Mit zehn Einsätzen hat Lukas Grimm (links) die meisten Spiele der Bad Buchauer in dieser Saison absolviert. Unser Foto zeigt eine Szene aus der Partie gegen den FV Bad Saulgau (rechts: Sandro de Vittorio), die der SV Bad Buchau nach 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gewann. (Foto: Thomas Warnack)
Mit zehn Einsätzen hat Lukas Grimm (links) die meisten Spiele der Bad Buchauer in dieser Saison absolviert. Unser Foto zeigt eine Szene aus der Partie gegen den FV Bad Saulgau (rechts: Sandro de Vittorio), die der SV Bad Buchau nach 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gewann. (Foto: Thomas Warnack)

Bad Buchau beweist Comeback-Qualitäten

Der Fußball-Bezirksligist läuft in zehn von elf Spielen einem Rückstand hinterher

Bad Buchau/Bad Saulgau - Seit Ende Oktober ruht der Ball. Die wohl längste „Winterpause“ der Historie im Amateurfußball dauert an. Die „Schwäbische Zeitung“ nutzt die fußballlose Zeit, um die Vereine der Region unter die Lupe zu nehmen. Mit seiner bisherigen Saison nicht zufrieden sein kann Bezirksligist SV Bad Buchau. Mit nur zwölf Punkten aus elf Spielen (drei Siege, drei Remis, fünf Niederlagen) belegt die Mannschaft von Spielertrainer Daniel Hörtkorn Rang zwölf. Zu wenig für die Ansprüche der Schwarz-Gelben. Die Bad Buchauer nutzten die Winterpause, um ihre Abteilungsleitung neu aufzustellen: Ex-Spieler Christian Contzen und Alexander Seyfried, der nach wie vor dem Kader angehört, haben das Ruder von Peter Beck übernommen (die SZ berichtete).

„Im Vergleich zur abgebrochenen Saison 2019/2020 stehen wir schlechter da. Eigentlich war es unser Ziel, die vergangene Saison mit Rang sechs, den wir zum Zeitpunkt des Abbruchs belegt haben, zu bestätigen“, sagt Daniel Hörtkorn. Der Ex-Oberligaspieler (FV Ravensburg, SC Pfullendorf) und WFV-Pokalsieger 2016 mit den Ravensburgern hat in der spielfreien Zeit nach den Gründen gesucht, warum nicht mehr Punkte heraussprangen.

Es lag auch an der Tatsache, dass seine Mannschaft zu oft die Startphase oder die komplette erste Halbzeit eines Spiels verschlief. Das ärgert den Trainer. In zehn von elf Spielen lagen die Buchauer mit mindestens einem Tor zurück, sechsmal sogar mit zwei oder mehr Toren. In fünf Spielen holten die Schwarz-Gelben wenigstens noch Punkte (zwei Siege, zwei Remis), bewiesen Comeback-Qualitäten. Nur einmal - gegen den SV Hohentengen - ging Bad Buchau auch in Führung - und siegte am Ende auch. „Wir müssen einfach zu Beginn wacher sein“, fordert der Coach von seinen Spielern. Gleichzeitig mahnt er die Einstellung und Vorbereitung auf ein Spiel an.

Schon im ersten Spiel begann das, was sich wie ein roter Faden durch die Saison zog, beim 2:2 gegen die TSG Ehingen, auch wenn dieses Remis wohl als Erfolg zu werten ist. „Wir sind gut gestartet. Wir haben Moral bewiesen, einen 0:2-Rückstand aufgeholt“, sagt Hörtkorn. Es folgte ein 0:3 zu Hause gegen den FV Neufra. „Wir haben zu Beginn gut mitgehalten, gegen eine starke FVN-Mannschaft. Die sind halt richtig gut besetzt.“ Vielleicht habe nach der Absage des Öpfingen-Spiels am zweiten Spieltag auch etwas der Rhythmus gefehlt, vermutet der Coach. Es folgten das planmäßig spielfreie Wochenende und der 2:1-Sieg in Hohentengen. Nach dem Remis gegen den FC Krauchenwies/Hausen habe das Selbstvertrauen insgesamt gepasst. Doch auch gegen Schelklingen/Hausen verschlief der SV Bad Buchau den Start. „Eigentlich müssen wir 3:0 führen, verschießen einen Elfmeter und liegen dann mit 0:3 zurück.“ Nach einer Kraftanstrengung reichte es beim 3:3 noch zu einem Punkt.

„Mit zwölf Punkten aus elf Spielen können wir nicht zufrieden sein“, sagt der Spielertrainer. Doch er sehe eine Entwicklung in der Mannschaft, die ihn optimistisch stimme, ungeachtet der Rückschläge. „Gegen den FV Altheim (1:2, d. Red.) darfst du nicht verlieren.“ Nach der knappen 0:1-Niederlage gegen Blönried/Ebersbach setzte es gegen Rottenacker/Munderkingen eine 0:2-Enttäuschung. Die Folge: Absturz auf Rang 14, ehe die Mannschaft mit den Siegen gegen den FV Bad Saulgau (4:2, nach 0:2-Rückstand) und gegen die SGM FV Altshausen/SV Ebenweiler (7:2, nach 0:1) einmal mehr Comeback-Qualitäten bewies. Zum Abschluss folgte das 1:6 gegen „Angstgegner“ Hundersingen.

Immer wieder bremsten den SV Bad Buchau auch die vielen Verletzungen aus. Routinier Artur Klein (Leiste) konnte nur vier Spiele bestreiten, Torhüter Kevin Muranyi fehlte teilweise. Außerdem fiel zeitweise fast die komplette Offensivabteilung in Angriff und Mittelfeld aus: Johannes Schuster (Knie-OP), Maik Frahs (Kreuzbandriss), Joris Kniele (Job, Familie), Luca-Raphael Barta. „Wenn du ohne Angreifer spielst, wird das irgendwann ziemlich schwierig. Aber das soll alles keine Ausrede sein“, sagt Hörtkorn. Doch es verwundert nicht, dass die besten Torschützen der Bad Buchauer nicht in vorderster Reihe zu finden sind. Fabian Baur führt mit vier Treffern die interne Liste an, es folgen Barta und Hörtkorn (je 3). Das einzig Positive: Die 21 Bad Buchauer Tore verteilen sich auf neun Schützen. Aber kein Spieler im Bad Buchauer Kader stand in allen elf Spielen auf dem Platz. Lukas Grimm brachte es auf zehn Einsätze, Hörtkorn selbst auf neun. „Ich glaube, wenn wir unseren gesamten Kader zur Verfügung haben, können wir an einem guten Tag jede Mannschaft der Liga schlagen. Ich hoffe, dass wir nach dem Wiederbeginn die Ausfälle besser im Griff haben“, sagt Hörtkorn.

Hörtkorn sieht die elf Spiele auch als „Lernphase“ und hofft auf die Rückkehr einiger gestandener Spieler wie Klein, Seyfried und Kniele. „Uns fehlen derzeit einfach ein, zwei gestandene Spieler, die Verantwortung übernehmen können. Wir sind in vielen Phasen zu grün. Wir machen zu viele Leichtsinnsfehler. Das müssen wir abstellen. Wir müssen lernen, uns von Beginn an zu konzentrieren.“ Andererseits zeige die Mannschaft immer wieder Moral, lobt der Trainer.

Bis die letzten Saisonspiele (Langenenslingen, Uttenweiler zu Hause, Öpfingen, Hettingen/Inneringen und die SG Altheim auswärts) anstehen, bleibt noch etwas Zeit. Seit dieser Woche trifft sich die Mannschaft einmal pro Woche auf der Onlineplattform Zoom, um gemeinsam Kräftigungsübungen zu machen und den Teamgedanken wieder ein bisschen mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Außerdem schicken Hörtkorn und sein Co-Trainer Lukas Schuster („Wir verstehen und auf und neben dem Platz super und Lukas ist mit seiner Arbeit sehr wichtig für uns“) die Mannschaft zum Laufen. Hörtkorn appelliert dabei aber an die Eigenverantwortung seiner Spieler („Ich bin kein Kontrollfreak“). „Natürlich ist unsere Zielsetzung noch so viele Punkte wie möglich zu holen. Wir haben noch fünf Spiele, macht 15 Punkte. Wir wollen das Optimum rausholen, den Rhythmus halten und Konstanz reinbringen“, sagt der Familienvater.

Mehr zum Verein unter www.svbadbuchau.de

Aufrufe: 024.2.2021, 06:10 Uhr
Marc DittmannAutor

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