Ex-Hassiate Serdal Günes (links) ist ein stabilisierender Faktor in Waldalgesheims Abwehr.	Foto: Edgar Daudistel
Ex-Hassiate Serdal Günes (links) ist ein stabilisierender Faktor in Waldalgesheims Abwehr. Foto: Edgar Daudistel

Waldalgesheim: »Drücke Bingen beide Daumen«

Waldalgesheims Serdal Günes und Hassiate Axel Neumann sprechen übers den Konkurrenten

BINGEN/WALDALGESHEIM. Vor wenigen Jahren spielten noch mehr als die Hälfte der Akteure von Hassia Bingen und Alemannia Waldalgesheim bereits im Aktiven-Bereich für beide Vereine. Aktuell sind es sieben: Alemanne Serdal Günes lief von 2018 bis 2020 im rot-schwarzen Dress auf. Die Hassiaten Axel Neumann (2010/11, 2012-15), Antonio Serratore (2011-13), Kay Schotte (2012-15), Ivan Tadic (2010-12, 2017-19), Pierre Merkel (2008-10) und Baris Yakut (zwei Monate im Sommer 2015) kickten in der Vergangenheit im grünen Trikot. Günes und Neumann, beide mittlerweile 29 Jahre alt, blicken auf Entwicklungen in beiden Clubs.

Aus der Ferne beobachtet: Was macht Erfolg bzw. Misserfolg beim Gegner vom Samstag aus?

Günes: Die Hassia hatte Pech mit Verletzungen von Pierre Merkel und Toni Serratore. Dazu haben es einige Spieler nicht geschafft, ihre Leistung abzurufen. Schwierig, wenn du keine regional-einheitliche Mannschaft auf dem Platz hast. Wenn du dann ganz viel Pech hast, gehst du eine Liga runter. Ich drücke den Bingern aber beide Daumen, dass sie drinbleiben. Etwas Besseres als ein Derby gibt es für Spieler und Zuschauer nicht.

Neumann: Konsequentes Arbeiten, Ideen, mit passenden Spielern das System verfeinern. Und natürlich auch das Glück zur richtigen Zeit, das macht die Alemannia in dieser Saison aus.

Wo liegen die Probleme/Pluspunkte des Gegners?

Günes: Die Binger müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, eben nicht die Leistung gebracht zu haben. Du kannst viel auf den Trainer schieben, aber nach vier oder fünf Spielen musst du dich auch selbst hinterfragen. Es ist zu einfach, die Schuld nur beim Vorstand oder dem Trainer zu suchen.

Neumann: Die Alemannia hat bislang auf den Punkt gespielt, spielerisch und kämpferisch überzeugt. Ganz im Gegensatz zu uns. Wir haben so viel Potenzial für verrückte Aktionen, aber die müssen auch mal kommen. Dazu kamen in den entscheidenden Situationen auf der einen Seite verdientes Glück, auf der anderen eben Pech.

Wer sind die entscheidenden Spieler beim Gegner?

Günes: Pierre, der ist aber verletzt. Toni noch nicht richtig fit. Auch Baris Yakut kann ein Spiel ganz allein entscheiden.

Neumann: Sehr entscheidend ist für mich Pasquale Patria im Tor. Er eröffnet das Spiel und lässt der Alemannia Platz im Aufbau. Dazu kommt Linus Wimmer. Der ist überragend und hat frischen Wind gebracht.

Gibt es noch Beziehungen zum Ex-Verein?

Günes: Natürlich. Da sind die Genannten, Baris, Toni und Pierre, auch einige andere Jungs. Man trifft sich eben immer wieder. Ich hab auch gute Kontakte zu Ebbe (Trainer Thomas Eberhardt, die Red.).

Neumann: Klar. Zu Marcel Fennel selbstverständlich, genauso zu Blumi oder zu Reinhard (Ex-Präsident Schenk, die Red.). Die Kontakte zum Umfeld bleiben, die zu den Spielern werden mit den Jahren weniger.

Wie fällt der Rückblick auf die eigene Spielzeit aus?

Günes: Ein Riesenlob an den ganzen Verein. Die Zusammenstellung der Mannschaft ist einzigartig. Und wir müssen noch überlegen, was hätte passieren können, wenn wir Can Özer vorne drin gehabt hätten. Dazu kommt die Entwicklung von jungen Leuten wie Nils Gräff. Für mich selbst war es ein gutes Jahr, auch weil ich die Vorbereitung erstmals komplett durchziehen konnte. Leider bin ich nach dem Muskelfaserriss in Trier vier Wochen ausgefallen.

Neumann: Zur Bilanz mit der Hassia muss ich nicht viel sagen, da hatten wir uns alle mehr erhofft. Ich jedenfalls will mich nach meiner verkorksten letzten Spielzeit mit Verletzungen und der Corona-Pandemie nicht mit einem Abstieg verabschieden. Vom Aufwand her werde ich im Sommer zurückfahren, Stand jetzt nach Bad Sobernheim zurückgehen.

Die Interviews führte Jochen Werner.



Aufrufe: 03.12.2021, 11:30 Uhr
Jochen WernerAutor

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