2024-04-16T09:15:35.043Z

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Während die Wormatia-Mannschaft momentan auf Formsuche ist, trifft Jan Dahlke seit seiner Rückkehr inzwischen schon wieder regelmäßig für die Nibelungenstädter.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Während die Wormatia-Mannschaft momentan auf Formsuche ist, trifft Jan Dahlke seit seiner Rückkehr inzwischen schon wieder regelmäßig für die Nibelungenstädter. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Stürmer macht Wormatia Hoffnung

Mehrere Leistungsträger des Wormser Oberligisten stecken im Formtief – aber nicht alle

Worms. Ungewöhnlich lange versammelte Wormatia-Trainer Peter Tretter seine Mannschaft nach dem 3:1-Heimsieg gegen Quierschied vor dem Osterwochenende nach Schlusspfiff noch auf dem Rasen. Im Spielerkreis sprach der 57-jährige Coach die momentanen Defizite seiner Mannschaft an. Der Tenor: Mit solchen Leistungen wird es am Ende der Saison nicht reichen für Platz zwei und die Aufstiegsrelegationsspiele. Anschließend gab er sich und seinen Spielern ein paar Tage frei, um das Spiel sacken zu lassen – und durchzuschnaufen. Dass sich die Wormser in der Auswärtspartie beim 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 14 Uhr) und den anschließenden wegweisenden Duellen mit dem SV Gonsenheim (14. April) und Eintracht Trier (21. April) deutlich steigern müssen, um den Anschluss an Platz zwei, das im Winter neu formulierte Ziel der Wormaten, nicht zu verlieren, ist klar. Dort steht aktuell ein FK Pirmasens (bei dem die Wormaten am 5. Mai antreten) in Topform. Alle ihre sechs Spiele in diesem Jahr haben die Pfälzer souverän gewonnen (bei 18:1 Toren). Eine Konstanz, von der die Wormser momentan nur träumen können.

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Aktuelle Leistungsdelle

Die aktuelle Performance der Wormaten genügt höchsten Oberliga-Ansprüchen nicht. Die beiden Spiele gegen die „Kellerkinder” Cosmos Koblenz (1:4) und Quierschied (3:1) bestätigten das. In Koblenz gegen eine individuell im Winter enorm verstärkte Mannschaft beinahe chancenlos, duellierten sich die Wormaten gegen den abgeschlagenen Tabellen-Vorletzten aus dem Saarland in Halbzeit zwei Zeit auf Augenhöhe. Zu wenig für die Ansprüche der Wormser. „Rumpelfußball” und „Gekicke” waren nur zwei der Ausdrücke, die die Zuschauer auf der Tribüne der EWR-Arena während des Spiels benutzten, um das zähe Spiel auf dem Rasen zu beschreiben.

Formkrise der Leistungsträger

Umut Sentürk spielerisch über links und die Mitte, Maximilian Fesser mit schnellen Antritten über rechts: Das Erfolgsrezept der Wormser im ersten Halbjahr war teilweise auch deswegen so einfach, weil diese beiden Sommer-Neuzugänge voll einschlugen und in den ersten Saisonmonaten spielerisch leicht an ihren Gegenspielern vorbeikamen. Unzählige Torchancen bereiteten die beiden Leistungsträger dadurch vor und entschieden mit ihrer individuellen Klasse Spiele für ihre Mannschaft. In diesem Jahr suchen die beiden Unterschiedsspieler, auch verletzungsbedingt, wie ein Großteil ihrer Teamkollegen noch nach ihrer Form. Gegen Koblenz glänzte Torwart Luca Pedretti, gegen Quierschied nahm Tretter lediglich Kapitän Sandro Loechelt von seiner Generalkritik aus. Ansonsten: Torjäger Daniel Kasper kämpft wie eh und je um jeden Ball, erlebt aktuell allerdings seine erste Torflaute der Saison. Seit fünf Spielen wartet der Angreifer inzwischen auf einen Treffer. Zuvor hatte er in dieser Saison nach jeder torlosen Partie immer mindestens einmal getroffen. Neben der Personalnot zuletzt in der Innenverteidigung (siehe unten) dürften Tretter auch die Außenverteidiger-Positionen Kopfschmerzen bereiten, auf denen Philipp Sonn und Pascal Nicklis nach dem Abgang von Elias Holzemer im Winter konkurrenzlos sind, was sich, so scheint es, nicht gerade leistungsfördernd ausgewirkt hat. Nicklis verursachte durch ein schlechtes Einrücken gegen Quierschied erneut einen Gegentreffer. Schon in der Woche zuvor in Koblenz erwischte er einen gebrauchten Tag und wurde von Debütant Moritz Gotthardt ersetzt – der gegen Quierschied als Alternative allerdings prompt verletzt ausfiel.

Was Hoffnung macht

Obwohl die Spielumstellung auf zwei Spitzen das Offensivspiel der Wormser offenkundig noch nicht angekurbelt hat, macht vor allem der Sturm Hoffnung auf Besserung. In Person: Jan Dahlke. Der Angreifer ist seit seiner Rückkehr im Winter schnell wieder in die Rolle des Goalgetters geschlüpft. In den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres noch ohne Treffer, traf der Stürmer in den vergangenen fünf Partien sieben Mal. Nur angesichts der enttäuschenden Auftritte der Wormser in den vergangenen Wochen trat dieser Fakt in den Hintergrund. Gute Nachrichten für die Wormatia: Die Stamm-Innenverteidigung um Simon Ludwig und Ivan Smiljanic, Flügelangreifer Fesser (die beiden Letztgenannten kehrten schon gegen Quierschied in den Kader zurück) und auch Defensiv-Allrounder Vincent Haber haben ihre Muskelverletzungen inzwischen auskuriert und nehmen wieder am Mannschaftstraining teil. Passend zur „Crunchtime“ der Saison bieten sich VfR-Trainer Peter Tretter vor den schwierigen anstehenden Aufgaben also wieder deutlich mehr Optionen als zuletzt.



Aufrufe: 03.4.2024, 17:00 Uhr
Stefan MannshausenAutor