatzleute ihre Sache nicht gut gemacht haben, die waren gut. Aber man merkt es schon, wenn uns so viele gestandene Spieler fehlen. Gegen Gundelfingen haben manchmal die Absprachen gefehlt. Sebastian Mertens und Florian Kapfhammer verstehen sich in der Innenverteidigung blind, die geben aber auch Anweisungen, wie das Mittelfeld anzulaufen hat. Vorne Max Schnitzlbaumer mit seiner Schnelligkeit, Max Specker mit seiner Torgefahr, die gehen ab. Das trifft uns hart.

Fehlt vielleicht auch ein wenig das Vertrauen, wenn hinten junge Spieler drinstehen?

Das würde ich nicht sagen. Das Vertrauen ist da. Es sind Spieler, die gut integriert sind. Aber der Sprung von der B-Klasse, wo mancher bisher gespielt hat, in die Landesliga passiert nun mal nicht von heute auf morgen.

Kann man sich nach einer 1:6-Klatsche für das nächste Spiel motivieren?

Die Motivation fehlt keinem von uns. Wir sind immer noch stolz darauf, Landesliga zu spielen, das Höchste, das wir je erreicht haben. Aber wir sind schon angespannt, weil wir oft hinterherlaufen, jeden Punkt hart erkämpfen müssen. So ein 1:6 wie in Egg macht keinen Spaß, das tut weh. Aber wir haben gut reagiert: Im nächsten Spiel gegen Gundelfingen haben wir vieles besser gemacht, und dann haben wir auch wieder Freude am Fußball.

Es deutet sich ein Kampf um den Klassenerhalt an. Lässt sich der bewerkstelligen?

Ja, da bin ich optimistisch. Wir hatten bis jetzt fünf Spiele, haben bei allen – vielleicht bis auf Egg – einigermaßen mitgehalten. Auch gegen Gundelfingen haben wir zumindest 60 Minuten dagegengehalten, vielleicht sogar 90 Minuten. Wir müssen weiter Gas geben, an uns arbeiten, Fehler vermeiden. Dann holen wir unsere Punkte.

Aufrufe: 06.8.2019, 10:21 Uhr
Tölzer Kurier / Nick SchederAutor

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