Alberweilers B-Juniorinnen (vorn Mia Eickmann) beendeten die abgebrochene Saison 2019/20 in der Bundesliga Süd auf Rang eins. (Archivfoto: Volker Strohmaier)
Alberweilers B-Juniorinnen (vorn Mia Eickmann) beendeten die abgebrochene Saison 2019/20 in der Bundesliga Süd auf Rang eins. (Archivfoto: Volker Strohmaier)

Große Freude über den Premierentitel

Die B-Juniorinnen des SV Alberweiler sind erstmals Meister in der Bundesliga Süd

Alberweiler - Es ist eine Premiere für den SV Alberweiler: Erstmals seit der Zugehörigkeit zur B-Juniorinnen-Bundesliga Süd ist der SVA Staffelmeister geworden. Dass die Spielzeit 2019/20 aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abgebrochen wurde und Alberweiler von der auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag ebenso beschlossenen Quotientenregelung profitierte, trübt die Freude über das Erreichte im Verein nicht. Durch die Anwendung der Quotientenregelung rückte der SV Alberweiler (12 Spiele/30 Punkte/Quotient: 2,5) auf Rang eins vor. Für den SC Freiburg (13/31/2,38) ging es runter von Platz eins auf Rang drei (SZ berichtete).

„Die Freude ist schon groß. Ich bin sehr stolz auf das, was die ganze Mannschaft geleistet und erreicht hat“, sagt Alberweilers Cheftrainer Dominik Herre, der die Entscheidung des DFB-Bundestags am Montag im Livestream verfolgt hat. „Natürlich hätten wir die Runde gerne komplett zu Ende gespielt und so den Titel geholt.“ Der SVA sei einer der zwei Vereine gewesen, die bei der Umfrage unter den 30 Clubs aus den Staffeln Nord/Nordost, West/Südwest und Süd dafür waren, die Saison, wann auch immer, fertigzuspielen. „Aber das war coronabedingt leider nicht möglich. Der Saisonabbruch ist absolut nachvollziehbar und die einzig richtige Entscheidung“, so Dominik Herre. „Momentan gibt es gesamtgesellschaftlich gesehen viel Wichtigeres, nämlich die Gesundheit aller.“

Dass im Zuge des Abbruchs eine Wertung erfolgte, darüber ist der 35-Jährige sehr froh. „Die Quotientenregelung war das Fairste, was man machen konnte. So ist alles, was geleistet wurde, in die Endabrechnung eingeflossen. Insgesamt gesehen sind wir in sportlicher Hinsicht auch ein verdienter Staffelmeister“, sagt der SVA-Cheftrainer und verweist dabei auf die Zahlen. „Wir waren Herbstmeister, haben an acht Spieltagen die Tabelle angeführt.“ Zudem hat Alberweiler das beste Torverhältnis (+34) und die meisten Tore geschossen (44). Mit Julia Stützenberger (17 Treffer) stellt der SVA außerdem die beste Torschützin der Liga. Bei den Spielerinnen sei die Freude über die Staffelmeisterschaft ebenfalls sehr groß. „Die Nachricht hat sich in der WhatsApp-Gruppe der Spielerinnen wie ein Lauffeuer verbreitet. Das habe ich von Kapitänin Julia Kopf gehört. Ich selbst bin ja nicht in der Gruppe“, so Dominik Herre. Nur eine Tatsache dämpft die Freude im SVA-Lager etwas. „Was sehr schade ist, ist, dass die Mannschaft den Erfolg nicht zusammen auf dem Platz feiern kann. Das letzte Mal haben wir uns alle beim Training am Freitag, 13. März, gesehen“, sagt der SVA-Cheftrainer. Dann kam Corona, seither sei Individualtraining angesagt gewesen. „Die Meisterfeier werden wir aber sicher nachholen, wenn es wieder möglich ist“, so der 35-Jährige.

Bei Martin Kaiser, dem Vorsitzenden des SV Alberweiler, ist die Freude über den Premierentitel ebenso sehr groß. Diese trübt auch nicht die Tatsache, dass der SVA auch vom Saisonabbruch und Quotientenregelung profitierte. „Die Mannschaft hat eine tolle Leistung gebracht über zwei Drittel der Saison, die ja schon absolviert sind. Daher sind wir ein verdienter Meister“, so der 53-Jährige. „Cheftrainer Dominik Herre und Co-Trainer Franz Herre haben einen großen Anteil am Titel. Beide haben einen überragenden Job gemacht und erneut viele neue Spielerinnen integriert.“

Wann die nächste Saison startet, ist wegen der Corona-Situation offen. „Laut aktuellem Rahmenterminplan soll die Spielzeit 2020/21 am 29. August losgehen. Die Chancen stehen 50:50, dass es so kommen kann. Man muss einfach die Entwicklung der Corona-Lage abwarten“, sagt Martin Kaiser und fügt hinzu: „Ein Saisonstart ohne Zuschauer ist nicht vorstellbar für mich, allein schon aus finanzieller Sicht. Wir brauchen diese Einnahmen einfach, um den Spielbetrieb stemmen zu können.“

Klar ist bereits, dass Dominik Herre in der Spielzeit 2020/21 Chefcoach in Alberweiler bleibt und sein Vater Franz Herre Co-Trainer. „Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen, junge Spielerinnen persönlich und sportlich weiterentwickeln und an den Frauenbereich heranführen“, so Dominik Herre. „Es ist sehr gut für den SV Alberweiler, dass beide weitermachen werden“, sagt Martin Kaiser.

Die Personalplanungen für die kommende Spielzeit sind laut Dominik Herre schon länger am Laufen. Neun altersbedingte Abgänge sind fix: Mia Eickmann, Julia Kopf, Kristina Halcinova (rücken alle in den Regionalliga-Kader der SVA-Frauen auf), Susen Kiesel, Chantal Ebinger (wechseln beide zum TSV Tettnang), Franziska Gaus (zu RB Leipzig) und Leonie Birk (zum SV Mietingen) sowie Saskia Hepp und Julia Stützenberger (bei beiden ist die Entscheidung noch offen). „Trotz der Abgänge umfasst der Kader für die kommende Saison bereits 17 Spielerinnen, die alle schon beim SVA sind“, sagt Alberweilers Cheftrainer. „Der Kern der Mannschaft steht. Es wird sicher darüber hinaus noch einige Zugänge geben.“

Aufrufe: 027.5.2020, 08:16 Uhr
Felix GaberAutor