– Foto: Andreas Zobe

TuS Dornberg bei Vize-Weltmeister Jörg Böhme

In Steinhagen haben die Bielefelder Landesligaspieler nichts zu verschenken

Ein Nachbarschaftsduell steht für den TuS Dornberg auf dem Spielplan. Das Team von Trainer Jens Horstmann gastiert in Steinhagen. Dort gibt es seit einigen Tagen einen neuen, alten Trainer. Ex-Profi Jörg Böhme hat nach 2018 erneut übernommen. Er löst Igor Sreckovic als Coach ab.

Jörg Böhme (48) ist ein Fußball-Promi. Er stand beim DSC Arminia unter Vertrag (1998 bis 2000 und 2006 bis 2008). Daneben war er für den 1. FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt, 1860 München, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach aktiv. Seine Karriere startete er beim FC Carl-Zeiss Jena. Mit den Schalkern wurde Böhme 2001 sogar DFB-Pokalsieger. Beim 2:0-Erfolg über Union Berlin schoss er beide Tore. Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan stand er im deutschen Kader, wurde Vizeweltmeister. Ohne eigene Einsatzzeit.

Und jetzt also soll er die abstiegsbedrohte SpVg. Steinhagen in der Landesliga halten. Sein Einstand als Chefcoach im Nachholspiel am vergangenen Donnerstag beim FC Nieheim ging schief. 2:4 unterlag die Böhme-Elf. Jetzt kommt der TuS Dornberg. „Eine schwierige Aufgabe“, sagt Böhme und hofft, das Bestmögliche herauszuholen. Die richtige Arbeit mit der Mannschaft beginne erst in den Wochen danach.


Neun Zähler mehr hat der TuS gegenüber der Sportvereinigung auf dem Konto. Nach unten haben die Steinhagener kaum Luft. Zwei Pünktchen stehen sie vor dem Hövelhofer SV, der auf Platz 14 den ersten Abstiegsplatz belegt. „Es ist schon irgendwie ein Dilemma“, beginnt Dornbergs Coach Jens Horstmann seine Ausführungen. „Eigentlich habe ich richtig Bock zu gewinnen. Wenn wir gewinnen, ist es schlecht für Steinhagen, gegen die ich gern nächste Saison wieder spielen würde. Wenn wir verlieren, tut es weh.“ Schützenhilfe allerdings lehnt Horstmann ab. Sein Credo ist es, auf den Platz zu gehen, um zu gewinnen. Ohne Rücksicht auf den Nachbarn von „hinterm Berg“.


Horstmann verbindet eine besondere Beziehung mit Steinhagen. Er war dort selbst Trainer der zweiten Mannschaft. Das ist schon ein paar Jahre her. Im Hinspiel mussten sich die Dornberger 1:2 geschlagen geben. Grund genug also eigentlich, um nun auf Wiedergutmachung aus zu sein. Und dieses Unterfangen können die Dornberger mit einem sehr gut besetzten Kader angehen.

Mirco Felske ist zurück, Morten Struwe ist wieder eine Option, ebenso Lukas Meiss und Noah Fritz. Auch Simon Kerker, der in der Vorwoche bereits ein paar Minuten spielte, ist fit. Für René Schäfer ist es auch ein besonderes Spiel, er war selbst mal in Steinhagen aktiv. „René freut sich schon“, berichtet Horstmann.
Der Dornberger Trainer, bekennender Fan von 1860 München hat also mit Böhme am Sonntag den zweiten Ex-Löwen als Trainer-Pendant neben sich. Das erste Duell gegen Daniel Halfar (Trainer von Kirchlengern) entschied Horstmann für sich.

„Ich gehe nicht davon aus, dass meine Jungs während des Spiels zur Steinhagener Bank gehen, um sich ein Autogramm zu holen“, scherzt Horstmann. Für Steinhagen hat er aufmunternde Worte parat: „Ich glaube nicht, dass sie absteigen, auch wenn wir am Sonntag gewinnen.“

Aufrufe: 07.5.2022, 15:00 Uhr
bazi/nwAutor