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»Stürmernase« führt Wormatia zu Sieg

Lange Zeit müssen sich die Wormser Fans beim Oberliga-Heimspiel gegen Rot-Weiß Koblenz in Geduld üben

von Stefan Mannshausen · 30.03.2025, 15:10 Uhr · 0 Leser
Machte ein gutes Spiel gegen Rot-Weiß Koblenz: Wormatias lange verletzter Mittelfeldspieler Luca Manganiello (links), der den Ball in dieser Szene an Gegenspieler Daniel Ndouop vorbeispielt.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Machte ein gutes Spiel gegen Rot-Weiß Koblenz: Wormatias lange verletzter Mittelfeldspieler Luca Manganiello (links), der den Ball in dieser Szene an Gegenspieler Daniel Ndouop vorbeispielt. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Es ist ein Wunsch, den die Wormatia-Fans schon lange hegen. Mehr Spielzeit für den jungen Mittelfeldspieler Luca Manganiello. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Koblenz zeigte der Spielmacher, warum er, wenn er denn fit ist, ein Mehrwert für das Offensivspiel des VfR Wormatia Worms darstellt. Hinter Angreifer Erijon Shaqiri aufgeboten, war Manganiello beim 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Rot-Weiß Koblenz im Oberliga-Duell bis zu seiner Auswechslung an den gefährlichsten Torraumaktionen seiner Mannschaft beteiligt. Nach 73 Minuten war der Akku des 20-Jährigen aufgebracht. Der seiner Teamkameraden allerdings noch nicht, die dank zwei Toren in der Schlussphase doch noch einen Heimsieg bejubeln durften.

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Lange hatten sich die Wormser gegen das Team vom Deutschen Eck zuvor schwergetan. Die beiden Mannschaften präsentierten sich ihrer Tabellenposition entsprechend. Kein Abstiegskampf-Krampf mit vielen langen Bällen, aber auch keine Partie auf Spitzenniveau. Beide Teams versuchten es mit einem fußballerischen Ansatz, überzeugten spielerisch aber nicht. Mehrfach kamen auf beiden Seiten Pässe nicht beim gewünschten Empfänger an, wurden aussichtsreiche Situationen nicht zielstrebig genug zu Ende gespielt oder versprang der Ball auf dem holprigen Rasen, wie bei Mert Özkayas großer Chance nach einem Konter, als er nur noch den gegnerischen Torwart vor sich hatte (77.). Sinnbildlich dafür stand Worms’ erste gefährliche Aktion, als Manganiello einen Klärungsversuch der Koblenzer Hintermannschaft blockte und der Ball über den verdutzten Rot-Weiß-Torwart Maximilian Grote flog und an die Latte prallte (27.). „Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme, Zugriff zu bekommen“, sagte Wormatia-Trainer Marco Reifenscheidt, dem aber die „Stimmung auf dem Platz und die Intensität“ gefallen hatte.

Die Gegner wirkten etwas gefährlicher, scheiterten aber stets am starken Wormatia-Schlussmann Luca Pedretti. Bei der ersten schön herausgespielten Wormser Offensivaktion scheiterte Luca Manganiello am Pfosten und Moritz Gotthardt beim Abpraller an einem Koblenzer Abwehrbein (37.). Kurz darauf steckte Manganiello den Ball schön auf Shaqiri durch, der von einem Missverständnis der Gäste-Hintermannschaft profitierte, den Ball aber knapp rechts am Pfosten vorbeistocherte (41.).

Spielentscheidend beteiligt war der Wormatia-Angreifer dann aber nach Manganiellos Auswechslung dennoch. Nach einem Eckball verlängerte der unverzichtbare Stürmer den Ball zu Abwehrspieler Kosuke Ota, der den Ball irgendwie mit der Hacke über die Torlinie des Tores bugsierte. Keine einstudierte Variante verriet Shaqiri nach der Partie: „Das hat sich einfach ergeben. Mit meiner Stürmernase habe ich gerochen, dass der Ball auf den ersten Pfosten kommt. Da musste ich den Ball nur berühren, weil ich wusste, dass jemand hinter mir ist und ihn dann rein macht. Zum Glück war Kosuke da.”

Wormatias Abwehrspieler Onyejekwe im Glück

Abgezeichnet hatte sich der Treffer zuvor nicht, der Glaube bei Shaqiri und Co auf den Heimerfolg war aber während des gesamten Spiels da, erklärte Shaqiri. „Wir verteidigen als erstes unser Tor, aber wir haben das Vertrauen, dass vorne irgendwann Chancen kommen.” Bis zum Führungstreffer konnte man die gefährlichen Wormser Toraktionen zwar an einer Hand abzählen, nach dem Tor ergaben sich aber weitere Räume, die die Wormser zu Chancen nutzten. Das späte 2:0 entsprang erneut einem Missverständnis der Gäste, als der Ball nach einer harmlosen Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum flog, Rot-Weiß-Schlussmann Maximilian Grote sich völlig verschätzte und übermütig seinen Kasten verließ und am Ball vorbei in einen Mitspieler segelte. Jamal Chinedu Willrich war der Nutznießer und köpfte den Ball aus zwölf Metern ins verwaiste Tor (90+3.).

Zuvor hatten die Wormser Glück, dass Innenverteidiger Jason Onyejekwe nach einem langen Ball hinter die Wormser Abwehrkette, bei dem er seinen Gegenspieler als letzter Mann niederriss, zum Unverständnis der Gäste vom Schiedsrichter nur die Gelbe Karte gezeigt bekommen hatte. Spielglück, Geduld und ganz viel Intensität – doch Erijon Shaqiri erkannte noch einen weiteren Grund, der zum 2:0-Sieg des VfR führte. „Ich finde, dass wir inzwischen als Mannschaft so zusammengewachsen sind und füreinander bis zum Schluss kämpfen. Das war in der Hinrunde nicht so.”