
Das DFB-Sportgericht ist in der Causa Lok Leipzig zu einem Urteil gekommen und hat den Tabellenführer der Regionalliga Nordost zu eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro verdonnert. Davon sollen 10.000 Euro in Präventivmaßnahmen gegen Diskriminierung und Rassismus fließen. Zudem wurde der Klub aus der sächsischen Metropole mit einem Teilausschluss seiner Zuschauer bei einem möglichen nächsten Heimspiel im DFB-Pokal belegt.
Der Vorfall im August schlug hohe Wellen: In der ersten Runde des DFB-Pokals hatte der 1. FC Lok Leipzig den FC Schalke 04 (0:1 nach Verlängerung) zu Gast. Schalkes dunkelhäutiger Spieler Christopher Antwi-Adjei wurde dabei mehrfach von Leipziger Fans rassistisch beleidigt. Der 31-Jährige setzte Schiedsrichter Max Burda darüber in Kenntnis, woraufhin der Unparteiische die Partie minutenlang unterbrach.
In einer offiziellen Pressemitteilung verdeutlicht der Verein ohne Einschränkungen: "Wir als 1. FC Lok liegen in der Sache ganz klar auf einer Linie mit dem DFB: Rassismus ist ganz einfach zum Kotzen und nicht zu tolerieren! Wir bedauern die Rufe einzelner Idioten sehr, die uns zum wiederholten Male massiv Schaden zugefügt haben."
Womit Lok Leipzig allerdings ein Problem hat, ist das Ausmaß der Sanktionierung. Geschäftsführer Martin Mieth wird konkret: "Die Höhe der durch den DFB verhängten Strafe ist jedoch aus unserer Sicht für einen Viertligisten unangemessen, weswegen wir gegen das Urteil Einspruch einlegen werden. Mit dem möglichen Teilausschluss von Zuschauern beim nächsten DFB-Pokalspiel steht eine Gesamtstrafe im hohen fünfstelligen Bereich im Raum – was deutlich mehr als ein Prozent unseres Jahresumsatzes wäre. Um es plakativ zu veranschaulichen: Bei einem durchschnittlichen Bundesligisten würde das eine Strafe im Millionenbereich bedeuten. Sollte das Urteil in der jetzigen Form Bestand haben, werden wir versuchen, die Strafe auf die Verursacher, die hoffentlich noch gerichtsfest ermittelt werden können, umzulegen. Ist dies nicht möglich, müssen wir überlegen, an welcher Stelle wir dieses Geld einsparen können, was uns dann für die Weiterentwicklung unserer Infrastruktur und der Mannschaft fehlt.“"
