
Am 25. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga fielen die ersten Entscheidungen. Die DJK Südwest konnte den zweiten Matchball nutzen und die Meisterschaft perfekt machen.
Am Tabellenende verlor der SV Bergfried und steigt damit erneut ab. Trotz des Abstiegs überwiegt bei den Leverkusenerinnen der Stolz auf die gezeigten Leistungen.
Südwest feiert Meisterschaft gegen Bröltal
Die DJK Südwest hat den zweiten Matchball am vorletzten Spieltag eiskalt verwandelt. Mit einem hochverdienten 4:1-Heimerfolg gegen den TuS Homburg-Bröltal krönte sich die Mannschaft von Trainerin Jule Brockerhoff vorzeitig zum Meister der Frauen-Mittelrheinliga. Während im Kölner Süden die Aufstiegsparty eskaliert, muss der Gast aus dem Bergischen trotz einer leidenschaftlichen Leistung weiter um den Klassenerhalt zittern. Die Partie begann exakt so intensiv, wie es im Vorfeld zu erwarten gewesen war. Bröltal warf im Abstiegskampf von der ersten Sekunde an alles rein und forderte den Spitzenreiter defensiv voll heraus. Nach rund 20 Minuten übernahm der Favorit dann komplett das Kommando und rollte unaufhaltsam auf das Bröltaler Gehäuse zu.
Dass die Partie ergebnistechnisch nicht schon zur Pause komplett entschieden war, grenzte an ein kleines Wunder: Die DJK verzweifelte regelrecht an der eigenen Chancenverwertung – sage und schreibe siebenmal stand den Kölnerinnen das Aluminium im Weg! Als Bröltal im zweiten Durchgang der Anschlusstreffer zum 1:3 gelang, keimte kurzzeitig noch einmal Spannung auf, ehe Südwest mit dem 4:1 den endgültigen Deckel draufmachte. DJK-Trainerin Jule Brockerhoff zeigte sich nach dem Schlusspfiff überglücklich und sichtlich stolz auf den historischen Erfolg: „Wir sind natürlich unfassbar glücklich, dass wir die Entscheidung herbeiführen konnten. Insgesamt haben wir eine ganz andere Leistung abgerufen als in der Woche zuvor und es war ein angemessenes Spiel, um die Meisterschaft klarzumachen. Das hat viel Freude gemacht. Wir sind sehr stolz auf das Team und die Entwicklung, die wir über die Saison genommen haben. Auch wenn das Ergebnis hätte höher ausfallen müssen, ist es ein gerechtes Resultat, alles andere hätte die Leistung unserer Gäste nicht verdient gehabt. Bröltal kann man nur ein absolutes Kompliment machen. Selbst in der 85. Minute wurde noch mit allergrößtem Willen ein Ball von der Linie gekratzt. Sie haben sich nie aufgegeben.“
TuS-Trainer Mats Bollmann bilanzierte den Auftritt realistisch, aber keineswegs unzufrieden: „Da war schon ein Klassenunterschied zu erkennen. Selbst wenn wir es mal geschafft haben, mannschaftlich geschlossen dagegenzuhalten, haben sie es halt über ihre individuelle Klasse gelöst. Köln hat uns extrem hoch gepresst. Wir haben uns leider ein bisschen zu sehr weggeduckt. In der zweiten Halbzeit waren wir mutig und tough und sind drangeblieben. Gratulation an Köln. Sie sind absolut verdient Meister geworden.“
Bergfried verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus der Mittelrheinliga
Das absolute „Do-or-Die“-Duell am 25. Spieltag hat für klare Verhältnisse gesorgt. Der SV Rot-Weiß Merl feierte im zu Hause einen am Ende deutlichen 5:2-Heimerfolg über den SV Bergfried. Während die Merlerinnen damit vorzeitig den endgültigen Klassenerhalt bejubeln dürfen, ist für den tapferen Aufsteiger aus Leverkusen das Abenteuer Mittelrheinliga nach nur einem Jahr wieder beendet. Die Erleichterung auf Seiten der Hausherren war nach dem Abpfiff grenzenlos. In einer hochemotionalen und extrem torreichen Begegnung behielt Rot-Weiß Merl die Nerven, nutzte die eigenen Gelegenheiten konsequent und schraubte das Punktekonto auf 24 Zähler hoch. Damit ist das rettende Ufer vor dem finalen Spieltag in trockenen Tüchern. Merl-Coach Jan Schüll sparte nach dem Schlusspfiff nicht mit Erleichterung und blickte bereits voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit: „Insgesamt ein mehr als verdienter Sieg und auch ein sehr wichtiger für uns. Nächstes Jahr spielen wir damit auch Verbandsliga!“
Auf der Gegenseite herrschte nach dem finalen Pfiff natürlich erst einmal tiefe Enttäuschung, als der rechnerische Abstieg bittere Gewissheit wurde. Doch statt in Trübsal zu versinken, richtete der Leverkusener Trainer den Fokus sofort auf die charakterstarke Gesamtleistung seiner Mannschaft über die vergangenen Monate hinweg. Als vermeintlicher „Absteiger Nummer 1“ in die Saison gestartet, hielt Bergfried den Kampf um den Klassenerhalt sensationell bis zum vorletzten Spieltag offen. Bergfried-Trainer Sebastian Finster verzichtete auf eine tiefe Wundenlecke und stellte stattdessen das große Ganze in den Vordergrund: „Das Spiel gegen Merl möchte ich gar nicht mehr groß analysieren. Die Enttäuschung über das Ergebnis ist natürlich vorhanden, aber der Blick auf die gesamte Saison ist mir deutlich wichtiger. Leider sind wir nach nur einer Saison wieder abgestiegen und haben die kleine Sensation Klassenerhalt am Ende nicht geschafft. Dennoch kann ich mich nur wiederholen, wenn ich sage, dass ich unglaublich stolz auf meine Mannschaft bin.“
Es ist alles andere als leicht, in eine Saison zu gehen, wenn man von vielen bereits als Absteiger Nummer 1 gehandelt wird. Umso bemerkenswerter ist es, dass wir bis zum vorletzten Spieltag die Chance hatten, die Klasse zu halten. Allein diese Tatsache zeigt, dass wir in der Liga absolut mithalten konnten und uns nie aufgegeben haben. Die Mannschaft hat über die gesamte Saison hinweg Charakter, Leidenschaft und Zusammenhalt gezeigt. Auch wenn wir unser großes Ziel am Ende knapp verfehlt haben, können wir auf unsere Leistungen und unseren Einsatz stolz sein.“Neben den Worten an sein eigenes Team bewies Finster zudem absolute Größe und schickte faire Glückwünsche in den Kölner Süden:„An dieser Stelle möchte ich außerdem der DJK Südwest herzlich zur verdienten Meisterschaft gratulieren. Eine starke Saison wurde mit dem Titel belohnt. Für uns gilt nun: Kopf hoch, aus den Erfahrungen lernen und gemeinsam den Blick wieder nach vorne richten.“
Waldenrath gewinnt an emotionalen Spieltag
Was für ein hochemotionaler Nachmittag am vorletzten Spieltag in Waldenrath! Die Viktoria hat ihr letztes Heimspiel der Saison knapp, aber verdient mit 4:3 gegen den abstiegsbedrohten SV Menden gewonnen. Doch während die drei Punkte die Viktoria auf dem starken vierten Tabellenplatz einzementieren, geriet das sportliche Geschehen auf dem Rasen an diesem Tag fast schon zur Nebensache. Im Mittelpunkt standen zwei Spielerinnen, die eine ganze Ära geprägt haben. Viktoria-Coach Maik Honold bilanzierte den sportlichen Auftritt nach dem Abpfiff gewohnt realistisch: „Wir haben unser letztes Heimspiel der Saison am Ende verdient mit 4:3 gegen Menden gewonnen, auch wenn es spielerisch sicherlich nicht unser sauberstes Spiel war. Wir sind gut reingekommen, gehen mit 2:0 in Führung und schaffen es später sogar auf 4:1 zu stellen, trotzdem habe ich über die gesamte Spielzeit gemerkt, dass uns die letzte Konsequenz und Genauigkeit gefehlt hat. Menden hat sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben, das muss man ihnen lassen. Sie haben uns immer wieder vor Aufgaben gestellt, weil wir es selbst verpasst haben, das Spiel frühzeitig klar zu entscheiden.“ Dass die spielerische Linie an diesem Sonntag nicht perfekt war, hatte einen ganz tiefen, menschlichen Grund. Mit dem Schlusspfiff endete die Ära von zwei absoluten Vereins-Ikonen. Susanne Franken und Sonja Bürschgens bestritten ihr jeweils letztes Heimspiel im Viktoria-Trikot. Besonders der Abschied von Bürschgens, die sage und schreibe 23 Jahre lang die Knochen für den Verein hinhielt, sorgte für feuchte Augen bei den Zuschauern und Mitspielerinnen. Honold gab offen zu, dass die Köpfe seiner Mannschaft an diesem Tag ganz woanders waren – und das völlig zurecht: „Unterm Strich haben wir unsere Pflicht erfüllt, die drei Punkte bleiben bei uns. Aber ich muss ehrlich sagen: Das Spiel war für mich heute nur zweitrangig. Der Fokus lag auf zwei Spielerinnen, die diesen Verein über Jahre geprägt haben. Man hat der Mannschaft angemerkt, dass das heute kein gewöhnliches Spiel war. Da waren viele Emotionen dabei, viel Nachdenken, viel Abschied im Kopf. Dass wir das Spiel trotzdem gewonnen haben, freut mich, aber viel wichtiger war mir, dass wir den beiden einen würdigen Rahmen für ihren Abschied geben konnten. Solche Tage zeigen, dass es im Fußball um mehr geht als nur um Ergebnisse.“ Für Menden ist die Situation derweil weiterhin sehr ernst. Am letzten Spieltag benötigt Menden im Fernduell mit Bröltal nun Schützenhilfe und einen eigenen Dreier, um den Abstieg abzuwenden.
Jüngersdorf bezwingt Spoho-Reserve und feiert vorzeitigen Klassenerhalt
Nach dem jüngsten Debakel gegen Allner stand Jüngersdorf unter maximalem Druck, lieferte im entscheidenden Moment aber punktgenau ab. In einer intensiven Begegnung behielt Jüngersdorf am Ende knapp mit 2:1 die Oberhand. Für den TuS hat dieser Dreier historische Ausmaße in dieser Saison: Mit nun 24 Punkten klettert die Mannschaft auf Platz 9 und hat den Klassenerhalt eine Woche vor dem Saisonfinale mathematisch zu einhundert Prozent eingetütet! Vorwärts Spoho II verpasste durch die knappe Auswärtsniederlage die große Chance, den Druck auf den Tabellenvierten Viktoria Waldenrath-Straeten hochzuhalten. Die Kölnerinnen verbleiben mit 27 Zählern auf dem fünften Rang.
Keine Tore in Straß
Der SC Straß hat dem favorisierten Tabellendritten SV Allner-Bödingen ein torloses Remis abgetrotzt. Für die Gäste gab es trotz des verpassten Dreiers reichlich Grund zur Zufriedenheit. Allner-Trainer Jesse Muambay zog nach dem Schlusspfiff ein positives Fazit:„ Es war ein verdientes Unentschieden. Wir haben unsere Chancen nicht nutzen können. In der zweiten Halbzeit treffen wir einmal die Latte und es wird uns leider ein klares Tor aberkannt. Straß hatte allerdings auch ein paar Chancen. Beide Mannschaften haben die Möglichkeit nicht genutzt und es war eine verdiente Punkteteilung. Wir sind zufrieden damit und sind seit vier Spielen ohne Niederlage.“ Auch wenn der zweite Tabellenplatz rein rechnerisch nicht mehr einzuholen ist, hat die Mannschaft aus Allner-Bödingen Historisches geleistet. Mit nunmehr 43 Punkten auf dem Konto hat das Team die Bilanz der vergangenen Spielzeit bereits vor dem finalen Wochenende übertroffen und eine neue vereinsinterne Bestmarke in der Mittelrheinliga aufgestellt. Muambay blickt der kommenden Woche daher völlig entspannt entgegen: „Wir haben jetzt mehr Punkte geholt als letzte Saison. Das letzte Spiel wird jetzt noch genossen.“