
Am 24. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga kann es zu den ersten Entscheidungen kommen. Spitzenreiter Südwest kann im Top-Spiel gegen Aachen die Meisterschaft sichern. Für den SV Bergfried und dem TuS Homburg-Bröltal müssen Sieger her, um nicht abzusteigen.
Südwest will die Entscheidung
Es ist das absolute Nonplusultra-Duell des Spieltags: Am kommenden Montag empfängt der Tabellenzweite Alemannia Aachen den ungeschlagenen Spitzenreiter aus Köln. Für Südwest ist die Ausgangslage nahezu perfekt – mit einem Sieg beim direkten Verfolger können sie die vorzeitige Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg perfekt machen. Schon das Hinspiel war ein packender Tanz auf Augenhöhe, und auch für das Rückspiel in Aachen sind die Rollen klar verteilt: Es trifft die beste Offensive (Südwest mit 66 Toren) auf die stabilste Abwehr der Liga (Aachen mit nur 10 Gegentreffern). DJK-Trainerin Jule Brockerhoff blickt voller Vorfreude und mit großem Selbstbewusstsein auf den Kracher: „Wir freuen uns auf den kommenden Spieltag. Auf der einen Seite ist das für uns das Highlight der Saison. Die Spielerinnen sind heiß. Das sind die Spiele, auf die man eine ganze Saison hinarbeitet. Das Hinspiel war ein Spiel auf Augenhöhe. Wir wollen Bestleistung abrufen und Aachen vor Herausforderungen stellen. Wir rechnen damit, dass Aachen das ähnlich angehen wird.“Trotz der enormen sportlichen Bedeutung versucht Brockerhoff, den ganz großen Druck von den Schultern ihrer Mädels zu nehmen. Schließlich hat Südwest bei vier Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger auf dem Konto noch reichlich Joker in der Hinterhand:„Auf der anderen Seite wollen wir dem Spiel auch nicht zu viel Bedeutung bemessen. Es folgen noch zwei weitere Punktspiele. Wir können eigentlich befreit aufspielen, ohne uns selbst zu viel Druck zu machen. Ich wünsche mir für mein Team eine gesunde Mischung aus Anspannung, Siegeswillen, Leidenschaft, Gelassenheit und Spielfreude. Wenn wir da die richtige Mischung finden, wird es für Aachen eine Mammutaufgabe, uns zu schlagen.“
Homburg-Bröltal unter Druck
Für den TuS Homburg-Bröltal schlägt im Heimspiel gegen den Rot-Weiß Merl die Stunde der Wahrheit. Angesichts eines schwierigen Restprogramms ist die Marschroute für die Gastgeberinnen glasklar: Ein Sieg ist Pflicht, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten. Die Gäste aus Merl hingegen reisen mit dem Ziel an, den Sack in Sachen Ligaverbleib endgültig zuzumachen. Nach dem bitteren Last-Minute-Knockout gegen Straß steht der THB mit dem Rücken zur Wand. Dass Merl alles andere als eine Laufkundschaft ist, weiß TuS-Trainer Mats Bollmann ganz genau. Er versucht, die Köpfe seiner Spielerinnen trotz der bedrohlichen Lage freizubekommen: „Das ist eine gute Mannschaft, die auch sehr robust spielen kann. Das müssen wir annehmen und die Schwachstellen, die sie anbieten, ausnutzen. Sportlich sieht es momentan nicht besonders gut für uns aus, aber wir wollen den Abstieg nicht weiter thematisieren, um keinen zusätzlichen Druck aufzubauen.“ Klar ist aber auch: Selbst ein Erfolg gegen Merl wird am Ende wohl nur die halbe Miete sein. Um den Klassenerhalt im dritten Mittelrheinliga-Jahr perfekt zu machen, wird Bröltal in den darauffolgenden Partien gegen das Spitzenduo Südwest Köln und Alemannia Aachen einen echten „Big Point“ erzwingen müssen. Auf der Gegenseite haben die Rot-Weißen aus Merl nach der unglücklichen, aber couragierten Leistung gegen Aachen mächtig Selbstvertrauen getankt. Mit 21 Punkten ist das Team von Jan Schüll zwar noch nicht mathematisch gerettet, kann mit einem Auswärtsdreier aber alles klar machen. Schüll stellt seine Elf auf einen hochmotivierten und galligen Gegner ein: „Es ist immer ein schwieriger Gegner – es ist verdammt schwer, gegen den TuS zu spielen. Bröltal muss gegen uns punkten, auch aufgrund ihres schweren Restprogramms. Sie werden absolut alles reinwerfen und wir werden voll dagegenhalten. Unser Ziel ist klar: Wir wollen uns mit einem Sieg endgültig aus dem Abstiegskampf rausziehen.“
Bergfried hofft vor dem Straß-Duell auf den „Pfingst-Effekt“
Vor dem Heimspiel am Pfingstmontag gegen den sAufsteiger aus Straß ist die Ausgangslage für das Tabellenschlusslicht brutal, aber eindeutig: Nur zwei Siege aus den verbleibenden Partien können das Wunder Rettung überhaupt noch möglich machen. Die anhaltende personelle Misere zieht sich wie ein roter Faden durch die Leverkusener Saison. Dass die Partie gegen Straß erst am Montag und nicht schon am Sonntag angepfiffen wird, verschafft Bergfried jedoch eine dringend benötigte Atempause. Trainer Sebastian Finster hofft darauf, dass der späte Spieltermin die angespannte Personallage im letzten Moment noch etwas auflockert: „Eventuell kommt es uns zugute, dass wir erst am Montag spielen, da sich bis dahin zwei Spielerinnen zurückmelden könnten. Um die Klasse zu halten, benötigen wir zwei Siege, was aufgrund des Restprogramms und der personellen Situation natürlich sehr schwierig sein wird.“ Mit Alemannia Straß reist eine Mannschaft an, die nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg gegen Bröltal mit einer gehörigen Portion Rückenwind und maximalem Selbstvertrauen aufschlagen wird. Finster schiebt die Favoritenrolle daher ganz realistisch den Gästen zu, verspricht aber gleichzeitig einen bedingungslosen Fight bis zur letzten Sekunde: „Mit Straß kommt eine Mannschaft, die robust und schnell spielt. Ich sehe uns aktuell in der Außenseiterrolle. Wir werden versuchen, eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bringen, die – wie auch schon die ganze Saison – bis ans Limit gehen wird.“
Allner-Bödingen will Platz Drei
Nach dem Auswärtserfolg bei Viktoria Waldenrath-Straeten, als man trotz eines extrem dünnen Kaders alle drei Punkte entführte, soll nun im Heimspiel gegen den TuS Jüngersdorf-Stüttgerloch der nächste Dreier her. Das Ziel ist klar: Allner-Bödingen will den dritten Tabellenplatz final sichern. Taktische Disziplin und pure Effizienz gaben am vergangenen Spieltag den Ausschlag. Genau an diese Tugenden will Trainer Jesse Muambay nun vor den eigenen Fans anknüpfen: „Wir wollen den dritten Platz festmachen. Gegen Waldenrath hat es die Mannschaft sehr gut gemacht und jetzt wollen wir gegen Jüngersdorf die nächsten drei Punkte holen. Es ist ein Heimspiel, und Heimspiele wollen wir immer gewinnen!“ Die Gäste reisen nach ihrem deutlichen 4:0-Erfolg gegen Bergfried Leverkusen ebenfalls mit breiter Brust an. Zwar hat man sich etwas Luft verschafft, doch durch die Siege der Konkurrenz ist der Klassenerhalt noch nicht mathematisch fix.
Waldenrath in Köln gefordert
Kommenden Montag steigt für Viktoria Waldenrath-Straeten das echte, vorentscheidende Verfolgerduell bei der Zweitvertretung von Vorwärts Spoho 98. Für die Gäste aus dem Kreis Heinsberg bietet sich am Kölner Nordfeld die goldene Gelegenheit, eine wechselhafte Spielzeit mit dem prestigeträchtigen vierten Tabellenplatz vorzeitig zu krönen. Viktoria-Coach Maik Honold blickt mit viel Respekt, aber auch einer klaren taktischen Marschroute auf die Aufgabe in Köln: „Am kommenden Montag steht für uns das Auswärtsspiel bei Vorwärts Spoho an, ein Spiel, in dem wir gegen einen direkten Konkurrenten die große Chance haben, eine insgesamt durchwachsene Saison vorzeitig mit dem vierten Tabellenplatz abzuschließen. Das ist ein klares Ziel, das wir uns gesetzt haben. Vorwärts Spoho spielt eine starke und vor allem konstante Saison. Sie verfügen über eine junge Mannschaft, die in der Lage ist, über 90 Minuten hinweg ein hohes Tempo zu gehen.“ Um das Kölner Tempospiel zu brechen, setzt Honold vor allem auf fußballerische Reife und spielerische Dominanz: „Für uns wird es wichtig sein, lange Ballbesitzphasen zu haben, um den Gegner immer wieder in Bewegung zu bringen. Darüber hinaus benötigen wir im richtigen Moment gute Entscheidungen, um die dadurch entstehenden Räume zu erkennen und konsequent zu bespielen.“ Die nötigen Körner für das Flutlichtspiel hat sich die Viktoria unter der Woche im Training geholt. Nun gilt es, die Theorie in die Praxis umzusetzen, um den Big Point im Kampf um die Top 4 einzufahren: „Ich bin mit der Trainingswoche sehr zufrieden. Die Mannschaft hat gut gearbeitet und die Inhalte sauber umgesetzt. Wenn es uns gelingt, das ins Spiel zu transportieren, dann bin ich überzeugt, dass ein Auswärtssieg absolut möglich ist. Am Ende wird es eine Frage der Entschlossenheit, der Intensität und des Willens sein. Wir müssen von der ersten Minute an präsent sein, die Zweikämpfe annehmen und als geschlossene Einheit auftreten.“