
Der Fußball lebt von der Leidenschaft, den intensiven Emotionen und der harten Arbeit in der Saisonvorbereitung. Am Bruchwald wurden heute die begehrten Titel vergeben. Beide Spiele fanden beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen am Bruchwald statt, was diesem Tag eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Ausgetragen wurden das Supercup-Finale der Männer und der Frauen des Fußballbezirks Enz/Murr. Die Zuschauer erlebten zwei völlig unterschiedliche sportliche Geschichten. Während das Duell der Männer von taktischer Vorbereitungsarbeit und spätem Nervenkitzel geprägt war, entwickelte sich das Spiel der Frauen zu einer Offensiv-Galavorstellung.
Ein lauer Sommerkick mit zähem Kampf in der Vorbereitung
Das Endspiel der Männer zwischen dem SV Salamander Kornwestheim und dem SV Germania Bietigheim lockte 100 Zuschauer an den Bruchwald. Diese sahen eine Begegnung, die spürbar von den Strapazen der aktuellen Phase gezeichnet war. Beide Mannschaften befinden sich noch mitten in der Vorbereitung, was dem Spielfluss anzumerken war.
Es entwickelte sich ein klassischer, lauer Sommerkick, bei dem spielerische Glanzlichter zunächst Mangelware blieben. Für die Trainer wurde in vielen Szenen überdeutlich, dass bis zum ersten Pflichtspiel noch viel Arbeit auf ihre Mannschaften wartet. Der Favorit setzte sich am Ende durch, ohne sich hier mit Ruhm zu bekleckern, doch bis dahin war es ein zähes Ringen um die Kontrolle auf dem Platz.
Die überraschende Führung durch eine kuriose Flugbahn
Die Emotionen brachen sich im zweiten Durchgang vollends Bahn, als das Spiel eine unerwartete Wendung nahm. In der 66. Spielminute fiel etwas überraschend die Führung für den Landesligisten Germania Bietigheim. Rama bringt den Ball in den Strafraum, da steht Luan Bytyqi, trifft den Ball aber nicht richtig mit dem Kopf. Die Bogenlampe senkt sich ins lange Eck. Dieses Tor stellte den bisherigen Spielverlauf ein Stück weit auf den Kopf, erlöste jedoch die Akteure auf dem Platz.
Späte Vorentscheidung und ein Handelfmeter in der Nachspielzeit
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. In der 88. Minute folgte die Vorentscheidung durch ein tolles Zusammenspiel der Offensivkräfte: Toller Pass in die Tiefe von Bytiqi auf Rama, der läuft alleine auf Keeper Hoffmann zu und schiebt den Ball aus 15 unhaltbar flach ins Eck. Der Jubel über das 0:2 war riesig, doch Kornwestheim mobilisierte in der Nachspielzeit noch einmal alle Kräfte für einen letzten emotionalen Angriffsversuch. In der 90.+1 Minute folgte schließlich das 1:2 durch Stefano Nicolazzo per Handelfmeter. Direkt nach diesem Treffer war jedoch Schluss.
Ein Kantersieg im Endspiel der Frauen
Völlig konträr zum engen Match der Männer verlief das Supercup-Finale der Frauen. Hier standen sich der SV Horrheim und der FSV 08 Bietigheim-Bissingen gegenüber. Was folgte, war kein zähes Abtasten, sondern ein hochemotionales Offensivspektakel. Die Frauen des SV Horrheim präsentierten sich in einer beeindruckenden Frühform und überrollten ihre Gegnerinnen förmlich in regelmäßigen Abständen. Am Ende leuchtete einhistorisches 9:1 von der Anzeigetafel.
Ein unaufhaltsamer Torreigen bricht über das Finale herein
Das Torfestival nahm in der 35. Spielminute seinen Lauf, als Romy Truckseß das 1:0 für den SV Horrheim erzielte. Die Dominanz wurde noch vor dem Halbzeitpfiff deutlicher: In der 44. Minute war es Vanessa Held, die auf 2:0 erhöhte. Direkt nach dem Seitenwechsel keimte kurz Hoffnung beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen auf. In der 47. Minute verwandelte Katharina Jaißle einen Foulelfmeter zum 2:1. Doch die Antwort folgte prompt und erstickte jede Aufholjagd im Keim: In der 51. Minute erzielte Marina Köhler das 3:1. Erneut Vanessa Held schraubte das Ergebnis in der 55. Minute auf 4:1 hoch. In der 59. Minute verwandelte Lara Nimmerfroh einen Foulelfmeter zum 5:1.
Der Schlusspunkt unter eine Galavorstellung
Die Schlussphase brachte weitere Tore und emotionale Höhepunkte für die spielfreudigen Siegerinnen, während die gegnerische Defensive keinerlei Mittel mehr fand. Marina Köhler erzielte in der 63. Minute das 6:1. In der 71. Minute trug sich auch Carolin Botos mit dem Treffer zum 7:1 in die lange Torschützenliste ein. Der Torhunger war immer noch nicht gestillt. Vanessa Held krönte ihre Leistung in der 78. Minute mit dem 8:1. Den endgültigen Schlusspunkt unter dieses denkwürdige Finale setzte schließlich Tabea Holzhäuer in der 85. Minute mit dem Tor zum 9:1-Endstand.