2026-03-09T15:40:23.061Z

Spielbericht

SV Bad Heilbrunn besiegt Penzberg trotz spielerischer Unterlegenheit

Bezirksliga-Derby

von Nick Scheder · Heute, 11:34 Uhr · 0 Leser
Schüsse aus jeder Lage: Doch in der zweiten Halbzeit gegen Penzberg hält Keeper Alihan Uzun (li.) die Heilbrunner mit starken Paraden im Spiel, nachdem er einen Ball zum 1:1 fallen gelassen hatte.
Schüsse aus jeder Lage: Doch in der zweiten Halbzeit gegen Penzberg hält Keeper Alihan Uzun (li.) die Heilbrunner mit starken Paraden im Spiel, nachdem er einen Ball zum 1:1 fallen gelassen hatte. – Foto: Ewald J.Scheitterer

Der Bezirksliga-Zehnte gewinnt das Derby mit 2:1. Torhüter Alihan Uzun erlebt dabei sein erstes volles Spiel mit Höhen und Tiefen.

Kollektiv schlägt individuelle Klasse: Ein aufopferungsvoll kämpfender SV Bad Heilbrunn besiegt im Derby den favorisierten 1. FC Penzberg mit 2:1 (1:1). Es war ein Spiel mit mehreren Pointen, bei dem der Bezirksliga-Zehnte dem Tabellenfünften über weite Strecken hinterherlief, spielerisch doch unterlegen war, sich aber durch vollen Einsatz und Kampf bis zur letzten Sekunde für die unglückliche 0:1-Hinspiel-Niederlage revanchierte. „Es war schon eher ein glücklicher Sieg“, räumt Trainer Walter Lang ein. „Aber weil die Mannschaft wieder einmal alles reingehauen hat, war es irgendwie auch nicht unverdient.“

Noch einmal ein wenig besonderer war die Partie für Alihan Uzun, bei dem Licht und Schatten wechselten. Am Ende wurde der 19-jährige Heilbrunner Torhüter allerdings einzeln in der Siegertraube für seine Leistung hochleben gelassen. Er machte sein erstes volles Spiel in der Bezirksliga. Und seine Unsicherheit mit mehreren halbscharigen Abschlägen und Stellungsfehlern kumulierte im Gegentor zum 1:1, als er nach einem „Keeper“-Ruf im Rückwärtslaufen eine Bogenlampe fallen ließ. Samir Neziri staubte ab. Doch seine Mannschaft munterte ihn auf, stand komplett hinter ihm, und er dankte es in der zweiten Hälfte mit tollen Reflexen, warf sich in jeden Ball – auch in die Hochgeschwindigkeitsgeschosse eines Dominik Bacher – und hielt die Heilbrunner mit starken Paraden im Spiel. Lang: „Eine fast unglaubliche Geschichte – freut mich sehr für ihn.“

SV Bad Heilbrunn hielt gemeinsam mit Keeper Uzun den Kasten in Halbzeit zwei sauber

Die HSV-Spieler gaben sich nie auf, auch wenn sie im Angriff kaum Anspielstationen fanden und teilweise minutenlang den Penzberger Angriffs-Steffetten standhalten mussten. Felix Gellner machte die Euphorie dann komplett. Der kurz zuvor eingewechselte Stoßstürmer war zur Stelle, als Alexander Jobst einen Ball vor dem eigenen Tor über den Schlappen springen ließ. Gellner staubte unwiderstehlich ab. „Ein sehr, sehr wichtiger, ein ganz besonderer Sieg für uns“, sagt Lang.

Er musste kurzfristig umstellen, weil Florian Kapfhammer aus privaten Gründen nicht einsatzfähig war. Doch Ludwig Buchmair übernahm den Posten mit vollem Einsatz, beschäftigte, bedrängte und provozierte die Gegner effektiv. Penzberg trat von Beginn an druckvoll auf, nahm das Heilbrunner Tor durch Ugurkan Verep oder Bacher gleich kräftig unter Beschuss. Doch die Führung besorgten die Hausherren. 1.FC-Keeper Benedikt Zeisel ließ eine Flanke von Anton Krinner, der keinen Ball verloren gab, durchrutschen. Max Specker staubte ab, 1:0. Dennoch machten das Spiel die Gäste im gut gefüllten Heilbrunner Stadion. Auch wenn Lang mit ein paar Offensivwechseln etwas mehr Bewegung in den Angriff brachte. „Aber Penzberg hatte viel mehr Spielanteile, mehr und bessere Torchancen.“ Doch bis auf den Schnitzer zum Ausgleich hielt Heilbrunn mit Glück und Verstand den Kasten sauber. Lang: „Wir haben den Favoriten geärgert, der Sieg tut richtig gut.“