
Nach dem Spiel könnte es einen neuen Spitzenreiter geben. Seit dem 9. Spieltag thront SCHOTT Jena an der Tabellenspitze, doch nun wackelt der Platz an der Sonne. Mit einem Heimsieg würden die „Nullneuner“ am aktuellen Tabellenführer vorbeiziehen – zumindest vorübergehend, denn Arnstadt hat ein Spiel mehr absolviert. Dennoch: Die Chance auf Rang eins ist greifbar.
Während SCHOTT Jena im Kalenderjahr 2026 zwar noch ungeschlagen ist, lief der Start dennoch nicht ganz nach Plan. Zwei knappe Siege und zwei Unentschieden sorgten dafür, dass die Konkurrenz näher heranrückte. Kapitän Carlos Damian ordnet die Situation dennoch gelassen ein: „Natürlich haben wir uns den Start in die Rückrunde anders vorgestellt, weil wir gerade für die Heimspiele einen anderen Anspruch pflegen. Dennoch muss man bedenken, dass wir seit 14 Ligaspielen ungeschlagen sind und die beste Auswärtsmannschaft der Liga sind.“ Genau darin liegt eine der großen Stärken der Jenaer: Auswärts ist SCHOTT weiterhin unbesiegt, sogar ohne Punktverlust – ein echtes Faustpfand im Kampf um die Tabellenführung.
Ganz anders die Stimmung in Arnstadt: Dort scheint der Motor aktuell auf Hochtouren zu laufen. 13 Punkte aus fünf Spielen im Jahr 2026 sprechen eine klare Sprache. Unter der Woche setzte man mit einem 6:1 in Bad Frankenhausen ein weiteres Ausrufezeichen. Kapitän Silvano Varnhagen zeigt sich entsprechend zufrieden: „Ich denke, wir können sehr zufrieden mit dem Start in die Rückrunde sein. Im Nachhinein tut es natürlich trotzdem weh, dass wir das 2:0 in Büßleben noch aus der Hand gegeben haben. Aber nach der nicht vorhandenen Vorbereitung, gefühlt ohne Einheiten auf dem Platz, kann man natürlich nur zufrieden sein.“
Die tabellarische Brisanz spielt für beide Teams offiziell nur eine Nebenrolle – zumindest nach außen. „Es ist ein schöner Nebeneffekt, Tabellenführer werden zu können, allerdings möchten wir einfach das Spiel gewinnen“, sagt Varnhagen. „Wir sind zu Hause noch ungeschlagen und wollen diese Serie ausbauen. Und wir haben noch etwas gut zu machen nach der knappen Pokalniederlage.“ Auch Damian betont den Fokus auf die eigene Leistung: „Nein, das spielt in unseren Köpfen keine Rolle. Wir schauen nur auf uns selbst. Arnstadt ist unser erster Verfolger und es ist ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel.“
Das Duell verspricht nicht nur Spannung, sondern auch fußballerische Qualität. Varnhagen bringt es auf den Punkt: „Die beste Offensive gegen die beste Defensive – um es einfach auszudrücken.“ Arnstadt wird sich auf weniger Ballbesitz einstellen müssen: „Wir müssen bereit sein zu leiden und akzeptieren, dass wir nicht 80 Prozent Ballbesitz haben werden“, so der Kapitän weiter. „Aber wir müssen uns nicht verstecken, sind topfit und haben nahezu alle Mann an Bord.“
Auch Damian erwartet ein intensives Spiel: „Ich erwarte ein hart umkämpftes und schnelles Spiel, bei dem Kleinigkeiten und die Tagesform entscheiden. Wir müssen über 90 Minuten 100 Prozent Konzentration und Leidenschaft abrufen und viel Geduld mitbringen.“
Ein Blick auf die jüngsten Duelle lässt die Vorfreude weiter steigen: Das Hinspiel gewann SCHOTT Jena knapp mit 3:2 – Arnstadt kam dabei gleich zweimal zurück. Auch die drei Begegnungen davor waren spektakulär und torreich. Insgesamt fielen in den letzten vier Duellen im Schnitt mehr als sechs Tore. Die Bilanz ist ausgeglichen: Zweimal siegte Arnstadt, zweimal SCHOTT – auffällig dabei: Meist hatte die Heimmannschaft die Nase vorn.
Alles ist angerichtet für ein echtes Highlight am Arnstädter Obertunk. Formstarke Gastgeber, ein auswärtsstarker Tabellenführer, viel Offensivpower und die Aussicht auf einen möglichen Führungswechsel – bessere Voraussetzungen für ein Spitzenspiel gibt es kaum. Oder wie es Varnhagen formuliert: „Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen, dass viele Zuschauer den Weg an den Obertunk finden.“ Die Zuschauer dürfen sich auf ein intensives, torreiches und hochklassiges Duell freuen – mit offenem Ausgang und möglicherweise weitreichenden Folgen für das Titelrennen in der Thüringenliga.