Einen Schritt schneller als sein Gegenspieler: Mariadorfs Abdullah-Selim Basogul (rechts).
Einen Schritt schneller als sein Gegenspieler: Mariadorfs Abdullah-Selim Basogul (rechts). – Foto: Dagmar Meyer-Roeger
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Versöhnlicher Abschluss für Mariadorf

Die Land-Alemannia gewinnt 2:0 gegen Germania Erftstadt-Lechenich, steigt aber aus der Landesliga ab. KBC fährt den Pflichtsieg in Brühl ein.

Vor dem letzten Saisonspiel glimmte der kleine Funken Hoffnung noch im Mariadorfer Südpark.

„Wenn Brühl nach dem ersten auch das letzte Spiel gewinnt, dann haben wir noch eine Chance“, brachte es ein Zuschauer rund zehn Minuten vor dem Anpfiff auf den Punkt. Der zweite Saisonsieg des abgeschlagenen Schlusslichts gegen den Kohlscheider BC hätte nämlich zur Folge gehabt, dass Alemannia Mariadorf am Sonntagnachmittag doch noch den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga hätte feiern können. Vorausgesetzt, dass die Land-Alemannia selbst gewinnt.

Enttäuschung „nicht so groß“

Die Schützenhilfe blieb jedoch aus, so dass der 2:0-Sieg der Mariadorfer gegen Germania Erftstadt-Lechenich zwar für einen versöhnlichen Abschluss sorgte, aber letztlich wertlos war. „Die Enttäuschung ist nicht so groß, weil wir uns darauf einstellen konnten“, bilanzierte Alemannia-Trainer Sebastian Wirtz, der mit dem Verein in die Bezirksliga gehen wird. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind nicht heute abgestiegen.“

Dass die Erftstädter ihrem Rekordtrainer Paul Esser, der sich nach 37 Jahren (!!!) bei der Germania in den Ruhestand verabschiedet, einen würdigen Abschied bereiten wollten, war nicht zu erkennen. Ohne Feuer und Leidenschaft traten seine Spieler auf. Auf Mariadorfer Seite regierte dagegen die Angst vor dem ersten großen Fehler, der die Hoffnung auf den Ligaverbleib begraben würde, so dass Torchancen zu Beginn Mangelware blieben. Erst nach Ablauf der ersten halben Stunde legten die Hausherren den Schalter um. Yannik Voussen (34.) eröffnete das Privatduell mit Sandrio Singh, der mehrfach Sieger blieb. Auch Andre Hochmuth (38.) per Außenrist-Schuss und Denis Pozder (40.) scheiterten am überragend aufgelegten Germania-Keeper, so dass es mit einem torlosen Remis in die Pause ging.

Da es auch in Brühl nach 45 Minuten noch 0:0 stand, blieben die Mariadorfer nach dem Seitenwechsel auf dem Gaspedal. 50 Sekunden waren gespielt, als Voussen frei auf Singh zusteuerte, aber erneut die Führung verpasste. Der Alemannia-Kapitän wiederholte dieses „Kunststück“ in der 71. Minute, nachdem zuvor Pascal Willems (63.) den Ball nicht am Gästetorwart vorbeigelegt bekommen hatte. Für Singh hätte es das perfekte Spiel werden können, da er kurz davor stand, sogar den von Hochmuth getretenen Foulelfmeter zu parieren. Der Ball trudelte jedoch – gefühlt in Zeitlupe – über die Linie (78.).

Der erste Treffer hätte den Abstiegskampf noch einmal spannend machen können, Timo Staritz hatte den KBC aber mit einem lupenreinen Hattrick (51., 70., 73.) auf die Siegerstraße gebracht und für die Vorentscheidung in Brühl gesorgt. Dass Hochmuth (81.) auch den zweiten Foulelfmeter im Duell mit Singh, der erneut die Hände an den Ball bekam, verwandelte, sorgte deshalb nur noch für Ergebniskosmetik im abschließenden Saisonspiel.

Bier statt Sekt beim KBC

Auch bei den Kohlscheidern knallten nach dem finalen Akt nicht die Sektkorken. Der 3:0-Pflichtsieg in Brühl und der damit feststehende Klassenerhalt wurde vielmehr mit Bier begossen. „Nach der Rückrunde sind wir einfach nur froh, dass wir ein weiteres Jahr in der Landesliga mitnehmen. Wir freuen uns, sind aber nicht in Ekstase“, sagte KBC-Coach Andreas Puzicha. Seine Mannschaft hatte es beim Tabellenletzten unnötig spannend gemacht, „wir hätten schon zur Pause 4:0 oder 5:0 führen können.“ Für klare Verhältnisse sorgte Dreierpacker Staritz, der „schon in der ersten Halbzeit einen Hattrick hätte machen können“, sagte sein Trainer mit einem Schmunzeln. „Aber das ist egal. Wichtig ist nur, dass wir heute den letzten entscheidenden Schritt gegangen sind.“

Aufrufe: 014.6.2022, 13:30 Uhr
Benjamin JansenAutor

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