Winke-winke vor dem Bachtal-Derby: Gastgeber ist diesmal die Eintracht Staufen (blau-weiß) für einen SV Altenberg (weiß-rot), der mit einem Sieg seine Tabellenführung verteidigen will.		F.: Karl Aumiller
Winke-winke vor dem Bachtal-Derby: Gastgeber ist diesmal die Eintracht Staufen (blau-weiß) für einen SV Altenberg (weiß-rot), der mit einem Sieg seine Tabellenführung verteidigen will. F.: Karl Aumiller

Manche mögen’s heiß

Während sich die Spieler gut verstehen, kocht im Bachtal-Derby zwischen Staufen und Altenberg bei den Fans schon mal die Stimmung hoch

Es ist wieder bayerischer Derby-Tag in der ostwürttembergischen Kreisliga B5: Die viertplatzierte Eintracht Staufen empfängt den Nachbarn und aktuellen Tabellenführer SV Altenberg. Große Geheimnisse zwischen beiden Klubs gibt es nicht, die Orte trennt gerade mal ein Kilometer voneinander.

Die rot-weißen Altenberger führen nach sechs Spieltagen ungeschlagen das Klassement an, Vize-Abteilungschef Manfred Mayer ist mit einer vorschnellen Prognose jedoch noch vorsichtig: „Natürlich wollen wir eine gute Rolle spielen, aber die Saison ist noch jung und da kann viel passieren.“ Zudem erinnert sich Mayer: „Vergangene Saison haben wir gegen Staufen beide Spiele verloren!“ Resultat war am Ende der Saison ein achter Tabellenrang. Damit gab man sich beim SVA nicht zufrieden.

Trainer Tobias Stegmaier musste seinen Hut nehmen. „Es gab da innerhalb der Mannschaft Querelen“, räumt Mayer ein, „vor allem mit den jüngeren Spielern kam der Trainer nicht mehr klar und darum haben wir uns von ihm getrennt“. Mit Neu-Coach Hans Mack läuft es bisweilen tadellos. „Der ‘Ufte’ ist mit seinen 63 Jahren eine absolute Respektsperson“, nennt der Abteilungsleiter einen der Vorzüge von Mack. Neu ist auch Gustav Burkard als Co-Trainer.

Mit Siegfried Tiefenbacher, Hannes Henning, Jonas Füchsle und Martin Rettinger fehlen Altenberg aktuell gleich vier Langzeitverletzte. Arg vermisst im Abwehrverbund wird vor allem Eigengewächs Martin Rettinger. Doch Manfred Mayer ist froh, dass er überhaupt noch beim SVA weilt: „Der Martin ist ein ganz guter Fußballer. Der könnte mindestens zwei Klassen höher spielen“, ist seine Meinung.

Im Lager der Staufener Gastgeber kann fast die komplette Stammelf zum Derby auflaufen. Lediglich Mannschaftskapitän Marco Frey fehlt verletzt. „Mit ihm ist frühestens in der Frühjahrsrunde wieder zu rechnen“, meint sein Trainer Michael Mittelstädt. Der gebürtige Heidenheimer fungiert bereits die fünfte Saison als Übungsleiter der Eintracht und ist nach wie vor hoch motiviert: „Es passt alles soweit und ich fühle mich hier super wohl“, sagt der 40-Jährige, der in Syrgenstein wohnt.

Er freut sich über das gute Umfeld und sagt: „Natürlich gibt es immer was zu verbessern, aber wir haben ein schönes Sportheim und einen der besten Spielplätze der Liga.“ Tragende Spieler aus seinem Team herauszupicken, davon hält Mittelstädt überhaupt nichts: „Das Wort Stammspieler mag ich nicht. Bei mir sind alle Kicker gleich wichtig“, ergänzt er und setzt voll auf das Kollektiv. Und mit Blick auf die Nachwuchsarbeit meint Mittelstädt: „Ich erinnere mich, vor drei Jahren hatten wir mal einen starken Jahrgang. Zuletzt aber kam nicht mehr so viel nach oben.“

Eine zeitliche Verlegung der Partie, um eine größere Zuschauerresonanz zu erzielen, wurde laut Mittelstädt diesmal nicht ins Auge gefasst: „Wir haben das schon einmal gemacht. Mehr Fans hat diese Maßnahme aber auch nicht angezogen.“ Apropos Fans! Während die Staufener die lokalsportlichen Auseinandersetzungen auf dem grünen Rasen als friedlich bezeichnen, ist man da auf Altenberger Seite etwas anderer Meinung: „Unter den Spielern gibt es keine Probleme. Die Hektik kommt von den Zuschauern“, sagt Manfred Mayer mit Blick auf frühere Derbys.

Damit sich eventuell erhitzte Gemüter wieder beruhigen können, bietet der Gastgeber hinterher eine zünftige Kirchweihfeier im Eintracht-Sportheim an. Zuletzt seltener geworden sind derweil die Sportplatzbesuche von Ex-Bundesliga-Profi und SVA-Legende Roland Stegmayer: „Mein Schwiegervater geht langsam auf die 70 zu und hat schon einige Operationen hinter sich“, nennt der stellvertretende Abteilungsleiter Manfred Mayer verständliche Gründe.

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Aufrufe: 012.10.2018, 20:32 Uhr
Donau-Zeitung / Günther DirrAutor

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