– Foto: Rocco Bartsch

Das bedeuten die neuen Corona-Beschlüsse für den Fußball

Mit Voting: In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, was mit der unterbrochenen Saison 2020/21 passiert. Zwingend erfoderlich wären 50 Prozent der absolvierten Spiele für eine Saisonwertung nicht.

Es ist ein langer Leidensweg für alle Bundesbürger, in beruflicher wie auch in privater Hinsicht. Die Corona-Pandemie hat das Land seit einem Jahr fest im Würgegriff, seit November ruht mit dem Fußball auch das geliebte Hobby vieler Menschen am Niederrhein. Wie auch immer man die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch bewerten mag, sie bieten nun zumindest im Bestfall wieder Optionen.

Den Beschlüssen zufolge dürfte ab dem 22. März wieder im Kontaktsport, also auch im Fußball, trainiert werden, und zwar überall dort, wo die Inzidenzwerte innerhalb von sieben Tagen pro 100.00 Einwohner den Schwellenwert von 100 mehr als drei Tage nicht überschritten haben. Am Freitag gibt es im Bereich des Fußballverbands Niederrhein genau einen Kreis, der die Marke von mehr als 100 Infektionen überschritten hat. In Remscheid liegt der Wert bei 113,2. Wie sich die Situation entwickeln wird, ist selbst bei Virologen durchaus umstritten. Der eine Teil bezweifelt, dass der Frühling den Werten positiv in die Karten spielen könnte, auch, weil die Entwicklung der mutierten Viren kaum kalkulierbar ist. Der andere Teil hält eine Entspannung dennoch für möglich. Nur die Zeit wird zeigen, was wirklich passiert. Aktuell ist die Tendenz stabil bis leicht steigend.

Training ab dem 22. März nur mit Test

Voraussetzung für einen Verein, der dann wirklich zum "echten" Training bitten möchte, wäre jedoch eine Testung aller Beteiligten. Das erscheint in den meisten Fällen kaum realistisch, auch wenn es sicher hier und da Vereine geben wird, wo ein Mäzen eine Ladung Selbsttests "spendiert", die ab dem Wochenende bei einem Discounter für etwa fünf Euro das Stück erhältlich sein sollen und in der kommenden Woche flächendeckend angeboten werden dürften.

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Realistisch wird flächendeckendes Training also wohl erst ab dem 5. April, wenn Stufe fünf des neuen Corona-Plans greift. Dann nämlich sind die Tests nicht mehr erforderlich, sofern die Inzidenz unter 100 liegt. Auf dieser Basis fußt auch das, was der Fußballverband Niederrhein am Donnerstagabend unter der Führung von Verbands-Fußballobmann Wolfgang Jades und Staffelleiter Clemens Lüning mit den Kreisobleuten und Schiedsrichter-Vertretern in einer Video-Schalte besprochen hat. Einen Spielbetrieb würde das, mit dem angekündigten Trainings-Vorlauf, ab dem Wochenende 1./2. Mai möglich machen, Pokalspiele oder Nachholpartien möglichweise bereits eine Woche zuvor, wenn Vereine das wünschen. "Es ging am Donnerstag aber nicht um Entscheidungen, sondern erstmal darum, alle Verantwortlichen auf den gleichen Stand zu bringen", sagt Henrik Lerch, Pressesprecher des FVN. "Bei allem, was beschlossen wird, werden wir die Vereine auf jeden Fall wieder mit ins Boot holen. Das hat sich ja absolut bewährt."

Sollte das alles so gelingen, und es dann keine weiteren, größeren Probleme geben, könnten die Landes- und Bezirksligen bei diesem Zeitplan wohl ihre Hinrunde bis Ende Juni beenden. Klar ist aber auch, dass das bei der Oberliga oder in Kreisligen mit mehr als 18 Mannschaften problematisch wird. "Über Modelle, wie wir das dann lösen, ist in der Runde noch nicht gesprochen worden", sagt Lerch. Dabei ist es aber keineswegs so, dass 50 Prozent der absolvierten Spiele die zwingende Voraussetzung für eine Wertung der Saison sind. Denn Paragraph 41a der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes, auf deren Grundlage der Spielbetrieb durchgeführt wird, sagt dazu speziell für die Saison 2020/21: "Kommt ein gemäß § 38 Abs. 1 abgeänderter Austragungsmodus zur Anwendung, entscheidet dieser Modus über Meister, Auf-und Abstieg. Kann der Wettbewerb nach diesem abgeänderten Modus aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht zu Ende gespielt werden, können der WDFV und die Landesverbände abweichende Regelungen beschließen." Lerch stellt aber auch klar, dass eine solche Regelung nur nach Rücksprache mit den Vereinen, etwa in der Oberliga, greifen würde. "Auch hier gilt es, sich das Meinungsbild einzuholen", erklärt Lerch.

Zweigeteilte Oberliga?

Dass eine solche Lösung aufgrund etwa unterschiedlciher Stärken der Gegner in den gewerteten Spielen nicht überall auf Gegenliebe stoßen würde, lässt sich erahnen. Deshalb könnte für die Oberliga auch eine Lösung sein, was FuPa bereits an mehreren Stellen gemutmaßt hatte. Eine ohne Absteiger noch weiter wachsende Oberliga könnte in zwei Staffeln aufgeteilt werden, dort dann entwerde eine normale Saison mit weniger Spielen gespielt oder auch eine Meister- und Abstiegsrunde an eine Hinserie angeschlossen werden. Die Vereine werden dazu sicher bald ihre Meinung äußern.

Aufrufe: 5.3.2021, 11:48 Uhr
Sascha KöppenAutor

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