
Am 25. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga will die DJK Südwest die nächste Chance nutzen, um einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft zu machen. Gegen Bröltal dürfte das allerdings keine leichte Aufgabe werden. Der TuS steckt mitten im Abstiegskampf und wird es dem Spitzenreiter entsprechend schwer machen.
Für Schlusslicht Bergfried könnte am Sonntag dagegen die traurige Gewissheit des Abstiegs Realität werden. Das möchte der SV unbedingt vermeiden und damit die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben halten.
Nach der bitteren Pleite gegen die hocheffiziente Spoho-Reserve brennt die Mannschaft von Maik Honold im Heimspiel gegen den SV Menden darauf, den vierten Tabellenplatz (30 Punkte) zu festigen. Der unbändige Aufwand der letzten Wochen soll sich endlich wieder in Toren und drei Punkten auszahlen. Trotz spielerisch starker Auftritte zog sich der Chancenwucher wie ein roter Faden durch die jüngsten Partien der Viktoria. Viktoria-Trainer Maik Honold legt den Finger vor dem Heimspiel ganz bewusst in die Wunde, verbreitet aber gleichzeitig puren Optimismus: „Die letzten beiden Spiele haben uns nochmals deutlich aufgezeigt, wo in dieser Saison bei uns der Schuh drückt: die Chancenverwertung. Die Mannschaft betreibt einen hohen Aufwand, erspielt sich regelmäßig eine Vielzahl an Torchancen, belohnt sich dafür jedoch zu selten. Hier gilt es anzusetzen, um den eigenen Aufwand endlich auch in zählbare Erfolge umzuwandeln. Die Überzeugung innerhalb des Teams ist dennoch groß. Wenn wir weiterhin so konsequent unsere Möglichkeiten herausspielen, bin ich fest davon überzeugt, dass am Sonntag der Knoten platzen wird und wir uns für unsere Leistungen belohnen.“ Die Gäste aus Menden reisen mit dem Rücken zur Wand an. Durch den Bröltaler Erfolg am Pfingstmontag ist der SV Menden (18 Punkte) pünktlich zum Saisonendspurt auf den ersten echten Abstiegsplatz (Platz elf) gerutscht. Für die Gäste geht es um die nackte Existenz in der Liga. Honold warnt daher eindringlich davor, den Gegner rein an der Tabellenplatzierung zu messen: „Seit dem letzten Spieltag ist der Gegner auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht, dennoch spiegeln die Ergebnisse der vergangenen Wochen nicht zwingend die aktuelle Leistungsfähigkeit wider. Menden hat in vielen Spielen nur knapp verloren und wird entsprechend hochmotiviert anreisen, um im Abstiegskampf wichtige Punkte mitzunehmen.“
Für Bergfried ist das Auswärtsspiel in Merl ein Alles-oder-nichts-Spiel. Sollte der SV dort nicht gewinnen, stünde der Abstieg aus der Mittelrheinliga fest. Auch Merl muss noch zittern. Nach der bitteren 1:3-Pleite in Bröltal, bei der die Merlerinnen die komplette erste Halbzeit verschliefen, ist die Lage ernst. Zwar steht Merl mit 21 Punkten noch knapp über dem Strich (Platz acht), doch der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt gerade einmal mickrige drei Zähler. Merl-Trainer Jan Schüll verzichtet vor dem Kellerkracher komplett auf Floskeln und nimmt seine Mannschaft unmissverständlich in die Pflicht: „Es ist eigentlich völlig egal, wer morgen kommt – es sind nur noch zwei Spiele und nach unten bleibt es verdammt eng. Wir müssen punkten, wir sind absolut im Zugzwang. Alles andere als ein Dreier reicht für uns einfach nicht.“ Für Bergfried ist die Situation noch dramatischer. Mit 14 Punkten auf dem Konto hilft den Gästen im Grunde nur noch ein doppeltes Fußballwunder an den letzten beiden Spieltagen. Die Finster-Elf reist nach dem tapferen, aber unglücklichen 1:2 gegen Straß als Tabellenletzter an, weigert sich jedoch beharrlich, die weiße Fahne zu hissen. Bergfried-Coach Sebastian Finster stellt seine Truppe auf eine absolute Hitzeschlacht ein, in der irgendwann alle taktischen Fesseln fallen werden: „Um noch eine kleine Chance zu haben, die Klasse zu halten, müssen wir unbedingt gewinnen. Auch wenn es unter den gegebenen Umständen natürlich extrem schwierig wird, werden wir wieder jedes Spiel mit allem angehen, was wir hergeben können. Wir können nur noch mit offenem Visier antreten. Daher glaube ich, dass es ein hochinteressantes Spiel geben wird, bei dem die Taktik mit fortlaufender Spielzeit nicht mehr von höchster Priorität sein wird. Stattdessen wird einzig und allein der Wille zählen, dieses Spiel auf irgendeine Weise zu gewinnen. Und da glaube ich ganz fest an meine Mannschaft.“
Nach der allerersten Saisonniederlage am Pfingstmontag beim direkten Verfolger in Aachen (2:4) brennt die DJK Südwest Köln darauf, den vergebenen ersten Matchball vergessen zu machen. Doch der Gast im Kölner Süden hat es in sich: Der TuS reist mit dem Rückenwind eines enorm wichtigen Heimsieges an und wird im Kampf um den Klassenerhalt keinen Millimeter Boden kampflos hergeben.
Trotz der herben Enttäuschung im absoluten Spitzenspiel herrscht im Lager des Tabellenführers keineswegs Panik. Das Trainerteam um Jule Brockerhoff setzte in der Trainingswoche bewusst auf Teambuilding und mentale Regeneration, um den Fokus sofort wieder auf die eigene Stärke zu richten: „Wir hatten bislang eine gute Trainingswoche, haben am Montagabend nach der Niederlage noch gemütlich mit der Mannschaft zusammengesessen. Und am Dienstag haben wir mit einem internen Fußball-Tennis-Turnier mit unserer Herrenmannschaft die Beine gelockert und den Kopf freigemacht. Wir erwarten am Sonntag einen Gegner, für den es noch um alles geht. Aber auch für uns hat sich nun der Druck erhöht. Wir wollen das Spiel gegen Aachen vergessen machen und dieses durch unsere Leistung am Sonntag endgültig als Ausrutscher markieren. Dafür müssen wir 90 Minuten an unsere Grenzen und darüber hinausgehen. Wir müssen in allen Mannschaftsteilen das Maximum rausholen – und neben den spielerischen Aspekten werden die bessere Einstellung, der größere Wille und Kampfgeist entscheidend sein. Die Mannschaft hat eine ‚Jetzt-erst-recht‘-Mentalität entwickelt. Wir gehen mit Vorfreude in das Spiel, wissen aber auch, dass wir jetzt abrufen müssen!“
Auf der Gegenseite herrscht beim TuS Homburg-Bröltal nach dem verdienten 3:1-Befreiungsschlag gegen Merl eine gesunde Mischung aus Erleichterung und absolutem Fokus. Durch den Dreier kletterte der THB auf den rettenden zehnten Tabellenplatz, ist aber bei nur einem Punkt Vorsprung auf die rote Zone weiterhin akut gefährdet. TuS-Trainer Mats Bollmann weiß um die enorme Qualität, die am Sonntag auf seine Defensive zurollt, hat den Spitzenreiter aber genau analysiert: „Sie spielen super variabel, haben mit Clara-Theres Stenmans eine überragende Stürmerin, die auch ein, zwei Klassen höher spielen könnte. Wichtig wird sein, von Beginn an gute Entscheidungen zu treffen und uns darüber das nötige Spielglück zu erarbeiten. Wir brauchen keine einzelnen besonderen, sondern viele gute einfache Momente.“
Beim TuS Jüngersdorf sitzt der Stachel nach dem jüngsten Auftritt tief. Mit einer herben 1:7-Packung kehrte die Mannschaft vom SV Allner-Bödingen zurück. Vor allem defensiv bekamen die Jüngersdorferinnen zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Spiel und wurden in der zweiten Halbzeit regelrecht überrollt. Mit 21 Punkten auf Platz neun ist der Klassenerhalt zwar in Reichweite, rechnerisch aber eben noch nicht endgültig in trockenen Tüchern. Das Team muss am Sonntag ein völlig anderes Gesicht zeigen, die Zweikampfhärte hochfahren und die individuellen Fehler abstellen, um nicht noch einmal unfreiwillig in den Fokus der Abstiegszone zu geraten. Ganz anders ist die Gemütslage im Kölner Lager: Die Spoho-Mädels feierten am vergangenen Spieltag einen hocheffizienten und verdienten 3:1-Heimerfolg gegen den Tabellenvierten Viktoria Waldenrath-Straeten. Mit diesem Dreier im Rücken hat sich die Mannschaft auf 27 Punkte (Platz fünf) herangearbeitet und schnuppert nun selbst am begehrten vierten Rang.
Während bei den Parallelpartien purer Existenzkampf auf dem Programm steht, können diese beiden Teams am Sonntag völlig befreit aufspielen. Der Aufsteiger aus der Eifel hat eine bärenstarke Premierensaison hinter sich. Mit dem eminent wichtigen 2:1-Auswärtserfolg beim Tabellenletzten Bergfried am Pfingstmontag haben die Straßerinnen die magische Marke geknackt. Mit 23 Punkten auf Platz sieben hat die Mannschaft fünf Zähler Vorsprung auf die rote Zone – bei nur noch zwei ausstehenden Partien ist das der mathematisch fast sichere Klassenerhalt. Die Gäste vom SV Allner-Bödingen reisen mit einer gehörigen Portion Euphorie im Gepäck an. Am vergangenen Spieltag fegte die Mannschaft von Jesse Muambay den TuS Jüngersdorf mit einer fulminanten 7:1-Gala vom Platz. Da Platz drei für den SVAB bereits felsenfest abgesichert ist, hat der Trainer für die verbleibenden Wochen die absolute Genuss-Marschroute ausgegeben.