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Allgemeines

Strukturreform: Landesligisten aus Alzey-Worms eher skeptisch

Wie SV Gimbsheim, TuS Neuhausen, TSG Pfeddersheim und VfR Wormatia Worms II die wahrscheinliche Reform sehen

von Michael Mayer · 12.02.2026, 12:00 Uhr · 0 Leser
Infolge der geplanten, aber noch nicht verabschiedeten Strukturreform im SWFV ist das Derby zwischen dem SV Gimbsheim und Wormatia Worms II ab 2027/28 nicht mehr garantiert. Die Landesliga-Staffeln werden vor jeder Saison neu eingeteilt. 	Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press
Infolge der geplanten, aber noch nicht verabschiedeten Strukturreform im SWFV ist das Derby zwischen dem SV Gimbsheim und Wormatia Worms II ab 2027/28 nicht mehr garantiert. Die Landesliga-Staffeln werden vor jeder Saison neu eingeteilt. Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Die kommende Spielzeit dürfte für viele Vereine im Südwesten stressfrei werden, da nach 2012 – damals wurde die Anzahl der Kreise beim Südwestdeutschen Fußballverband von 16 auf 10 reduziert und die Bezirksebene abgeschafft – die nächste große Strukturreform ansteht. Zu erwarten wären nur wenige Absteiger, dafür aber viele Aufsteiger. Immerhin gelte es, die Landesliga von unten aufzufüllen. Diese soll im darauffolgenden Jahr, also in der Saison 2027/28 voraussichtlich aus drei 16er-Staffeln bestehen. Bislang sind es nur zwei.

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Aktuell beträfe die Regelung, sie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom SWFV-Präsidium in Kraft gesetzt, die zweite Mannschaft des VfR Wormatia, den SV Gimbsheim, TuS Neuhausen und die TSG Pfeddersheim, sofern keiner der Vereine bis dahin die Landesliga nach oben oder unten verlassen hat (oder in sie zurückkehrt). Auch wenn man auf Verbandsebene erwartet, dass die Klubs mehrheitlich diesem jüngst in Edenkoben ersten Vereinen vorgestellten Reformplan zustimmen werden, sind vom Wormser Quartett durchaus auch kritische Töne zu vernehmen.

Weisenborn befürchtet Qualitätsverlust

Einer der Kritikpunkte ist der zu erwartende Qualitätsverlust der Landesliga, die in den drei Staffeln dann 48 statt bislang 32 Mannschaften umfassen wird. „Ich bin kein Fan davon. Die Landesliga sollte ein gewisses Niveau abbilden, in welcher talentierte Spieler die Möglichkeit haben, sich für größere Aufgaben zu empfehlen“, sagt Björn Weisenborn, Trainer der Wormatia-Reserve. Das aktuell sehr ausgeglichene Niveau könnte ebenfalls langfristig leiden, Teams von unten würden es gegen etablierte Landesligisten schwer haben und sich im Abstiegskampf wiederfinden.

Weisenborn folgert daraus: „Ambitionierte Mannschaften wie wir selbst oder Gimbsheim sollten möglichst schnell versuchen, die Landesliga nach oben zu verlassen“. Neuhausen-Coach Franz Graber kann sich dagegen kaum einen Qualitätsverlust vorstellen, selbst wenn zum „Auffüllen“ demnächst gleich eine Handvoll Bezirksligisten hoch kämen. Graber: „Die ersten Fünf der Bezirksliga sind doch vom Landesliga-Niveau gar nicht weit weg.“ Steven Jones vom SV Gimbsheim sieht in der geplanten Reform etwas „Unfaires“, gerade Teams wie Büchelberg oder Grünstadt gegenüber, die seit Jahren viel investieren würden, um in die Verbandsliga aufzusteigen. „Sollte man denen bei der zu erwartenden Abschwächung nicht auch die Möglichkeit geben, nach oben rauszukommen? Durch irgendeine Art von Wettbewerb?“, schlägt Jones vor. Immerhin gelte: „Wer unten auffüllt, sollte auch vermehrt die Möglichkeit anbieten, hochzukommen.“

Reizvolle Begegnungen in der Pfalz könnten wegfallen

Eine Neueinteilung böte aber nicht nur die mögliche Qualitätsverwässerung. Vielmehr müssen sich die Klubs darauf einstellen, dass ihre Staffel in jeder Saison neu zusammengemischt wird. Und zwar nach dem Prinzip, dass immer Teams mit den kürzesten Wettbewerbs-Fahrtstrecken zusammengestellt werden. Diese Flexibilisierung der Liga-Grenzen fände Franz Graber reizvoll: „Wenn man so lange dabei ist wie ich, dann freut man sich auch mal, andere Sportplätze zu sehen.“

Wobei er sich vor langen Wegen eigentlich nicht scheut: „Bevor ich zur Bezirkssportanlage nach Mombach fahre, wo das Ambiente nicht so toll ist, fahre ich lieber 15 Kilometer mehr in die Vorderpfalz, wo 300 Zuschauer um den Platz herum stehen.“ Auch Björn Weisenborn hat nichts gegen längere Fahrten: „Die müssen ausgehalten werden. Und sie sind ja auch nicht die Regel.“ Rolf Emrich, der Vorsitzende der TSG Pfeddersheim, würde die Fahrten in die Pfalz, speziell an die Deutsche Weinstraße sogar vermissen. „Das ist doch eine wundervolle Gegend. Nicht wenige unserer Fans nutzen solche Auswärtsspiele, um auf dem Heimweg dort einzukehren.“

Bedenken vor unattraktiverer Staffel

Ob man für eine Auswärtspartie 30 Kilometer oder 70 Kilometer fahre, sei auch für die Kicker nicht sonderlich relevant, mutmaßt Emrich. Steven Jones dagegen glaubt, dass kürzere Wege im Amateurbereich durchaus Sinn machen würden. Aber: „Wo wird die Grenze gezogen? Vielleicht kommt ein Verein durch die Neu-Strukturierung in eine neue, deutlich unattraktivere Liga.“ Nicht auszuschließen beispielsweise, dass Gimbsheim nach einer Neu-Einteilung gar nicht mehr gegen die „Wormser“ Teams spielt. Weniger Derbys wären die Folge. Rolf Emrich hat zu alledem eine klare Meinung: „Ich würde es begrüßen, wenn alles so bliebe, wie es gerade ist. Und die TSG Pfeddersheim bis dahin immer noch in der Landesliga spielt.“